• 2014
  • 19.05.
  • 2014.19.05.

Simmentaler in der Fuhneaue

© Detlef Finger

Die Rinder werden in der Agrargenossenschaft Löberitz vom Team um Bereichsleiter Edgar Hecht (2. v. l.) betreut, dem ferner Frank Faßhauer, Markus Hübner und Ralf Faßhauer angehören.

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Der Bereichsleiter für die Rinderhaltung der Agrargenossenschaft Löberitz, Edgar Hecht, und sein dreiköpfiges Team sind am Montagvormittag erneut mit Vorbereitungen für den Viehaustrieb beschäftigt. In der Stallanlage in Salzfurtkapelle sortieren sie aus einer Gruppe von etwa einem Dutzend Fleischrindern der Rasse Fleckvieh-Simmental drei Mutterkühe aus, die auf dem Hof bleiben sollen. „Die Tiere haben leichte Probleme mit den Fundamenten. Da ist es besser, wenn wir sie im Stall belassen“, sagt Edgar Hecht. Würde man die Kühe jetzt mit hinaus auf die Wiesen nehmen, wäre es schwierig, sie im Bedarfsfall behandeln zu können, weiß der Fachmann.

Bevor die Fleischrinder zunächst auf eine stallnahe Weide entlassen werden, sprüht Edgar Hecht ihnen eine Lösung auf das Fell, die über die Haut in den Körper der Tiere eindringt und die Rinder sowohl gegen Ekto- als auch Endoparasiten schützt. „Auf den relativ nassen Wiesen an der Fuhne könnte es ansonsten Probleme, zum Beispiel durch Lungenwürmer, geben“, erklärt der Tierwirt. Mit dem Präparat, mit dem die Tiere im Herbst vor dem Stalleintrieb noch einmal behandelt werden, habe man im Betrieb gute Erfahrungen gemacht. Und es ist mit der Sprühpistole gut zu handhaben.

Überwiegend Stallabkalbung

Die meisten der insgesamt rund 100 Mutterkühe haben bereits im Stall gekalbt und führen ihre Nachkömmlinge bei Fuß. „Bislang sind es 87 Kälber“, weiß Edgar Hecht. Die Geburt der Jungtiere in der Anlage ermöglicht eine bessere Überwachung des Kalbeverlaufs durch die Mitarbeiter und sie erleichtert zum Beispiel auch das Fangen der Kälber zum Einziehen der Ohrmarken. „Im Freien müssen wir die Kälber mit dem Lasso fangen. Das ist bei aufgeweichten Wiesen nach Regenfällen nicht ganz einfach“, lacht Edgar Hecht.

Färsen, die zum ersten Mal gebären, lassen die Löberitzer Landwirte der leichteren Kalbigkeit wegen von einem Limousinbullen decken. „Diese Kälber gehen dann alle in die Mast“, erläutert der Bereichsleiter. Bei der zweiten Belegung kommen gekörte, genetisch hornlose Fleckviehbullen mit entsprechender Leistungs- und Rassetypvererbung in der Herde zum Deckeinsatz. Die daraus resultierenden weiblichen Simmentaler bleiben für die Reproduktion des Bestandes und die geplante Aufstockung der Herde auf etwa 150 Kühe im Betrieb, die männlichen Kälber werden im Alter von ca. einem halben Jahr als Absetzer vermarktet.

Aufteilung in drei Herden

Dass die Rinder zunächst für zwei Tage auf eine stallnahe Koppel kommen, ehe sie auf weiter entfernte Weideflächen wechseln, hat einen triftigen Grund: „Die Tiere sollen sich erstmal an den Weidegang gewöhnen und insbesondere die Kälber den Stromzaun kennenlernen“, erklärt der Bereichsleiter. Die an der ehemaligen Milchviehanlage gelegene Fläche hat eine feste Umzäunung und ist zusätzlich mit einer spannungsführenden Litze gesichert.

Der Fleischrinderbestand der Agrargenossenschaft wird in der Weideperiode auf drei Herden aufgeteilt – zwei mit Mutterkühen und eine mit Färsen. Eine erste Gruppe mit etwa 40 Großtieren wurde bereits vor knapp zwei Wochen hinaus auf die Weiden gebracht. Wegen der zuletzt ergiebigen Niederschläge, die die Wiesen durchnässten, verzögerte sich der Austrieb nun. Der zehnköpfigen Gruppe vom Montag sollten tags darauf noch einmal rund 50 Mutterkühe samt Kälbern folgen. Das Grünland des Betriebes in der Fuhneaue ist aufgrund des hohen Grundwasserstandes teilweise nicht mit Maschinen befahrbar und nur über Beweidung zu bewirtschaften, sagt Edgar Hecht.

Detlef Finger

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