• 2015
  • 15.04.
  • 2015.15.04.

Schweine in den Rüben

© Detlef Finger

Andreas Hänsch, Produktionsleiter der Agrargenossenschaft Löberitz (l.), und Volkmar Kiep vom Landwirtschaftlichen Beratungsring Roßlau, begutachten auf dem Rübenschlag bei Zschepkau die durch Wildschweine in der auflaufenden Saat angerichteten Schäden.

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Auf den Zuckerrübenschlägen der Agrargenossenschaft Löberitz läuft die neue Saat auf. Eine 36 Hektar große Fläche bei Zschepkau bereitet Produktionsleiter Andreas Hänsch jedoch große Sorgen. Schon seit einiger Zeit machen sich auf dem frisch bestellten Acker nachts Wildschweine zu schaffen. Sie suchen im Boden nach Stoppelresten vom Mais, der hier als Vorfrucht gestanden hat. Beim Wühlen in der Erde nach Körnern und Resten von Maisspindeln heben die Schwarzkittel unweigerlich auch die Rübenkeimlinge an.

„Hier besteht die Gefahr, dass die jungen Pflänzchen vertrocknen“, sagt Feldbauchef Hänsch besorgt, während sein Blick über den Schlag schweift, auf dem mittlerweile überall die Spuren der nächtlichen Streifzüge des Schwarzwildes zu sehen sind. Die Löberitzer Landwirte haben die Fläche nach der Maisernte aus phytosanitären Gründen gepflügt und die Pflanzenreste tief eingearbeitet, doch anscheinend können die Wildschweine die tierischen Leckereien dennoch riechen.

Andreas Hänsch, selbst ein passionierter Waidmann, hat bereits den Jagdpächter informiert und aufgefordert, aktiv zu werden, um einen größeren Wildschaden an der Kultur zu verhindern. Der Landwirt weiß auch, woher die Rotte kommt, die in der Feldflur ansonsten keine Deckung findet: „Die Wildschweine ziehen an den Heckenstreifen entlang der Autobahn A9 und von dort in die Ackerflächen.“

Ansonsten steht auf den Rübenschlägen noch in dieser Woche aller Voraussicht nach die erste Unkrautbekämpfungsmaßnahme im Nachauflauf (NAK) an. Es gilt, die zusammen mit den Rübensamen auflaufenden Unkräuter mit einem Herbizid im Keimblattstadium bzw. noch im ersten Laubblattstadium zu treffen. „Die erste NAK muss sitzen, weil sie die größte Wirkung zeigt“, weiß der erfahrene Landwirt um die Einhaltung des optimalen Applikationszeitpunktes.

Die Tankmischung aus blatt- und bodenwirksamen herbiziden Wirkstoffen wird in diesem Frühjahr in den Rüben erstmals mit der neuen selbstfahrenden Dammann-Pflanzenschutzspritze ausgebracht werden, die die Agrargenossenschaft im Frühsommer vergangenen Jahres angeschafft hat. „Bei dieser Unkrautbekämpfungsmaßnahme werden wir die Präparate mit einer höheren Wasseraufwandmenge von 300 Liter je Hektar ausbringen“, informiert Andreas Hänsch. Damit soll bei der derzeit trockenwarmen Witterung und dem durch den Wind stark ausgetrockneten Oberboden eine bessere Benetzung der Unkrautpflanzen bzw. eine bessere Bodendurchdringung erreicht werden, um letztlich eine gute Wirkung der Herbizide zu sichern.

Am Montagmittag traf sich Andreas Hänsch vor Ort auf den Feldern bei Zschepkau mit Volkmar Kiep vom Landwirtschaftlichen Beratungsring Roßlau. Gemeinsam mit dem Berater machte sich der Feldbauleiter ein Bild von den durch die Wildschweine angerichteten Schäden. Auch bonitierten die beiden die Kulturen auf den Schlägen, um dann Absprachen über die Pflanzenschutzstrategie und die Mittelauswahl zu treffen.

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