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  • 30.03.
  • 2015.30.03.

Rübenpillen in der Drille

© Detlef Finger

Traktorist Sigbert Hentke bestellt mit der 18-reihigen Sämaschine pro Tag zwischen 20 bis 30 Hektar mit Zuckerrüben.

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Die Agrargenossenschaft Löberitz hat im vergangenen Jahr bislang nie dagewesene Erträge bei den Zuckerrüben erzielt. Um die 90 Tonnen je Hektar wurden im Durchschnitt auf den relativ leichten Böden geerntet, in der Summe waren es rund 13.000 Tonnen der Hackfrüchte. Da die betrieblichen Lieferrechte nur etwa die Hälfte dieser Menge umfassen, hat das Unternehmen reagiert und die Anbauplanung angepasst. „Wir stellen in diesem Jahr nur rund 100 Hektar Zuckerrüben ins Feld“, erklärt Produktionsleiter Andreas Hänsch. Auf drei Schlägen nahe der Ortslage Löberitz wurde das Saatgut vom 19. März an in rund viereinhalb Tagen mit einer täglichen Flächenleistung zwischen 20 bis 30 Hektar in den zuvor hergerichteten Boden eingebracht.

„Ein normaler Saattermin für unseren Betrieb“, befindet Andreas Hänsch. Die Äcker waren zu dieser Zeit schön abgetrocknet, das Saatbett feinkrümelig, aber nicht zu fein, um bei einem Starkregen gleich zu verschlämmen. Wie der Feldbauleiter berichtet, kommen im Löberitzer Betrieb wie im Vorjahr fünf Zuckerrübensorten von drei Züchtern zum Anbau: Je zwei von KWS (Lisanna, Annemaria) und von Strube (Artus, Hannibal) sowie eine von Syngenta (Julius). Die Anbauer der Zuckerfabrik Könnern könnten insgesamt aus einem Spektrum von jeweils drei Sorten pro Züchterhaus auswählen, sagt er. Ziel sei es, Zuckerrüben in bester Verarbeitungsqualität und mit hohen Zuckererträgen als Rohstoff für das Werk zur Verfügung zu stellen.

Landwirt Sigbert Hentke, Säspezialist der Agrargenossenschaft, legte die mit Beizmittel ummantelten Rübenpillen mit der 18-reihigen Drillmaschine in die Erde. Bei einem Reihenabstand von 45 cm und einer Ablageentfernung von 21 cm in der Reihe wurden 105.000 Samen pro Hektar ausgebracht. „Davon sollten 95.000 Samen aufgehen und letztlich etwa 90.000 Pflanzen bleiben“, rechnet Hänsch vor. Setze man ein Kilo als mittleres Gewicht für eine Rübe an, komme man theoretisch auf einen Naturalertrag von 90 Tonnen reinen Rüben je Hektar, überschlägt der Feldbauchef. Er rechnet damit, dass die Rübenkampagne in Könnern in diesem Jahr wegen der Quotenrübenvorträge und der damit deutlich verringerten Gesamtverarbeitungsmenge erst nach dem 3. Oktober beginnen wird.

Das Rübensaatgut bezieht die Agrargenossenschaft Löberitz überwiegend im Frühbezug, d.h. die Rübenpillen werden ein Jahr im Voraus in entsprechenden Mengen über die Zuckerfabrik bei den Züchtern geordert. Diese gewähren den frühbestellenden Landwirten u.a. wegen der dann besseren Planbarkeit der Saatgutbereitstellung einen Rabatt. Eine Saatgut-Einheit (E) umfasst 100.000 Rübensamen, sie kostet zwischen 180 bis 220 Euro. Diese Summe entspricht damit in etwa auch den Saatgutkosten je Hektar im Zuckerrübenanbau. In Löberitz würden bei einem Ablageabstand von 21 cm in der Reihe 1,16 Einheiten Saatgut je Hektar benötigt, rechnet Anbauberater Udo Clemens von der Firma Strube vor, der am zweiten Drilltag mit vor Ort auf dem Acker ist. Das Premium-Saatgut der Sorte Artus von Strube, das an diesem Tag ausgesät wird, ist mit dem speziellen 3Dplus-Verfahren aktiviert, das heißt bereits vorab in Keimstimmung gebracht worden. Wie Udo Clemens erläutert, sorge diese Aktivierung für einen schnelleren (bis zu vier Tage) und zudem höheren Feldaufgang mit einer in der Folge optimierten Jugendentwicklung der Rübenpflanzen und einer deutlichen Steigerung der Blattfläche der Zuckerrüben. Nachweislich trage dieses innovative Verfahren letztlich zur Erhöhung des Bereinigten Zuckerertrages bei.

Feldbauleiter Andreas Hänsch rechnet mit einem Auflaufen der Zuckerrüben in Abhängigkeit von der Witterung und der Bodentemperatur nach elf bis 14 Tagen. Das könnte in dieser Woche der Fall sein. Nach weiteren vier bis fünf Tagen stünde dann die erste Nachauflaufbehandlung der Rübenbestände (1. NAK) mit einem Herbizid an. Bei der Spritzung im Keimblattstadium der Unkräuter können die meisten Unkrautarten mit reduzierten Aufwandmengen der blatt- bzw. bodenwirksamen Wirkstoffe gut bekämpft werden.

 

 

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