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  • 2017.07.06.

Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne - GGAB beteiligt sich

Auf dem Feld stellte Abteilungsleiter Uwe Müller (2. v. r.) Wissenschaftlern und Beratern den Erbsenbestand vor.

Feldbesichtigung (Foto: Julia Glatz)

Auf dem Feld stellte Abteilungsleiter Uwe Müller (2. v. r.) Wissenschaftlern und Beratern den Erbsenbestand vor.

Ein heftiges Gewitter jagte kürzlich Landwirten, Wissenschaftlern und Beratern im Agrarbetrieb Groß Grenz einen tüchtigen Schrecken ein. Das hinderte die Partner im Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne aber nicht daran, sich nach dem Wolkenbruch an einem Erbsenschlag ein eingehendes Bild vom Wachstumsstand der Kultur zu machen.

Der Agrarbetrieb Groß Grenz ist seit 2016 Praxispartner des bundesweiten Netzwerks. Im Nordosten konzentrieren sich die Untersuchungen auf die Verwertung von einheimischem Eiweißfutter in der tierischen Ernährung. „Wir haben Erbsen schon seit vielen Jahren im Anbau. Sie lockern die Fruchtfolge auf, mit ihnen können wir in der Erntezeit Arbeitsspitzen  brechen“, erläutert Geschäftsführer Rainer Tschirner.

<< Zuvor informierte Geschäftsführer Rainer Tschirner (r.) über den Agrarbetrieb Groß Grenz.
(Foto: Julia Glatz)


Die Leguminosen werden im Betrieb als Futter verwertet. Milchkühe erhalten 1 - 1,5 kg pro Tag, in die Schweineration kommt je nach Mastabschnitt ein Mischanteil von 6 - 8 %. „Negative Auswirkungen haben wir bisher nicht festgestellt. Wir sehen uns sowohl durch die Masttagszunahmen und das Wohlbefinden der Schweine als auch durch die Milchleistung und den Gesundheitsstatus der Kühe im Einsatz der Erbsen bestätigt“, sagt Tschirner.

In dem Projekt würden interessante Fragen verfolgt. „Für uns bietet sich die Chance, den Erbsenanbau im Betrieb wissenschaftlich begleitet unter die Lupe zu nehmen. Leguminosen erfordern viel Fingerspitzengefühl und Know-how. Der Ertrag kann stark schwanken. Je mehr man über die Besonderheiten der Kultur weiß, umso besser“, so der Landwirt.

Am 31. März und 1. April kamen auf 33 ha Sommererbsen in den Boden. Dabei wurde auf eine tiefe Ablage Wert gelegt. „Nach dem Walzen liegen die Körner mindestens vier Zentimeter in der Erde“, erläutert Projektberaterin Julia Glatz vom Institut für Tierproduktion in Dummerstorf. Die Landwirte probieren zwei Sorten aus: „Rocket“ wurde mit 90 Körnern/m2 und „Alvesta“ mit 70, 80 und
90 Körnern/m2 ausgesät. Experimentiert wird außerdem mit unterschiedlichen Düngungsstufen bei Stickstoff und Schwefel einschließlich einer Nullvariante (Stickstoff).

Nach der gängigen Fachmeinung benötigen Leguminosen als Stickstoffsammler keine N-Gabe. „Wir haben aber mit einer kleinen Startgabe gute Erfahrungen gesammelt“, sagt Uwe Müller, Abteilungsleiter Pflanzenproduktion. Die Auswertung der unterschiedlichen Düngergaben soll nun genaueren Aufschluss bringen.

Der Bestand ist ordentlich aufgelaufen und hat sich gut entwickelt, schätzt Beraterin Glatz ein. Im Projekt wird eine Reihe von Daten erfasst und anonymisiert ausgewertet. „Ziel ist es, nach der Ernte den Anbau pflanzenbaulich und ökonomisch zu bewerten und Empfehlungen zu erarbeiten, die die Ertragssicherheit erhöhen.“

Das Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne startete in MV im Juni 2016. Es ist Teil der Eiweißpflanzenstrategie des Bundesagrarministeriums. Bundesweit nehmen daran 75 Betriebe sowie Partner aus Beratung und Wissenschaft teil. In MV beteiligen sich drei konventionelle und drei Ökobetriebe mit Milchkühen, Jungrinderaufzucht, Mastschweinen, Puten- und Hähnchenmast sowie Mutterkühen. Das Projekt ist angesiedelt bei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei, Institut für Tierproduktion, Dummerstorf. 

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