• 2014
  • 29.01.
  • 2014.29.01.

Der mit den Schweinen spricht

© Gerd Rinas

Jean Höppner betreut zusammen mit Detlef Berner in Benitz 3 000 Mastschweine.

Als die Störmeldung morgens um vier Uhr sein Handy klingeln ließ, blieb er zunächst gelassen. „Das passiert schon mal. Meist ist es nur ein kleiner Fehler, der sich leicht beheben lässt“, erinnert sich Jean Höppner. Wie immer in solchen Fällen, wenn er Dienst hat, machte er sich unverzüglich auf den Weg nach Benitz.


Höppner arbeitet dort im  Schweinemaststall. An diesem Sonntag war die Fütterung ausgefallen, der Transport des Futters von der Mischanlage in die Abteile stockte. „Anfangs dachte ich, es wären nur zwei Leitungen dicht. Doch dann stellte sich heraus, dass sechs von 18 Strängen verstopft und fast eintausend Schweine ohne Futter waren“, so der damals 22-Jährige. So eine brenzlige Situation hatte er noch nicht erlebt.


„Schweine haben eine innere Uhr. Wenn die Zeit heran ist, stehen sie am Trog. Kommt kein Futter, fangen sie an zu quieken. Dann ist Alarm im Stall“, sagt der Tierwirt. An jenem Sonntag zeigte er sich nervenstark und behielt den Überblick. Ganz ließ sich „der Alarm“ zwar nicht vermeiden. Zusammen mit Abteilungsleiterin Simone Tiedt und dem diensthabenden Leiter Uwe Müller sorgte Jean Höppner aber dafür, dass um 15 Uhr alle Leitungen wieder frei waren. „Als das Futter kam, beruhigten sich die Tiere. Wie sie so fraßen, das war ein gutes Gefühl“, erinnert sich der mittlerweile 24-Jährige an eine seiner ersten Bewährungsproben im Stall. Vor drei Jahren hatte er den Fahrersitz eines Traktors gegen den Arbeitsplatz im 3000-er Maststall eingetauscht. Das verstand nicht jeder in der Firma. Jean Höppner hatte im Agrarbetrieb Groß Grenz eine Ausbildung zum Landwirt absolviert. „Mir macht die Arbeit im Stall Spass“, lässt Höppner, dessen Eltern in einem Nachbarbetrieb ebenfalls in der Schweinehaltung tätig sind, keinen Zweifel. Meist ist er allein im Stall. „Ich habe vor allem Kontrollaufgaben. Wenn alle Systeme funktionieren, beobachte ich die Tiere. Wenn ich mich unterhalten will, rufe ich kurz die Chefin an. Oder ich rede mit den Schweinen“, lacht Höppner. Abteilungsleiterin Tiedt setzt auf den jungen Kollegen: „Auf Jean ist Verlass. Einen Mitarbeiter, der so verantwortungsvoll und selbständig arbeitet, kann man sich nur wünschen.“        

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