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  • 2017.21.06.

Versuch macht klug

© Harald Lütkemeier

Rund zwei Dutzend Landwirte sahen sich die Demonstrationsflächen auf den Feldern des Landwirtschaftsbetriebes Pitschke in Gerbitz an, hier mit E-Winterweizensorten.

Bildergalerie: Versuch macht klug


Gut zwei Dutzend Berufskollegen folgten am Montag der Einladung von Matthias Pitschke zum Feldtag nach Gerbitz. Der Landwirt hatte zusammen mit der KWS Saat AG und weiteren Züchterhäusern Sortendemonstrationen von Getreide und Raps ins Feld gestellt. Diese sollten nun gemeinsam angeschaut und ausgewertet werden. Begutachtet wurde zunächst der Winterraps auf dem Schlag „Dammfeld oben“ (Größe 38,5 ha, 70 Bodenpunkte). Dort wuchsen 21 Sorten von neun Züchterhäusern nebeneinander.

Dem Gastgeber standen mit André Schmidt und Katrin Thodte (beide KWS), Frank Heinrich (Limagrain) sowie Dana Kurth (Caussade Saaten) vier Firmenberater zur Seite, die die Eigenschaften der Sorten eingehend, sehr sachkundig und objektiv erläuterten.

Matthias Pitschke steuerte wichtige Einzelheiten zu Anbautechnik, Düngung, Unkrautbekämpfung und Pflanzenschutz sowie persönliche Erfahrungen bei, sodass sich in der Runde alsbald ein reger Austausch entwickelte, was das Ziel dieses Feldtages war. Aus den Gesprächen waren auch die Sorgen um die Bestandsentwicklung aufgrund der vorangegangenen Trockenperiode noch einmal zu hören. Allgemein überraschten dann aber doch die optisch sehr ordentlichen Rapsbestände. Für eine Ernteprognose sei es jedoch zu früh, waren sich die Praktiker einig. Kornertrag, Ölgehalt, Standfestigkeit, Abreifegrad sowie die Platzfestigkeit der Schoten wurden bei den verschiedenen Rapssorten diskutiert und von den Landwirten aus eigener Erfahrung kritisch hinterfragt.

Nach der Ölfrucht erfolgte die Begutachtung der Getreideversuche auf dem Schlag „An der Fabrik“ (7,44 ha, 85 BP). Beim Winterweizen betonte André Schmidt die rechtzeitige mehrfache Fungizidbehandlung gegen den verstärkt auftretenden Gelbrost sowie Maßnahmen gegen die Hauptkrankheit Septoria. Diskutiert wurden auch die möglichen Auswirkungen der neuen Düngeverordnung auf die Erzeugung von Qualitätsweizen. Ob durch die Begrenzung der Stickstoffdüngung die Proteingehalte im Korn wesentlich sinken und damit geringere Qualitätsstufen erreicht werden, bleibt abzuwarten. Für die Bauern sind die Getreidepreise entscheidend.

Schmidt stellte neben E- und B-Weizensorten im vorzüglichen Bestand den Hybridroggen KWS Binntto vor, der sich durch hohe Halmstabilität und sehr starkes Ertragspotenzial empfiehlt. Letzterer eignet sich auch auf besseren Böden als eine Alternative, wenn der Verkaufserlös stimmt bzw. ein Einsatz als preiswertes Futter in der Tierhaltung möglich ist.

Bei der Gerste wurden neben mehrzeiligen auch zweizeilige Hochertragssorten vorgestellt. Matthias Pitschke berichtete von guten Erfahrungen mit zweizeiligen Gersten auf seinen leichteren Böden um Sachsendorf, besonders bei Trockenheit. Die Wintergerstenbestände waren schon weit abgereift, mit einem baldigen Erntebeginn ist zu rechnen.

Der Feldtag klang schließlich mit einem gemeinsamen Mittagessen auf dem Hof von Matthias Pitschke aus, das Lebensgefährtin Andrea Voigt und Mitarbeiter André Stephan vorbereitet hatten. Es gab Leckeres vom Grill und – wie es sich für einen Kartoffelanbauer gehört –  neue (Pell) Kartoffeln mit Quark.

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