• 2016
  • 26.05.
  • 2016.26.05.

Das Wasser fehlt

© Detlef Finger

Landwirt Matthias Pitschke hat seine unter Vlies aufgelaufenen Frühkartoffeln der Sorte Solist am Dienstag nach Pfingsten abgedeckt und die Pflanzen danach übers Blatt mit Nährstoffen versorgt.

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Landwirt Matthias Pitschke hatte in der vergangenen Woche an allen Tagen auf seinem Kartoffelacker am Ortsrand von Gerbitz zu tun. Am Dienstag nahm er zusammen mit seinem Mitarbeiter André Stephan das Vlies von den Kartoffelreihen, unter denen sich die Stauden der Mitte März gepflanzten frühen Sorte Solist gut entwickelt haben.

„Wir haben die Eisheiligen noch abgewartet. Es wäre fatal, wenn uns Nachtfröste den Bestand zunichtemachen würden“, sagt der Diplomlandwirt. Nach den zuletzt höheren Tagestemperaturen war es nun erforderlich geworden, die Abdeckung zu entfernen, um Hitze- und Trockenstress oder gar Verbrennungen an den Kartoffelstauden zu vermeiden.

 

Erhoffter Regen kam

An einigen Pflanzen zeigen sich erste Blüten. „Ein Zeichen dafür, dass der Knollenansatz da ist“, so Pitschke. Die Tochterknollen seien jetzt etwa taubeneigroß – zu wenig allerdings, um das ursprünglich avisierte Ziel, ab Ende Mai erste Frühkartoffeln vermarkten zu können, zu erreichen. „Es fehlt einfach an Wasser“, so der Landwirt. „Wenn die für Sonntag angesagten Niederschläge kommen, dann ist ein Verkaufsstart ab dem ersten Juniwochenende möglich“, blickte Pitschke am vergangenen Freitag voraus. In der Nacht vom Montag auf Dienstag kamen dann die ersehnten Niederschläge: 40 Millimeter Regen hat Pitschke auf seiner Hofstelle im Ort gemessen. Geplant ist nun, am Donnerstag kommender Woche mit der Rodung der ersten Frühkartoffeln zu beginnen.

Am Standort in Gerbitz im Salzlandkreis hatte es seit Anfang April kaum geregnet, in den beiden ersten Maidekaden waren lediglich knapp sieben Millimeter Niederschlag gefallen. Im bisherigen Jahresverlauf waren es rund 120 Millimeter. „Zu wenig“, bilanzierte Pitschke, zumal die Böden schon mit einer unzureichenden Wassersättigung aus dem Winter gekommen seien.

 

Spezielle Bestandsführung

Dem Kartoffelanbauer blieb nur, auf die Wetterprognosen zu hoffen. Und er setzte auf seine persönlichen Erfahrungen in der Bestandsführung. Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag voriger Woche hat Matthias Pitschke die Frühkartoffeln über drei aufeinanderfolgende Gaben mit einem Blattdünger (Bittersalz plus NPK-Lösung) versorgt. Dieser sollte die Vitalität der Pflanzen erhöhen und den Trockenstress vermindern. „Erfahrungsgemäß halten die Kartoffelpflanzen damit etwa fünf bis sieben Tage länger durch“, schilderte der Landwirt seine persönlichen Eindrücke. Er erwartet nun in den gedüngten Kartoffelbeständen einen ordentlichen Wachstumsschub. Die nach dem 10. April gepflanzten Kartoffelsorten laufen derzeit auf. Mitte voriger Woche erfolgte dort die erste Herbizidspritzung gegen aufkommendes Unkraut.

 

Gelbrost im Getreide

Pflanzenschutzmaßnahmen hat Pitschke in den letzten Wochen auch im Raps und im Getreide durchgeführt. In der Ölfrucht sowie in der Wintergerste und im Winterroggen erfolgte die Blüten- bzw. Ährenbehandlung mit Fungiziden. Dem Getreide machte witterungsbedingt bis dato nur der Gelbrost und das vor allem in anfälligeren Sorten zu schaffen, weswegen der Landwirt hier nur eine „preiswerte Variante“ fuhr.

Die fehlenden Niederschläge machten sich inzwischen auch im Getreide bemerkbar. Während die Wintergerste noch recht gut aussah und „ordentliche Erträge bringen könnte“, so der Betriebsleiter, habe der Winterweizen bereits reduziert. „Ohne Regen wird das allenfalls eine Durchschnittsernte“, erklärte Matthias Pitschke. Wie sich die Bestände nach den Niederschlägen entwickeln, bleibt abzuwarten.

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