• 2017
  • 26.07.
  • 2017.26.07.

Regen unterbricht die Ernte der Druschfrüchte

Mähdrescher auf Winterweizenfeld

Weizendrusch © Detlef Finger

Winterweichweizen konnte Landwirt Matthias Pitschke bislang erst an einem einzigen Tag dreschen. Für kurze Zeit übernahm am 18. Juli seine Lebensgefährtin Andrea Voigt das Steuer der Erntemaschine.

Vor fast vier Wochen ist Landwirt Matthias Pitschke in die Getreideernte gestartet. Am 4. Juli – auf den Tag genau wie im vergangenen Jahr – holte er auf einem Schlag bei Sachsendorf die erste Wintergerste vom Halm. Der Hektarertrag von geschätztean gut sechs Tonnen Korn auf dem 30er Sandboden stimmte den Landwirt optimistisch, vor allem für seine besseren Böden rund um Gerbitz.

»Bildergalerie: Regen unterbricht die Ernte

Die Erwartungen erfüllten sich indes nicht. Die schon drei Tage später abgeschlossene Mahd der frühesten Getreideart auf insgesamt rund 40 ha Fläche brachte auch auf den Lößstandorten lediglich zwischen 65 bis 70 dt/ha. Auf dem Sachsendorfer Sand lagen die Werte laut den Abrechnungsprotokollen zwischen 40 bis 60 dt.

Frühjahrs- bzw. Frühsommertrockenheit haben bei der Wintergerste offenbar eine bessere Ernte auf den Praxisschlägen im Betrieb verhindert. In seiner Sortendemonstrationsanlage konnte der 49-Jährige immerhin Erträge von 82 bis 91 dt/ha bei Hektolitergewichten zwischen 63 bis 68 kg und Kleinkornanteilen von ein bis über sechs Prozent verzeichnen.

Hoffen auf den Weizen

Nun hofft der Betriebsleiter auf ein besseres Gesamtergebnis beim Winterweizen. In der Sortendemo droschen die vier KWS-Sorten zwischen 87 bis gut 99 dt/ha. „Für den Weizen könnten die Niederschläge gepasst haben“, mutmaßt Pitschke. Im April und Mai waren in Gerbitz ca. 30 mm Niederschlag gefallen, im Juni 49 mm. Die unbeständige Witterung im Juli – bis Sonntag standen bereits 52 mm Regen zu Buche, die sich auf zwölf Tage (!) verteilten – bereitet dem Landwirt allerdings Sorgen. Nach dem Start der Weizenernte am 18. Juli ging es hier nicht mehr weiter. Kaum fünf Hektar waren am vergangenen Dienstag „gefallen“. Am Mittwoch voriger Woche wechselte Pitschke in den Winterraps. Auch am Freitagnachmittag konnte er mit dem Mähdrescher nochmal in die Ölfrucht, die damit von etwa 40 der insgesamt 90 ha geborgen ist. Mit lediglich um die 30 dt/ha sind auch die Rapserträge alles andere als berauschend.

Durum muss vom Feld

Ein Gewitterschauer am Morgen mit zwölf Millimeter Regen bescherte für den Sonntag Ruhe. Am Montagnachmittag saß Matthias Pitschke dann aber schon wieder auf dem „Bock“. Wegen des für diese Woche in den Wetterberichten angekündigten Dauerregens machte sich der Landwirt mit seiner Erntemaschine zügig über die 15 ha Durum her. „Wenn der reife Hartweizen noch einmal einregnet, dann ist die Qualität hin und das Korn besitzt nur noch Futterwert“, begründet der Praktiker den Entscheidungsdruck. Matthias Pitschke nahm deshalb sogar eine leicht höhere Kornfeuchte in Kauf. Es gelang ihm, den Durum bis auf zwei Hektar einzufahren, denn gegen 15.30 Uhr setzte der Regen vor Ort schon wieder ein.

Für alle nachfolgenden Arbeiten einschließlich der Rapsaussaat zur Ernte 2018 sind die Bodenbedingungen freilich günstig. „Für die Ernte von Raps und Getreide können wir so ein Wetter allerdings überhaupt nicht gebrauchen“, sagt Matthias Pitschke.

 

 

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