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  • 07.09.
  • 2016.07.09.

Dürre behindert Rodung

© Detlef Finger

Landwirt Matthias Pitschke vermarktet seine Kartoffeln in Pappboxen und Papiertüten mit je 2,5 Kilogramm Inhalt sowie als Sackware

Bildergalerie: Dürre behindert Rodung

Die Ernte der Speisefrühkartoffeln, die Anfang Juni begann, hat Matthias Pitschke vor vier Wochen abgeschlossen. Der Landwirt aus Gerbitz im Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt) hatte für die zeitige Versorgung seiner Kunden auf zweieinhalb von rund 15 Hektar Kartoffelfläche die frühe, vorwiegend festkochende Sorte Solist unter Vlies angebaut. Mitte August ist der Diplomlandwirt nun auf die mittelfrühe, vorwiegend festkochende Sorte Wendy umgestiegen. Daneben werden als Anschlusssorten auch die mehlig kochende Adretta und die festkochende Anuschka gerodet.

Die Voraussetzungen dafür sind allerdings momentan äußerst ungünstig. Anfang August hatte es in Gerbitz die letzten ergiebigeren Niederschläge, gut 20 Millimeter, gegeben. Seither haben Sonne und Wind bei zuletzt hochsommerlichen Temperaturen den Boden ausgedörrt. „Der Oberboden ist bis in eine Tiefe von mehr als einem halben Meter total ausgetrocknet“, weiß der 48-Jährige.

Um „halbwegs vernünftige“ Bedingungen für die Kartoffelernte zu haben, sei Regen dringend nötig. Die vier Millimeter vom vergangenen Sonntag hätten diesbezüglich keine Entspannung gebracht. Lediglich für die auflaufende neue Rapssaat werde der geringe Niederschlag ausreichen, um die Pflanzen „durchzubringen“, schätzt Pitschke ein. Die Ölsaat hatte der Landwirt in der 34. Kalenderwoche binnen vier Tagen auf rund 90 Hektar Fläche gedrillt. Vorfrüchte waren Wintergerste und Winterweizen. Nach zweimaliger Stoppelbearbeitung mit dem Grubber kam für die Saatbeetbereitung und Bestellung das Kombigerät Cirrus 3002 von Amazone zum Einsatz.

Der Betriebsleiter ist vor allem deshalb ob der fehlenden Bodenfeuchte besorgt, weil ab der 38. Kalenderwoche, also schon in knapp anderthalb Wochen, die Einkellerung beginnt, wenn die Edeka als sein Vermarktungspartner eine entsprechende Aktion starten sollte. „Die Kartoffeln müssten vorher aber schon zehn Tage im Lager stehen, um zu sehen, ob die Qualität in Ordnung ist“, zeigt der Landwirt die immer knapper werdende Zeit auf.

Für die Einkellerung wird auf Pitschkes Betrieb an mindestens zwei Tagen in der Woche gerodet. Die Knollen werden nach der Enterdung mit entsprechender Reinigungstechnik in Paletten eingelagert und später dann sortiert und abgepackt – für die Winterbevorratung auch in 25-Kilo-Säcken.

Etwa 40 bis 50 Tonnen Kartoffeln will Matthias Pitschke vor dem Hoffest am 1. Oktober, das von 10 bis 16 Uhr auf seinem Hof in der Ortsmitte von Gerbitz stattfindet, dafür aus dem Boden holen. Danach sollen weitere ca. 150 Tonnen Kartoffeln für andere Kunden aus der Erde kommen, bevor anschließend Wintergerste und Winterweizen gesät werden.

Zum traditionellen Hoffest am ersten Oktobersamstag, mit dem in diesem Jahr gleichzeitig das 25-jährige Bestehen des Betriebes begangen wird, werden wieder etwa 2.500 bis 3.000 Besucher erwartet. Diese können in der Zeit von 10.30 bis 13 Uhr die verschiedenen Kartoffelsorten mit leckerem selbstgemachtem Quark verkosten und die Knollen im Hofladen auch erwerben. Auf einem Bauernmarkt werden sich zudem auch andere Direktvermarkter mit ihren Produkten präsentieren.

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