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  • 2015.21.01.

Auf Herz und Nieren

© Gerd Rinas

Beim Sichten von Unterlagen: LKV-Leistungsinspektorin Carolin Höhnerbach mit Dr. Kathrin Naumann und Elke Bruck (v. l.).

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Äußerlich wirkt Dr. Kathrin Naumann gelassen. Und doch ist eine gewisse Anspannung bei der Geschäftsführerin im Agrarbetrieb Groß Grenz zu spüren. Für diesen Freitagmorgen hat sich Carolin Höhnerbach, Leistungsinspektorin beim LKV Mecklenburg-Vorpommern, angemeldet. Im Auftrag der Wismarer Ostsee-Molkerei will sie überprüfen, ob die Groß Grenzer Milchproduzenten die Bedingungen für das QM-Hofaudit erfüllen. „Das Zertifikat ist die Voraussetzung dafür, dass wir unsere Milch an die Ostsee-Molkerei vermarkten können. Es hängt einiges von der Kontrolle ab“, erläutert Dr. Naumann.

 

Freundlich, aber bestimmt, fordert Höhnerbach zunächst verschiedenste Dokumente an: Lieferscheine über Futtermittelzukäufe, Rechnungen, Rationsberechnungen, Nährstoffanalysen, Belege über Arzneimittelabgaben, Tierbestandsregister der vergangenen sechs Monate. Die Inspektorin arbeitet einen fünfseitigen Katalog mit 50 Fragen ab. Keine bleibt ohne Antwort, Höhnerbach erhält alle notwendigen Informationen.

 

Im Agrarbetrieb Groß Grenz hat man sich auf diesen Termin sorgfältig vorbereitet. „Für Belege und andere Dokumente haben wir vor Jahren einen Raum als Archiv eingerichtet, um alles griffbereit zu haben. Mittlerweile platzt es aus allen Nähten“, berichtet Geschäftsführer Rainer Tschirner. Nach gut einer Stunde ist die Prüfung der Unterlagen beendet. Danach schaut sich Höhnerbach in sämtlichen Produktionsbereichen um, begutachtet Kälber-, Jungrinder- und Milchviehstall, Futtersilos, Kraftfutterlager, Milchtanks und Melkstand. Die Inspektorin lobt die sehr gute Eutergesundheit und die Wärmedecken für die Kälber. Nach etwa drei Stunden Prüfung „auf Herz und Nieren“ wertet sie die Kontrolle aus. Von 66 erreichbaren Punkten hat sie 65 vergeben. „Die Tiere haben hier optimale Bedingungen, die Voraussetzungen, Qualitätsmilch zu produzieren, sind sehr gut“, fasst die Inspektorin zusammen. Die Anspannung bei Dr. Naumann ist verflogen. „Schön, wenn man als Landwirt auch einmal gelobt wird“, freut sich die Geschäftsführerin.

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