• 2013
  • 24.07.
  • 2013.24.07.

Auftakt nach Maß

Durchatmen bei den Landwirten im Agrarbetrieb Groß Grenz: Seit Montag ist die Gerstenernte 2013 Geschichte. „Das Korn von 170 Hektar ist geborgen. Es war ein Auftakt nach Maß“, berichtet Dr. Kathrin Naumann, Assistentin der Geschäftsführung.

Sechs Tage zuvor waren die beiden Stammfahrer Christian Schlingelhof und Denny Langer mit ihren Mähdreschern in die Gerste gestartet. „Die Witterungsverhältnisse waren sehr gut, die Fahrer haben ruhig gedroschen, es gab keinen Grund zu besonderer Eile“, so Kathrin Naumann. Mit dem Durchschnittsertrag von 76 dt/ha sind die Landwirte zufrieden. „Zwar haben wir das fünfjährige Mittel von 81 dt/ha verfehlt. Dabei ist aber ein für unsere Verhältnisse außergewöhnlich hoher Jahresertrag von 91 dt/ha zu berücksichtigen“, erläutert Naumann.

Von der Erntemenge – 1 300 Tonnen – wurden 500 t direkt an die HaGe Nord in Schwaan  vermarktet. Diese Menge war über Vorkontrakte verkauft worden. 800 t Gerste wurden in der Getreidehalle in Benitz für betriebseigenes Futter eingelagert. Weil die Gerste mit 13 bis 14 % Feuchte relativ trocken geerntet wurde, kann sie als Ganzkorn eingelagert werden. Im Unterschied zum Regensommer 2011, als das Korn geschrotet und mit Propionsäure extra konserviert werden musste.

Auch mit der Qualität des Erntegutes sind die Landwirte zufrieden. Die geringe Feuchte spart Trocknungskosten. Außerdem glänzt die Gerste mit hohen Hektolitergewichten. Kathrin Naumann ist froh darüber, dass es beim Drusch keine Verzögerungen gab.

Nach dem Gerstendrusch wird das Stroh gepresst und geborgen. „430 Rund- und 330 Quaderballen dienen als Einstreu und Grobfuttergrundlage in der Rinderfütterung bis zur Ernte 2014. „Insgesamt werden in den nächsten Wochen rund 1 200 Rund- und 400 Quaderballen gepresst“, so Naumann. Außerdem sind zwei offene Häckselstrohmieten am Feldrand angelegt worden, die ebenfalls als Futter- und später als Einstreuquelle dienen.

Wenn das Stroh geborgen ist, werden die abgeernteten Gerstenschläge mit Kalk und Pflanzennährstoffen versorgt: Das Lohnunternehmen Stotz bringt Gülle aus der Sauenanlage in Klein Grenz sowie Gärsubstrat aus der Biogasanlage in Benitz aus. Anschließend werden die Flächen für die Wiederbestellung, meist mit Winterraps, vorbereitet.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Landwirten nicht. „Als nächstes wird der Winterraps druschreif sein“, blickt Kathrin Naumann voraus. Die Ölfrucht steht auf 320 ha LF. Danach beziehungsweise parallel dazu, je nach Reife, warten Winterweizen (334 ha), Roggen (70 ha), Triticale (33 ha), Erbsen (20 ha) – und der vierte Schnitt auf dem Grünland.

Während die Mähdruschfrüchte sich in dichten, fast reifen  Beständen präsentieren, hat das Ackergras nach der Trockenheit in den vergangenen Tagen sein Wachstum eingestellt. „Auch der Mais könnte Regen gebrauchen“, sagt Kathrin Naumann. Die ganze Konzentration der Landwirte gilt in den nächsten Tagen Raps und Weizen. „Für Sonntag sind Gewitter angesagt. Aber so schlimm kann‘s nicht werden“, macht sich Kathrin Naumann mit Blick auf den fast erntereifen Raps Mut. Bleibt es einigermaßen trocken, könnte es der Ölfrucht schon zu Wochenanfang an den Kragen gehen.

 

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