• 2014
  • 16.04.
  • 2014.16.04.

Bisher keine großen Unterschiede

© Gerd Rinas

Blick in eine Bucht mit Ferkeln im „Langschwanzversuch“.

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Anika Bidmon steht in der Bucht mit den jüngsten Ferkeln und greift nach einem drei Wochen alten Tier. Aufmerksam betrachtet sie den kleinen Ringelschwanz. „Alles in Ordnung, keine Beißspuren“, stellt die junge Frau zufrieden fest.
Bidmon ist Studentin der Agrarwissenschaften im dritten Studienjahr an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. Im Agrarbetrieb Groß Grenz betreut sie, unterstützt von den Mitarbeitern in der Ferkelaufzuchtanlage, seit Februar einen Versuch mit 672 Schweinen. „Wir wollen herausfinden, welchen Einfluß unterschiedliche Haltungsbedingungen auf das Schwanzbeißen haben“, erläutert die Studentin, die vor Studienbeginn eine Ausbildung als Pferdewirtin absolvierte und mehrere Jahre in ihrem Beruf gearbeitet hat.


Der Versuch wurde von Prof. Dr. Winfried Matthes von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV angeregt und konzipiert. Darin einbezogen sind vier Ferkeldurchgänge. Es wurden vier sogenannte Komfortbuchten eingerichtet. In zweien werden jeweils 18 und in den beiden anderen jeweils 22 Ferkel gehalten. Weitere Standardbuchten sind ebenfalls mit 22 Tieren belegt. Während hier die Tiere aus den üblichen Nippeltränken saufen, sind die Komfortbuchten zusätzlich mit offenen Tränken („Aqua-Level“) und mit Beschäftigungsmaterial („Bite rite“) und Strohraufen ausgestattet. Die Tiere in den Komfortbuchten erhalten in den ersten 14 Tagen nach dem Absetzen von der Sau, in der Phase, in der das Schwanzbeißen beginnt, zusätzlich „Wühlerde“ und Luzernepellets. Die Schwänze der Ferkel in den Komfortbuchten werden nicht koupiert.


Seit Versuchsbeginn hat Anika Bidmon die Untersuchungen in zwei Durchgängen mit 336 Tieren abgeschlossen. Die Ferkel wurden nach zwei, vier und sieben Wochen gewogen und wöchentlich auf Beißspuren und Nekrosen (Entzündungen) an den Schwänzen untersucht. Die Ergebnisse hat Bidmon dokumentiert.


„Rückschlüsse von den Haltungsbedingungen auf das Schwanzbeißen lassen die bisherigen Ergebnisse nur bedingt zu“, zieht die Studentin ein Zwischenfazit. Große Unterschiede sind nach Auswertung der ersten beiden Versuchsdurchgänge nicht festzustellen. „Bei geringen Differenzen sind die Zunahmen in den Komfortbuchten mit 22 Tieren am höchsten“, so Bidmon. Interessant sei, dass das Schwanzbeißen bei den Versuchstieren erst in der zweiten und dritten Woche nach dem Absetzen festzustellen war. „Die Tiere haben sich aber relativ schnell wieder eingekriegt“, hat die Studentin beobachtet. Strohraufen und Minerallecksteine hätten dazu beigetragen. Insgesamt sei das Schwanzbeißen bei den Versuchstieren relativ gering ausgeprägt, schätzt sie bei Versuchshalbzeit ein. Bis Juni sollen auch die Ergebnisse der beiden übrigen Durchgänge mit jeweils 336 Versuchstieren vorliegen. Die Daten sind die Grundlage für die Bachelorarbeit, die Anika Bidmon noch in diesem Jahr schreiben will.

Gerd Rinas

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