• 2014
  • 28.04.
  • 2014.28.04.

Regen dringend nötig

© Detlef Finger

Der Feldbauleiter der Agrargenossenschaft Löberitz, Andreas Hänsch, war aufgrund der anhaltenden Trockenheit schon froh darüber, dass Tau und Nebel nach den relativ kühlen Nächten der Vorwoche den Trockenstress in den Kulturen zumindest etwas abmilderten.

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Der relativ milde Winter und das sehr zeitige Frühjahr haben die agrotechnischen Termine in der Agrargenossenschaft Löberitz zum Teil deutlich nach vorn verlegt. Bereits Ende Februar, Anfang März wurden rund 100 ha Fläche mit Erbsen bestellt. Die Körnerleguminosen stehen in diesem Jahr im Betrieb erstmals im Rahmen der geförderten Fruchtartendiversifizierung im Feld. Konventionell wirtschaftenden Betrieben wird diese Agrarumweltmaßnahme mit fünfjähriger Verpflichtung, für die u.a. mindestens fünf Prozent der Ackerflächen des Unternehmens für den Anbau von Leguminosen bzw. -gemengen genutzt werden müssen, mit 75 Euro Prämie je Hektar honoriert. „Mit dem Erbsenanbau verbessern wir die Bodenfruchtbarkeit“, verweist Feldbauleiter Andreas Hänsch zudem auf den ackerbaulichen Aspekt der Entscheidung für die Stickstoffsammler mit ihren hervorragenden Eigenschaften als Vorfrucht. Neben den Hülsenfrüchten kamen auf jeweils etwa 4 ha, zumeist Klein- und Splitterflächen, Sommergerste und Hafer in den Boden. „Das Korn, das wir hier ernten, ist für den Eigenbedarf bestimmt bzw. den Verkauf, etwa an Kleintierhalter“, sagt Hänsch.

Maisflächen sind bestellt

Seit Mitte April wurde im Betrieb Mais gelegt, am Montag waren die für die Kultur vorgesehenen rund 435 Hektar Anbaufläche bestellt. „Sonst haben wir um den 20. April begonnen und waren um den 10. Mai mit der Maisausaat fertig“, erklärt der 55-jährige Landwirt. Die Witterung habe einen zügigen Fortgang der Bestellarbeiten erlaubt. Die Böden waren aufgrund der fehlenden Winterfeuchte zeitiger abgetrocknet und hatten sich schneller erwärmt.
Die ausbleibenden Niederschläge treiben dem Feldbauleiter der Genossenschaft nun aber längst die Sorgenfalten auf die Stirn. „Seit Jahresbeginn hatten wir lediglich 60 Millimeter Niederschlag“, rechnet Hänsch vor. Der letzte Regen sei an Ostern gefallen. „Karfreitag hatten wir im Bereich Löberitz elf Liter und im Bereich Salzfurtkapelle acht Liter pro Quadratmeter.“ Am vergangenen Wochenende, als nur wenige Kilometer entfernt zwischen 15 und 20 Millimeter Niederschlag fielen, blieb es im Einzugsbereich der Genossenschaft trocken. „Noch stehen die Kulturen gut“, will der Fachmann nichts dramatisieren. Die Taubildung und auch der morgendliche Nebel nach den relativ kalten Nächten in der vergangenen Woche haben sich günstig auf die Bestände ausgewirkt.

Wintergetreide „reduziert“

„Jetzt wir es aber höchste Zeit, dass es regnet“, sagt Hänsch, der inständig darauf hofft, dass die für das erste Maiwochenende angekündigten Niederschläge kommen. Die Genossenschaft muss im Jahresverlauf ohnehin mit durchschnittlich nur 450 bis 500 Millimeter Niederschlag auskommen. In den Wintergetreidebeständen auf den zum Teil sehr leichten 30er Ackerböden mit Kies im Untergrund werden bereits die ersten Trockenschäden sichtbar. „Die Pflanzen fangen an zu reduzieren“, erläutert der Feldbauleiter. Das bedeutet, das Getreide reagiert auf den Wassermangel mit einer Reduktion der Triebe und der Kornzahl pro Ähre. Eine solche Ausdünnung der Bestände hätte dann Ertragseinbußen zur Folge.
Nach Wasser lechzen aber auch die Zuckerrüben, die in der dritten Märzdekade binnen sieben Tagen auf rund 160 ha Fläche gedrillt wurden. In der vergangenen Woche wurde in den Hackfrüchten die zweite Nachauflaufbehandlung gegen Unkräuter vorgenommen. Am vergangenen Donnerstag lief dann die Blütenspritzung im Raps an. Die Ölfrucht steht in der Agrargenossenschaft Löberitz auf rund 400 ha Fläche. Die kombinierte Gabe von Wachstumsregler und Fungizid auf 250 ha Winterroggen war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. An den Raps wird sich dann der Pflanzenschutz im Winterweizen anschließen. Die Bestände auf rund 500 ha Fläche werden dann entsprechend der Boniturergebnisse mit einer Tankmischung aus Wachstumsregler, Fungizid und Herbizid behandelt.


Detlef Finger

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