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  • 2016.22.04.

Kartoffeln: Sieben Sorten im Feld

Kartoffellegemaschine auf Feld

Legemaschine © Detlef Finger

Die Legemaschine fasst zwischen zwei bis zweieinhalb Tonnen Kartoffeln und legt diese in vier Reihen in die Dämme ab.

Der Grundstein, oder besser gesagt: die Saat für die nächste Kartoffelernte im Betrieb von Matthias Pitschke in Gerbitz im Salzlandkreis ist gelegt. Vorige Woche war Pitschkes Mitarbeiter Helmut Wehr von Montag bis Mittwoch damit beschäftigt, die Pflanzknollen mit der vierreihigen Becherlegemaschine auf dem zuvor gegrubberten Acker am Ortsrand in den Boden zu bringen. Am letzten Tag lernte der 63-jährige Landmaschinen- und Traktorenschlosser, der Ende April in den Ruhestand gehen wird, dabei gleich seinen Nachfolger, André Stephan, im Umgang mit dem Spezialgerät an. Der 28-Jährige wird Betriebsleiter Matthias Pitschke ab 1. Mai bei den Feldarbeiten unterstützen.

» Zu Bildergalerie: Sieben Sorten Kartoffeln


Auf rund 15 ha Fläche baut der Diplomlandwirt Kartoffeln an. Sieben Sorten wachsen nun in den Dämmen mit 75 cm Reihenabstand heran: je zwei festkochende (Anuschka, Ballerina), vorwiegend festkochende (Laura, Toscana) und mehlige (Adretta, Talent) sowie die frühe Solist – jeweils auf 2 bis 2,5 ha. Letztere wurde bereits Mitte März als vorgekeimtes Pflanzgut in die im Herbst vorgeformten Dämme gelegt und mit Vlies abgedeckt. Ab Ende Mai schon will Bauer Pitschke neuerntige Ware verkaufen.

„Hinzu kommen in geringem Umfang ein paar neue Sorten zum Ausprobieren und vier Exoten“, sagt der Landwirt zum Anbauspektrum. Die Hackfrucht nimmt nur fünf Prozent der rund 290 ha Ackerland des Betriebes ein. Die Knollen bestimmen aber mehr oder minder den Arbeitsalltag auf dem Hof in der Dorfmitte, wo sich neben dem Kartoffellager auch der Hofladen von Pitschkes Lebensgefährtin Andrea Voigt befindet (mehr zum Betrieb auf S. 14).

Auf dem Betriebshof wird auch der Vorratsbehälter der Kartoffellegemaschine befüllt. Zwei Bigbags, also etwa zwei bis zweieinhalb Tonnen Pflanzgut, fasst der Kippbunker. Das Gerät ist zudem mit einem Anbausatz zur Flüssigbeizung der Knollen direkt beim Legen ausgerüstet. Während also Wehr und Stephan das Kartoffelpflanzen erledigten, kümmerte sich der Betriebsleiter neben der notwendigen Büroarbeit um den Pflanzenschutz im Getreide.

Am vergangenen Mittwochnachmittag zum Beispiel war Matthias Pitschke mit Schlepper und Anhängefeldspritze (27 m Arbeitsbreite, 4 000-Liter-Tank) auf einem seiner Schläge in Dorfnähe unterwegs, auf dem er für das Züchterhaus KWS Lochow eine Sortendemonstration für Wintergerste und Winterroggen angelegt hat. Die Bestände behandelte er mit einem Wachstumsregulator zur Halmverkürzung und Verbesserung der Standfestigkeit. Als Mischungspartner hatte Pitschke einen Flüssigblattdünger und Bittersalz zugefügt, um die Pflanzen zusätzlich mit den Nährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium und Schwefel zu versorgen.

Im Anschluss behandelte der Landwirt einen 15-ha-Schlag Winterweizen mit einem anderen Wachstumsreglerpräparat. Das Ansetzen der Spritzbrühe erledigt Pitschke ebenfalls auf seinem Betriebshof. Dort befindet sich das Pflanzenschutzmittellager und steht ein großer Tankanhänger als Wasservorratsbehälter. Mit der gefüllten Spritze geht es dann hinaus auf die umliegenden Felder.

Themen: Kartoffeln
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