• 2016
  • 03.08.
  • 2016.03.08.

Druschfrüchte sind fast vom Feld

Mähdrescher (Claas) auf dem Feld beim dreschen.

Wintergerste © Detlef Finger

Die Wintergerste wurde im Betrieb von Matthias Pitschke bereits in den ersten Julitagen vom Acker geborgen.

Druschfrüchte sind fast vom Feld

Landwirt Matthias Pitschke zieht eine erste Bilanz zur Ernte von Getreide und Raps: gute Qualitäten, mittlere Erträge, schlechte Preise.

Die Mahd der Druschfrüchte war im Betrieb von Matthias Pitschke zu Wochenbeginn weit fortgeschritten. Am Montag standen bei ihm in Gerbitz im Salzlandkreis noch 50 ha Weizen auf dem Halm. „Noch zwei, drei Druschtage, dann bin ich damit durch“, sagte der Diplomlandwirt. Vorige Woche gab es die erste witterungsbedingte Unterbrechung, nachdem – über mehrere Tage verteilt – rund 27 mm Niederschlag gefallen waren, die der Betriebsleiter so sehr herbei gesehnt hatte. Doch dazu später mehr.

Die Ernte begann am 4. Juli. Innerhalb von drei Tagen brachte Pitschke die Wintergerste von rund 30 ha ein. Ab 8. Juli folgten fünf Druschtage im Winterraps, der auf 90 ha stand. Lediglich auf einem Schlag war die Ölfrucht noch nicht reif. Dieser wurde am Dienstag voriger Woche abgeerntet. Mitte Juli begann schließlich der Drusch der rund 80 ha Winterweizen. Zwischenzeitlich kamen auch jeweils 15 ha Winterdurum bzw. Dinkel unters Messer. Die Kornfeuchten beim Getreide lagen zwischen zirka 11 und 13 %.

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Mit den Qualitäten, etwa dem Hektolitergewicht der Gerste und dem Ölgehalt des Rapses, ist der 48-Jährige sehr zufrieden. „Das passt durchweg“, meint der Betriebsleiter. „Allerdings fehlt es an der Masse“, schiebt er sogleich nach. Die lange Trockenheit im April und Mai, die ab Mitte Juni ihre Fortsetzung fand, hat sich ertraglich deutlich ausgewirkt. Der zwar gute Standort um Gerbitz (Löß, Ackerzahl 70 bis 90) weist im Unterboden eine Kiesschicht auf und kommt deshalb nach vier Wochen Trockenheit an seine Grenzen, weiß der Praktiker.

Dort, wo die Wasserführung im Boden noch halbwegs stimmte, liegen die Ergebnisse im Durchschnitt zehn Prozent bzw. fünf, sechs Dezitonnen je Hektar unter den Vorjahreswerten, ansonsten sind sie noch deutlich geringer.
Zu Buche stehen bei der Wintergerste im Mittel etwa 75 dt/ha (sonst um die 90 dt/ha), beim Winterweichweizen 80 dt/ha (sonst 85 dt/ha), beim Winterraps 40 bis 45 dt/ha in Gerbitz sowie 30 dt/ha in Sachsendorf (sonst + 5 dt/ha). Der Durum, mit „Luxusvorfrucht“ Kartoffeln, brachte knapp über 70 dt/ha. „Das war schon super“, freut sich Pitschke, „ansonsten ist es aber eine eher mittlere Ernte.“

Wenig erfreulich sind die Preise für das Erntegut, das der Landwirt ausschließlich direkt ab Feld vermarktet. Bei vorkontraktierter Ware erlöst er je Doppelzentner 14 € für die Gerste, 17 bzw. 14,50 € für den Weizen und 34 bis 36 € für den Raps. Einzig bei der Ölsaat erreicht freie Ware aktuell ebenfalls dieses Preisniveau. Gerste und Weizen fallen hier mit 11 € bzw. 13 bis 13,50 € dagegen deutlich ab.

Sorgen bereitete Pitschke bis Anfang voriger Woche auch die andauernde Trockenheit – vor allem wegen der Kartoffeln. Nach den 15 mm Regen in der Nacht auf den 17. Juni, an dem auf seinem Hof der traditionelle Feldtag mit Besichtigung der Sortendemonstrationen zu Wintergerste, Winterweizen, Hybridroggen und Raps stattfand (siehe BauernZeitung 26/2016, S. 5), hatte es fünfeinhalb Wochen keinen nennenswerten Niederschlag mehr gegeben.
Die Rodung der vier, fünf Tonnen Knollen, die er wöchentlich vermarktet, gestaltete sich wegen des ausgedörrten Bodens deshalb extrem schwierig. Die beiden in Teilzeit beschäftigten Mitarbeiter, die auf dem einreihigen Roder Erdbesatz und gegebenenfalls Steine aussortieren, hatten angesichts „kinderkopfgroßer Kluten“ alle Hände voll zu tun. „Gottseidank kam nun Regen“, sagt Pitschke.

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