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  • 2018.10.01.

2017 – ein gutes, aber anstrengendes Jahr

© Gerd Rinas

Nach 2016 enttäuschte der Raps auch im vorigen Jahr mit einem durchschnittlichen Ertrag von 31 dt/ha.

Wenn Dr. Kathrin Naumann eine Bilanz der vergangenen zwölf Monate zieht, fällt ihr Urteil positiver aus als im Januar 2016. „2017 war für uns ein gutes, aber sehr anstrengendes Jahr. Gut, weil die Wirtschaftlichkeit dank höherer Verkaufserlöse für Milch und Mastschweine besser war als im Jahr zuvor. Sehr anstrengend, weil die Witterung und die Personalsituation uns viel abverlangten. Letztlich wurde es ein gutes Jahr, weil alle mitzogen“, so die Geschäftsführerin der GGAB Agrarbetrieb Groß Grenz GmbH.

„Im Ackerbau hat uns die Wintergerste viel Freude gemacht“, so Naumann. Mit 92 dt/ha wurde das langjährige Mittel um zwölf Dezitonnen übertroffen. „80 dt/ha Winterweizen waren ein etwas unterdurchschnittliches Ergebnis, 74 dt/ha Roggen blieben leicht unter dem mehrjährigen Mittel.“ Für große Enttäuschung sorgte zum zweiten Mal nacheinander der Winterraps. „Nach 23 dt/ha 2016 droschen wir im vorigen Sommer 31 dt/ha. Im langjährigen Mittel kommen wir auf über 40. Seitdem die Beize weg ist, ist der Rapsanbau deutlich unsicherer geworden“, sagt Naumann. Wenn früher Schadschwellen erreicht wurden, hielten sich die Landwirte mit Insektizidanwendungen manchmal auch zurück. Das geht nun nicht mehr, weil die Schäden ohne Gegenmaßnahmen in kurzer Zeit nicht mehr zu beherrschen sind.

„Wir haben im vorigen Herbst noch einmal 300 ha, etwa ein Viertel unserer Anbaufläche, mit Winterraps bestellt. Sollte der Ertrag 2018 wieder stark hinter den Erwartungen zurückbleiben, werden wir den Rapsanbau einschränken müssen“, kündigte Naumann an.

Zufrieden waren die Landwirte 2017 mit der Milchproduktion. Mit 12.042 kg pro Kuh erreichten sie im LKV-Jahr 2016/17 wieder eine hohe Leistung. Auch die Auszahlungspreise stiegen nach der rasanten Talfahrt (Wirtschaftsjahr 2015/16 durchschnittlich 24,2 ct/kg, 2016/17 (31,2 ct/kg) bis Oktober 2017 auf 38 ct/kg. Seitdem geht es wieder bergab. Die höheren Preise reichten aber bei weitem nicht aus, um die Verluste aus der Milchmarktkrise auszugleichen.

Weitergeführt werden soll 2018 die Sanierung der Drainagen. © Gerd RinasIn der Schweinehaltung wirkt sich die Umstellung in der Genetik positiv aus. Dafür sprechen mehr als 13 lebend geborene Ferkel je Sau und Jahr und höhere Tageszunahmen. Allerdings wird dies von der Marktentwicklung konterkariert. „Die Preise fielen im Dezember auf 1,40 €/kg Schlachtgewicht. Im Schnitt der Wirtschaftsjahre 2010 bis 2017 kamen wir auf 1,55 €/kg. 2017 war das Ergebnis positiv, die Investitionen in Stalleinrichtung und Tierwohl haben wir aber nicht herausbekommen“, so die Geschäftsführerin. Ab Juni 2018 nimmt der Betrieb mit 420 Sauen und 3.100 Mastschweinen an der Initiative Tierwohl teil. Die Landwirte sehen darin eine Möglichkeit, ihre Anstrengungen endlich vergütet zu bekommen.

Einmal mehr hat sich die Biogasproduktion 2016/2017 als sicheres Standbein erwiesen. Allerdings hat die Anlage mit einer Kapazität von 150 kW nur einen geringen Anteil an den Gesamteinnahmen. Die Aussichten für 2017/18 werden von den sich abzeichnenden Milchauszahlungspreisen beeinträchtigt. „Wir planen Investitionen im Umfang von rund 500 000 € in die Verwertung von Gülle und Gärrest, Transporttechnik, die Optimierung von Lüftungs- sowie Fütterungstechnik in der Sauenanlage, die Drainagesanierung sowie die Milchtankstelle. Bei den Arbeiten werden wie bisher Firmen aus der Region zum Zuge kommen“, so Geschäftsführerin Naumann.

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