• 2014
  • 08.07.
  • 2014.08.07.

Wintergerste ist vom Halm

© Detlef Finger

Binnen viereinhalb Tagen wurde in der Agrargenossenschaft Löberitz die Wintergerste von rund 425 Hektar Anbaufläche gedroschen.

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Andreas Hänsch ist zufrieden: Das Ziel, die Wintergerste von rund 425 Hektar vor dem angekündigten Wetterumschwung komplett einzufahren, ist geschafft. Montagmittag drehten die vier Mähdrescher der Agrargenossenschaft Löberitz auf einem Schlag bei Salzfurtkapelle die letzten Runden in der frühesten Getreideart. „Wir haben am Donnerstag voriger Woche angefangen und konnten seither zügig ernten“, sagt der Produktionsleiter. „Die Witterung hat gepasst. Da wir keinen Tau hatten, ging es abends sogar teilweise bis kurz vor Mitternacht“. Es habe die Gefahr bestanden, dass die Gerstenähren bei Starkregen oder Wind abknicken, weil das Stroh durch die zwischenzeitlich heiße Witterung sehr mürbe war, erläutert der Feldbauchef. Die Folge  wären höhere Vorernteverluste.

Vorkontrakte abgeschlossen

Die Gerstenähren waren ausgereift und trocken. Die Kornfeuchten lagen zwischen 10 bis 13 Prozent. „Eigentlich schon fast zu trocken“, meint Hänsch unter Verweis auf die Basisfeuchte von 15 Prozent. Lediglich auf den Schlägen an der Fuhne war das Stroh in den Wintergerstebeständen zum Teil noch etwas grün und erschwerte den Drusch. Das Korn indes war auch hier ohne Trocknung lagerfähig.

Das Erntegut wurde an verschiedene Abnehmer geliefert, so die Roth Agrarhandel GmbH in Zörbig, an die Weiterer Landhandel GmbH und die Agrar Handelsgesellschaft Salzfurtkapelle mbH & Co. KG. Durch den Abschluss von Vorkontrakten über Teile der Gerstenernte konnte sich die Genossenschaft zufriedenstellende Erlöse sichern, zumal die Preise mit dem Erntestart erwartungsgemäß purzelten. Zum Teil wurde Wintergerste in eigenen Hallen des Betriebes eingelagert für den freien Verkauf.

Überdurchschnittlicher Ertrag

Mit dem Naturalertrag ist Andreas Hänsch sehr zufrieden. „Wir haben einen überdurchschnittlichen Ertrag, der deutlich über dem Niveau der Vorjahre liegt“, sagt der Produktionsleiter. Und das auf den leichten Standorten mit teils nur um die 30 Bodenpunkte. „Entscheidend ist nicht die Gesamtmenge an Niederschlägen, sondern dass diese zur rechten Zeit kommen“, weiß der Feldbauleiter. Erfreut ist Hänsch darüber, dass die Erntemaschinen vom Start weg gut gelaufen sind. Das sei vor allem auch ein Verdienst der umsichtigen Fahrer, betont er. Lob verteilt Hänsch auch an die sechs Abfahrer, die mit ihren Hängerzügen für einen zügigen Abtransport des geernteten Getreides sorgten.

Einen kurzzeitigen Ausfall habe es lediglich am Sonntag an einer Maschine gegeben. Ein Stein hatte die Schneidwerksbleche derart stark deformiert, dass die Teile gewechselt werden mussten, erzählt. Nachdem vom Claas-Gebietslager in Landsberg Ersatz beschafft worden war, sorgten die Mitarbeiter aus der betriebseigenen Werkstatt der Agrargenossenschaft für eine zügige Reparatur. „Da war viel Schrauberei nötig“, erzählt Hänsch. Doch die Kollegen hätten dies dennoch gut gemeistert.

Einwöchige Erntepause

Für die Löberitzer Landwirte bedeutet der Abschluss der Wintergerstenernte zunächst erst einmal eine kurze Verschnaufpause. „Bis das Nächste erntereif ist, werden abhängig vom Wetter etwa sieben bis acht Tage ins Land gehen“, schätzt der Produktionsleiter ein. Welche Kultur das genau sein wird, ob Roggen, Raps oder früher Weizen, vermochte Hänsch noch nicht endgültig zu sagen, weil jetzt alles gleichzeitig abreift.

Detlef Finger

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