• 2013
  • 22.05.
  • 2013.22.05.

Das neue "Milchtaxi"

 

Wenn  Angelika Prädel über ihr neuestes Arbeitsgerät spricht, kommt sie unweigerlich ins Schwärmen. „Ein wunderbares Gefährt, mit dem Vorgänger gar nicht zu vergleichen“, sagt die Tierpflegerin, und streichelt über den Edelstahl, als könnte der ihre Zuneigung spüren.

Die Rede ist vom neuen „Milchtaxi“. Angelika Prädel bereitet in der GGAB Agrarbetrieb Groß Grenz GmbH morgens um sechs das Frühstück für die Kälber vor. Später folgen die zweite und dritte Mahlzeit des Tages. Mit dem alten „Milchtaxi“ beförderte sie bis vor kurzem täglich mehrmals zweihundert Liter Milch, die zwar nicht für den menschlichen Verzehr, aber als Futter geeignet sind, vom Melkhaus zum Kälberstall.

„Der Weg über den Betriebshof hat es in sich“,  berichtet die 57-Jährige. Das Gelände steigt an und das „Milchtaxi“ musste bisher allein mit Muskelkraft bewegt werden. Damit ist jetzt Schluss.  Das neue „Milchtaxi“ erleichtert die Arbeit spürbar: Mit einem Motor ausgerüstet, kommt das Gefährt  aus eigener Kraft voran, Prädel muss nur noch lenken. Statt Milch bekommen Kälber bis zum zwölften Lebendtag seit kurzem Milchaustauscher. „Vor der Umstellung haben wir sechs Wochen lang die Wirkung getestet. Die Zusammensetzung der Milch wies Unterschiede auf.  Nachdem wir auf Milchaustauscher umstellten, war die Futteraufnahme der Kälber stabiler und der Durchfall ging zurück“, erläuterte die Assistentin der Geschäftsführung Dr. Kathrin Naumann. Ein Rührwerk in dem neuen „Milchtaxi“ sorgt dafür, dass der Milchaustauscher auf dem Weg zum Kälberstall die notwendige Konsistenz erhält.

Für Angelika Prädel nimmt mit dem motorisierten Gerät die Handarbeit weiter ab. Die Futterrationen für die älteren Kälber mischt sie schon lange in einem Tränkautomaten. Die Tierpflegerin ist seit 35 Jahren in der Landwirtschaft, seit 1994 im Agrarbetrieb Groß Grenz. „Wenn ich manchmal zurückschaue, wie sich alles entwickelt hat, dann ist es eigentlich unglaublich“, sagt Angelika Prädel. Freilich hat der Fortschritt seinen Preis: Das neue „Milchtaxi“ war unter 4 985 Euro nicht zu beschaffen, ist von Rainer Tschirner zu erfahren. Der Landwirt glaubte zunächst, sich verhört zu haben.       

 

 

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