• 2016
  • 29.06.
  • 2016.29.06.

Feldtag bei Bauer Pitschke

© Detlef Finger

Die Teilnehmer des Feldtages begannen ihre Besichtigungstour am Ortsrand an der Streifenanlage mit den drei Wintergerstensorten.

Bildergalerie: Feldtag bei Bauer Pitschke

Gut ein Dutzend Berufskollegen waren der Einladung von Matthias Pitschke zum Feldtag am 17. Juni nach Gerbitz gefolgt. Der Landwirt hatte zusammen mit der KWS Saat AG und weiteren Züchterhäusern Sortendemonstrationen von Getreide und Raps ins Feld gestellt. Diese sollten nun gemeinsam angeschaut und ausgewertet werden. Fast wäre die Besichtigung sprichwörtlich ins Wasser gefallen, denn in der Nacht hatte ein Landregen eingesetzt, der immerhin zehn Millimeter Niederschlag bringen sollte. Pünktlich zur Abfahrt auf die Äcker hörte es dann jedoch auf zu regnen.

Zunächst wurde auf dem Schlag „Hinter dem Dorf“, einem 80er Standort mit Kiesunterlage, das Getreide begutachtet: drei mehrzeilige und eine zweizeilige Wintergerstensorte, drei Hybridroggen sowie fünf Winterweizen, darunter je eine E- und eine A-Sorte sowie drei B-Weizen.

 

Reger Austausch

Dem gastgebenden Landwirt standen mit André Schmidt und Katrin Thodte (beide KWS) sowie Dana Kurth (Caussade Saaten GmbH) drei Firmenberater zur Seite, die die Eigenschaften der Sorten eingehend und ehrlich erläuterten. Pitschke steuerte Einzelheiten zur Anbautechnik sowie persönliche Erfahrungen bei, sodass sich in der Runde alsbald ein reger Erfahrungsaustausch entwickelte, was das Ziel dieses Feldtages war. Den Gesprächen war zu entnehmen, dass in diesem Jahr vornehmlich Zwergrost relevant in der Wintergerste war, die sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund der vorangegangenen langen Trockenphase schon in der Abreife befand und teils Trockenschäden aufwies.

Matthias Pitschke berichtete, dass er auf seinen leichteren Böden um Sachsendorf mit zweizeiligen Gersten gute Erfahrungen gemacht hat. Diese lägen in Normaljahren ertraglich zwar unter den mehrzeiligen, kämen aber mit Trockenheit besser zurecht und hätten dann aufgrund der besseren Kornausbildung ein höheres Hektolitergewicht, welches für die Bezahlung entscheidend sei.

Beim Roggen wurde auf die witterungsbedingte Gefahr des Auftretens von Mutterkorn hingewiesen. Die Praktiker sahen im Hybridroggen auch auf guten Böden eine Alternative, wenn der Verkaufserlös stimmt bzw. ein Einsatz als preiswertes Futter in der eigenen Tierhaltung möglich ist. Voraussetzung sei allerdings ein hoher Kornertrag, der 100 dt/ha und mehr erreichen könne – „wenn die Düngung nicht zu knapp ist“, wie Matthias Pitschke anmerkte.

 

Bedenken beim Weizen

Beim Winterweizen sagte André Schmidt, der Gelbrost habe sich in dieser Kultur inzwischen zur Hauptkrankheit entwickelt. Bereits beim Sichtbarwerden erster einzelner Pusteln müsse eine Fungizidbehandlung erfolgen, anderenfalls sei es schon zu spät.

Diskutiert wurden auch mögliche Auswirkungen der novellierten Düngeverordnung auf die Erzeugung von Qualitätsweizen. Durch die Begrenzung der Stickstoffdüngung würden die Proteingehalte im Korn sinken. Die Folge, so die Befürchtung, wäre ein Abfallen der Weizensorten um jeweils eine Qualitätsstufe. Damit könnte der Osten Deutschlands seine Stellung als Produzent von Aufmischweizen einbüßen.

Im Anschluss wurde auf einem Schlag auf der anderen Seite des Dorfes die Rapsdemonstration besichtigt. Hier standen gleich 17 Sorten von zehn verschiedenen Züchterhäusern nebeneinander.

Der Feldtag klang mit einem gemeinsamen Mittagessen auf dem Hof von Matthias Pitschke aus, das Lebensgefährtin Andrea Voigt und Mitarbeiter André Stephan vorbereitet hatten. Es gab Leckeres vom Grill und – wie es sich für einen Kartoffelanbauer gehört – neue (Pell)Kartoffeln mit Quark.

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