• 2014
  • 17.09.
  • 2014.17.09.

Viehfutter und Gärsubstrat

© Detlef Finger

Den Vorstandschef der Agrargenossenschaft Löberitz, Thomas Külz, überragen die Maispflanzen um gut einen Meter. „Dabei ist das hier noch einer unserer schwächeren Standorte“, erklärt der Betriebsleiter, der den Durchschnittsertrag auf etwa 550 Dezitonnen Grünmasse je Hektar beziffert.

Zur Bildergalerie: Viehfutter und Gärsubstrat

Das Brummen des Feldhäckslers ist schon von weitem zu hören. Zu sehen ist die Erntemaschine auf dem Maisschlag unweit des Betriebshofes in Salzfurtkapelle zunächst aber nicht. Die Maispflanzen, gut dreieinhalb bis vier Meter hoch, reichen fast bis ans Dach des Jaguar 940. Trotzdem frisst sich das Kraftpaket mit seinem Achtzylinder-V-Motor und gut 500 PS Motorleistung relativ zügig durch den dichten Pflanzenbestand. Gesteuert wird der Claas-Häcksler von Stammfahrer Dominik Hänsch.

Abfahren, verteilen, verdichten

Fünf Abfahrer sorgen dafür, dass die betriebseigene Spezialmaschine keine Stillstandzeiten hat. „Wegen der teils weiteren Wege zum Silo müssen wir so viele Transporteinheiten einsetzen“, erklärt Andreas Hänsch, Produktionsleiter der Agrargenossenschaft Löberitz. Eingelagert wird das Erntegut in einem großen Silo auf dem Gelände der Schweinezuchtanlage der Genossenschaft in Löberitz. Dort steht auch die Biogasanlage, die das landwirtschaftliche Unternehmen zusammen mit einer Partnerfirma betreibt.

Während Dieter Schmöckel, Sascha Albrecht, Steffen Leonhard, Sebastian Berger und Steffen Eberhard mit ihren Schleppern und jeweils zwei HW80-Anhängern mit speziellen Häckselgutaufbauten zwischen dem Maisschlag und der Siloanlage pendeln, sorgen Martin Hartwig und Dieter Mertjan mit ihren Traktoren mit angebautem Schiebeschild bzw. angehängter Silowalze auf dem Durchfahrsilo dafür, dass das Erntegut ordnungsgemäß verteilt und verdichtet wird.

Eigenbedarf und Substratlieferung

„Wir lagern die Maissilage in Löberitz ein, weil die Biogasanlage den weitaus größeren Verbrauch an Maissilage hat“, erklärt Produktionsleiter Hänsch. Für die Fütterung der Rinder in der Stallanlage in Salzfurtkapelle würden dagegen nur etwa zwei Anhänger Maissilage pro Woche benötigt. Vor allem die Kälber und Jungrinder, die die Löberitzer Genossenschaft für Milchviehbetriebe aufzieht, erhalten die energiereiche Silage. Die vom Grünland in der Fuhneniederung gewonnene Grassilage, die der Winterfütterung der Rinder dient (der Betrieb hält neben dem Milchjungvieh auch Fleischfleckvieh), wird indes direkt in einem Silo auf dem Gelände der Rinderanlage gelagert.

Mit dem Ertrag der Futter- und Energiepflanze ist Vorstandsvorsitzender Thomas Külz überaus zufrieden. „Wir rechnen im Durchschnitt mit etwa 550 Dezitonnen Grünmasse, das sind insgesamt rund 11.000 Tonnen Mais“, rechnet der Betriebsleiter vor. Über 400 Hektar Mais haben die Löberitzer in diesem Jahr im Feld stehen, gut die Hälfte davon ist für den Eigenbedarf. Diesen Teil der Maisflächen erntet die Genossenschaft mit ihren Mitarbeitern und eigener Technik selbst.

Rund 200 Hektar Mais hat das Agrarunternehmen zudem für die Danpower GmbH in Bitterfeld-Wolfen angebaut, die am Rande des Chemieparks der Stadt drei Biogasanlagen betreibt. Die Ernte dieser Flächen und die Einlagerung des Erntegutes in firmeneigene Silos von Danpower erfolgt über Lohnunternehmen, die vom Betreiber des Biogasparks engagiert und bezahlt werden.

Detlef Finger

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr