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  • 30.06.
  • 2015.30.06.

Vor dem Startschuss

© Detlef Finger

Die Stammfahrern Dominik Hänsch, Sigbert Hentke, Sascha Albrecht und Steffen Eberhard steuern die vier betriebseigenen Mähdrescher der AG Löberitz.

Bildergalerie: Startschuss zur Ernte

Wenn die Witterung und die Bestandsentwicklung mitspielen, fahren an diesem Wochenende die Mähdrescher der Agrargenossenschaft Löberitz hinaus auf die Felder. Einen früheren Start schloss Produktionsleiter Andreas Hänsch heute Vormittag weitgehend aus. Zwar habe die wochenlange Trockenheit die Wintergerste zum Teil notreif werden lassen, so Hänsch, doch fänden sich in den Schlägen überall noch grüne Stellen. Am Freitag soll auf alle Fälle aber ein Probedrusch erfolgen.

Für die Feldbauabteilung des Betriebes steht damit ein weiterer Arbeitsschwerpunkt an. Insgesamt 16 Mitarbeiter sind bei der Druschfruchternte zugange: Neben den Stammfahrern Dominik Hänsch, Sigbert Hentke, Sascha Albrecht und Steffen Eberhard auf den vier betriebseigenen Mähdreschern sind das mit Dieter Mertjan, Manfred Schunke, Sebastian Berger, Martin Hartwig und Steffen Leonhardt ebenso viele Abfahrer, die das Erntegut mit Schleppern und Hängerzügen zu den Abnehmern oder in eigene Läger fahren.

Fünf Kollegen – Jörg Krause, Pascal Lippmann, Tibor Engel, Axel Hübner und wiederum Steffen Leonhardt – sorgen dann dafür, dass das Stroh gepresst, verladen, transportiert und eingelagert wird. Werkstattleiter Jörg Hecht und sein Kollege Stefan Janitza unterstützen die Erntekomplexe bei den Pflege- und Reparaturarbeiten sowie beim Umrüsten zwischen den Druschkulturen. Eckhard Scholz schließlich sorgt für den Stoppelsturz auf den abgeernteten Flächen. Die Verpflegung der Erntekräfte liegt in den Händen von Melitta Michel.

Rund 1.750 ha Druschfrüchte sind in den nächsten Wochen in der Agrargenossenschaft und ihrer Tochtergesellschaft, dem Gut Pflanzenproduktion Greppin, zu bergen, rechnet Feldbauchef Hänsch vor, davon 425 ha intergerste, 460 ha Winterraps, 210 ha Winterroggen und 553 ha Winterweizen sowie gut 95 ha Erbsen.

Die Abfolge der Mahd richte sich vor allem nach dem Reifezustand der einzelnen Kulturen und der angestrebten Qualität des Erntegutes sowie nach den geplanten Nachfrüchten, sagt Hänsch, der sich nach der letzten Bonitur der Pflanzenbestände überrascht zeigte, wie lange die Kulturen auf den besseren Standorten (in der Agrargenossenschaft sind das bereits 40er Böden) trotz des erheblichen Niederschlagsdefizits durchhalten. Für Raps, Weizen und insbesondere Roggen könnten die Regenschauer der letzten Woche, die örtlich um Löberitz, Salzfurtkapelle und Greppin zwischen 20 bis 30 mm Niederschlag brachten, durchaus noch etwas bringen, glaubt der Landwirt. In der Wintergerste könnten die für die zweite Hälfte dieser Woche angekündigten hochsommerlichen Temperaturen dafür sorgen, dass die an der Basis teils noch grünen Halme abreifen und das Stroh mürbe wird. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass an Stellen mit verdorrten Halmen nunmehr Zwiewuchs auftritt, der dann die Ernte erschwert. Andreas Hänsch, zugleich stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft, schätzt die trockenheitsbedingten Ausfälle zum Rekordvorjahr auf 20 bis 30 %, im Vergleich zum langjährigen Ertragsmittel auf zehn bis 15 %.

Vorkontrakte auf die anstehende Ernte habe die Agrargenossenschaft in diesem Jahr wegen der zuletzt recht niedrigen Erzeugerpreise nur in geringerem Umfang abgeschlossen, berichtet Andreas Hänsch. Das Erntegut werde überwiegend direkt vom Feld weg an verschiedene Abnehmer vermarktet. Ein Teil der Wintergerste gehe ebenso wie die komplette Erbsenernte an das benachbarte Mischfutterwerk in Salzfurtkapelle, der Winterroggen komme als Kosubstrat in der betriebseigenen Biogasanlage bzw. einer Biogasanlage im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen zum Einsatz. Zwischengelagert werde allenfalls ein Teil der Wintergerste, damit es keinen Stillstand beim Erntekomplex gibt, und ein Teil des Winterweizens, wenn die Preise in der Ernte zu niedrig seien. „2015 zählt jeder Euro bei den Erzeugererlösen, weil der Ertrag nicht so hoch wird“, so Hänsch.

Parallel zum Getreide wird in der Agrargenossenschaft Löberitz auch das Stroh geborgen. Für die Rinder (Fleisch-Fleckvieh und Holsteinfärsen) sollen etwa 5.000 Großballen als Einstreu und 300 Ballen als Futter in der Anlage in Salzfurtkapelle unter Dach und Fach kommen, außerdem rund 1.000 Bunde Einstreustroh für die Ferkelaufzucht in Löberitz. Hinzu kommen je nach Aufwuchs und Witterungsverlauf 500 bis 1.000 Ballen Heu für den eigenen Rinderbestand sowie für den Verkauf. Die Heubereitung auf den Fuhnewiesen steht in diesen Tagen im Unternehmen vorn an. „Durch den Hoftag Mitte Juni sind wir hier in Verzug geraten“, sagt Andreas Hänsch.

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