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Vom Kalb zur Kuh

© Detlef Finger

In den letzten Tagen ist eine neue Gruppe Kälber in die Stallungen der Agrargenossenschaft Löberitz am Standort Salzfurtkapelle eingezogen.

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Ihre eigene Milchviehhaltung hat die Agrargenossenschaft Löberitz in der letzten Milchpreiskrise aufgegeben. Um die weitläufige Stallanlage in Salzfurtkapelle dennoch weiter sinnvoll zu nutzen, begann das Unternehmen im Jahr 2008 mit der Färsenaufzucht für zunächst zwei Milchviehbetriebe. Ein Jahr später kam die Mutterkuhhaltung mit Tieren der Rasse Fleckvieh/Simmental hinzu.

 

Seit diesem Jahr sind es drei Vertragspartner – einer im Raum Halle, zwei in der Vorharzregion –, für die die Löberitzer Genossenschaft als Dienstleister Milchvieh aufzieht. „Die Kapazitäten an Stallungen und Arbeitskräften sind da“, sagt Bereichsleiter Edgar Hecht. Der durchschnittliche Bestand an Jungrindern der Rasse Holstein-Friesian beläuft sich auf 300 bis 350 Kopf. Wie Hecht erklärt, werden die Tiere als Kälber im Alter von drei bzw. fünf bis sechs Monaten (in Abhängigkeit vom Partnerbetrieb) zugekauft. Sie werden in Salzfurtkapelle aufgezogen und dann als tragende Färse wieder an die Herkunftsbetriebe verkauft.

 

„Die Färsen werden bei uns, je nach Wunsch des Milchviehbetriebes, künstlich besamt oder von einem Bullen gedeckt“, erläutert der Tierwirt. „Etwa im siebten Trächtigkeitsmonat gehen die Färsen dann in ihre Heimatbetriebe zurück. Bis zur Kalbung bleibt den Tieren dann Zeit, sich an das neue Umfeld und das dortige Fütterungsregime zu gewöhnen.“ Angestrebt werde ein Erstkalbealter zwischen 23 und 25 Monaten, sagt Hecht.

 

Die Kälber werden über das gesamte Jahr hinweg zugekauft, meist in Gruppen von 20 bis 30 Tieren. Edgar Hecht holt die Jungtiere zum Teil selbst ab. Der Rücktransport der tragenden Färsen erfolgt meist über Speditionen mit Viehtransportern.

 

Die Rinder werden in der Agrargenossenschaft in der Regel nach Herkünften und Altersklassen getrennt gehalten. „Das erleichtert den Überblick, auch wenn man jedes Einzeltier anhand der Ohrmarkennummer eindeutig identifizieren kann“, sagt Bereichsleiter Hecht. In Salzfurtkapelle steht das Milchvieh in den Ställen in geräumigen Laufboxen komplett auf Stroh. Die Kälber erhalten energiereichere Maissilage und Kraftfutter. Später wird die Fütterung auf Grassilage und Häckselstroh von Getreide und Erbsen umgestellt, damit die Rinder nicht verfetten. „Es ist wichtig, dass die tragenden Färsen in Kondition bleiben, sonst gibt es Probleme beim Kalben“, sagt der Bereichsleiter.

 

Auch an den Feiertagen gehen Hecht und seine Kollegen ihrer täglichen Arbeit im Stall nach. Die Fleischrinder und das Milchvieh sind zu füttern, außerdem ist die Gesundheit aller Tiere täglich zu kontrollieren und sind die anstehenden Geburten bei den Mutterkühen zu überwachen. Die Kontrollen führt Anlagenleiter Hecht in der Regel selbst durch. Alle anderen Arbeiten werden an Weihnachten sowie Silvester und Neujahr so aufgeteilt, dass es für jeden verträglich ist, so Hecht.

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