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  • 06.10.
  • 2014.06.10.

Rekordverdächtige Rüben

© Detlef Finger

Das Lohnunternehmen Agrarservice Heller aus Reppichau hat für die Agrargenossenschaft Löberitz in der Gemarkung Salzfurtkapelle Zuckerrüben gerodet. Dabei kam ein Köpfrodebunker von Holmer zum Einsatz.

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Auf gut 40 Hektar, also etwa einem Viertel der betrieblichen Anbaufläche, sind die Zuckerrüben in der Agrargenossenschaft Löberitz inzwischen aus dem Boden. Die Hackfrüchte wurden zu Beginn der dritten Septemberdekade von zwei Lohnunternehmen aus der Region geerntet und in Mieten an den Feldrändern zur Abholung deponiert. Vertragspartner des Agrarbetriebes für die Erntearbeiten sind die Agrarservice Heller GmbH & Co. KG mit ihrem Betriebsteil in Reppichau und die TAS Transport- und Agroservice Raguhn eG. Die beiden Dienstleister teilen sich die in der Agrargenossenschaft anstehenden Rodearbeiten jeweils etwa zur Hälfte.

 

Vorerst drei Liefertermine

„Die Rübenernte haben wir aus agrotechnischen Gründen an zwei Lohnunternehmen vergeben“, erklärt Andreas Hänsch. Gelte es doch, die Flächen rechtzeitig für die Nachfrucht zu räumen. Denn Bodenbearbeitung und Bestellung sollen bei möglichst guten Bedingungen erfolgen. „Nach Rüben folgt bei uns auf fast allen Schlägen Winterweizen“, erklärt der Produktionsleiter. Als erstes wurden Schläge mit schwereren Böden beräumt: zehn Hektar an der Fuhne bei Salzfurtkapelle und 32 Hektar in der Gemarkung Greppin. Zunächst wurde dabei einschichtig, später dann zweischichtig gearbeitet.


Für die erste Lieferrunde hatte die Agrargenossenschaft Löberitz laut Lieferplan der Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG knapp 2.500 Tonnen reine Rüben zum 22./23. September zur Abholung bereitzustellen. In der zweiten Hälfte der 39. Kalenderwoche transportierte eine Spedition die Hackfrüchte schließlich zur Verarbeitung in das Werk Könnern des Zuckerunternehmens. Für den zweiten Liefertermin in der 44. Kalenderwoche sind noch einmal rund 2.500 Tonnen Rüben avisiert, die dritte Tranche steht voraussichtlich im November an.

 

Viele Überrüben zu erwarten

Die vom Agrarbetrieb mit der Zuckerfabrik im Salzlandkreis vertraglich vereinbarte Liefermenge umfasst insgesamt 6.570 Tonnen – alles sogenannte Quotenrüben. Bei den in diesem Jahr extrem hohen Erträgen dürfte diese Menge allerdings deutlich überschritten werden. „Wenn ich allein mit 65 Tonnen pro Hektar rechne, komme ich bei unseren 162 Hektar Anbaufläche schon auf 10.500 Tonnen Rüben“, überschlägt Andreas Hänsch. Für die erste Rodung ergab sich nun ein Hektarertrag von 86 Tonnen (!) reinen Rüben, allerdings mit einem Zuckergehalt von nur 16,1 Prozent. Von solchen Naturalerträgen waren die Löberitzer Landwirte mit ihren relativ leichten Standorten bislang weit entfernt. „In den letzten Jahren waren wir froh, wenn wir auf unseren Standorten mit teils nur 30 bis 35 Bodenpunkten über 500 Tonnen Rüben geerntet haben“, erklärt der Produktionsleiter. Nur etwa 20 Prozent der Ackerflächen des Betriebes gelten überhaupt als „rübenfähig“.

 

Wichtiges Fruchtfolgeglied

Die Zuckerfabrik Könnern prognostizierte zu Kampagnebeginn für ihren gesamten Einzugsbereich einen mittleren Ertrag von mehr als 70 Tonnen Rüben je Hektar. Damit dürften neben den vertraglich gebundenen Quotenrüben und Industrierüben auch jede Menge sogenannte Überrüben anfallen. Letztere ist die Agrargenossenschaft bislang „immer gut losgeworden“, sagt Andreas Hänsch. Was in diesem Jahr angesichts der zu erwartenden Rekordernte wird, bleibt abzuwarten. Fest steht indes für den Feldbauleiter, dass der betriebliche Rübenanbau nach Möglichkeit in seinem bisherigen Umfang beibehalten bleiben soll, da die Hackfrucht ein wichtiges Glied in der Fruchtfolge darstellt.

Detlef Finger

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