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  • 13.05.
  • 2015.13.05.

Schwerpunkt Pflanzenschutz

© Detlef Finger

Die Blütenbehandlung im Winterraps wurde in der Agrargenossenschaft Löberitz in der vergangenen Woche mit der selbstfahrenden Pflanzenschutzspritze von Dammann durchgeführt.

Bildergalerie: Schwerpunkt Pflanzenschutz


Der Pflanzenschutz macht das späte Frühjahr in der Agrargenossenschaft Löberitz mit ihrer Tochter GmbH, dem Gut Greppin, und zusammen etwa 2.400 ha Marktfruchtbau zur Arbeitsspitze. Neben Aussaat der Sommerungen und Düngung sind die Kulturen gesund zu erhalten. In den auflaufenden Beständen keimen die Unkräuter. Mit steigenden Temperaturen erleben die Feldkulturen einen Wachstumsschub. Gleichzeitig stellen sich auch Schädlinge und Blattkrankheiten ein.

Für die Spezialisten der Feldbauabteilung der Genossenschaft bedeutet das, im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes bei Erreichen der Schadschwellen bzw. zum agrotechnisch optimalen Zeitpunkt Präparate mit herbizider, insektizider, fungizider bzw. wachstumsregulierender Wirkung auf den Schlägen auszubringen – als Solomaßnahme oder als Tankmischung, dann bei Bedarf auch gemeinsam mit Mikronährstoffen.

Seit knapp einem Jahr werden diese Arbeiten in der Genossenschaft mit einer selbstfahrenden Pflanzenschutzspritze erledigt. Der Dreiachser mit 10-Kubikmeter-Fass und 32-Meter-Spritzgestänge benötigt im Mittel nur anderthalb Stunden für das Behandeln eines 50-Hektar-Schlages, für die Bedienung der Spezialmaschine ist lediglich eine Arbeitskraft nötig. Stammfahrer ist Manfred Schunke. Als „Ersatzmann“ oder zweiter Fahrer wie zuletzt, als das Gerät bei der Blütenbehandlung des Rapses zumindest tageweise im Zweischichtbetrieb lief, weil sich die Arbeiten auf den Feldern witterungs- und wachstumsbedingt zeitlich zusammenschoben, steht Steffen Eberhard bereit. „Wir haben mit dem Schichtbetrieb zwischen etwa fünf bis 22 Uhr das Tageslicht ausgenutzt“, sagt Feldbauleiter Andreas Hänsch. Am Donnerstag voriger Woche konnte so die Rapsblütenspritzung im Betrieb abgeschlossen werden.

Zuvor waren in Löberitz in der Regel drei Mitarbeiter mit dem Pflanzenschutz beschäftigt: zwei Kollegen steuerten die Schlepper mit den beiden Anhängefeldspritzen mit 24 Meter Arbeitsbreite, ein weiterer karrte im Bedarfsfall mit Traktor und Fasswagen das Wasser für das Ansetzen der Spritzbrühe heran.

Vorstandschef Thomas Külz und sein Stellvertreter Andreas Hänsch sind mit dem neuen Dammann-trac überaus zufrieden. Die Flächenleistung beim Pflanzenschutz hat sich mit der Spezialmaschine erhöht, gleichzeitig können Personal- und Maschinenkosten eingespart werden. Zudem sank mit der neuen Technik der Spritzmittelaufwand, weil die computergestützte automatische Teilbreitenabschaltung Überlappungen bei der Applikation vermeidet. Das teilflächenspezifische Behandeln der Feldkulturen gehört in Löberitz ohnehin längst zur guten fachlichen Praxis.

Wintergerste und Winterroggen sind in der Agrargenossenschaft Löberitz in den letzten Wochen einmal bzw. zweimal mit Wachstumsregler behandelt worden. Auch die Herbizid- und Fungizidmaßnahmen in beiden Wintergetreidearten waren „durch“, wie Andreas Hänsch berichtet. Gleiches gilt mittlerweile auch für den Winterraps. In der vergangenen Woche stand, wie schon gesagt, im Betrieb die Blütenbehandlung des Winterrapses auf rund 460 ha Anbaufläche gegen den Kohlschotenrüssler und Sclerotinia (Weißstengeligkeit) an. Mitte April, vor der Blüte, war die Ölfrucht gegen Rapsglanzkäfer behandelt und gleichzeitig mit dem Mikronährstoff Bor sowie Bittersalz für eine gute Vitalität des Blattapparates der Pflanzen versorgt worden. Nach der Rapsblütenspritzung folgte die Unkrautbekämpfung in den rund 100 ha Erbsen. Anschließend sollen auch etwa 200 ha Winterweizen in Greppin, wo Klette und Distel Probleme bereiten, mit Herbizid behandelt werden.

Seit Anfang dieser Woche steht nun die dritte Nachauflaufkombination (NAK) in den 100 ha Zuckerrüben an, ab Mitte Mai soll eventuell eine Herbizidmaßnahme auf den 420 ha Mais folgen sowie danach – abhängig von der Bestandsentwicklung der Wintergetreidebestände – ein zweiter Einsatz von Wachstumsregler im Weizen (550 ha) und eines Rostpräparates im Roggen (210 ha). Später könnte noch eine Ährenbehandlung des Weizens gegen Fusarien und Blattläuse erforderlich werden, erklärt Feldbauleiter Andreas Hänsch.

Durch die Mehrfachbehandlung der Kulturen im Herbst und Frühjahr, die von einer Überfahrt im Mais bis zu vier, fünf Pflanzenschutzbehandlungen in Raps und Rüben reicht, sowie einschließlich des Einsatzes von Glyphosat zum Unterbrechen der sogenannten Grünen Brücke zwischen Ernte der Vorfrucht und Aussaat der Folgefrucht, kommt die neue Pflanzenschutzspritze im Betrieb auf eine Einsatzfläche von zirka 10 000 Hektar pro Saison.

Neben dem chemischen Pflanzenschutz waren in der Vorwoche auch mechanische Pflegemaßnahmen in der Agrargenossenschaft Löberitz angesagt. Dieter Mertjan war auf den Vorgewenden der Zuckerrübenflächen mit Schlepper und Hackmaschine im Frontanbau unterwegs, um aus den Randbereichen einwachsende Unkräuter ebenso wie beim Drillen der Rüben entstandene Überschneidungen zu beseitigen und den durch die mehrfachen Überfahrten stärker beanspruchten Boden zu lockern.

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