• 2014
  • 25.08.
  • 2014.25.08.

Neustart nach der Ernte

© Detlef Finger

Die Rapsaussaat liegt in der Agrargenossenschaft Löberitz in den Händen von Sigbert Hentke. Der Landwirt steuert den Schlepper mit der Drillmaschine.

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Die Getreideernte war in der Agrargenossenschaft Löberitz am 10. August bis auf einige wenige Splitterflächen mit Winterweizen abgeschlossen. Die für die Rapsaussaat vorgesehenen Schläge wurden nach dem Drusch von Gerste, Roggen bzw. Weizen drillfertig gemacht. Nach organischer Düngung, ein- bzw. zweimaliger Stoppelbearbeitung mit der Carrier von Väderstad, einer Kurzscheibenegge mit zwölf Meter Arbeitsbreite, und dem Beseitigen des aufgelaufenen Ausfallgetreides mittels eines glyphosathaltigen Präparates mit dem neuen Dammann-trac, einer selbstfahrenden Pflanzenschutzspritze, wurde mit der Grubberkombination TopDown, ebenfalls von Väderstad, das Saatbett bereitet. Seit Mitte voriger Woche wird nun der neue Winterraps auf rund 430 ha Fläche im Normalsaatverfahren mit einer Drillmaschine Väderstad Rapid mit acht Meter Arbeitsbreite ausgesät. Etwa 2,5 Kilo Rapssamen pro Hektar kommen dabei derzeit in die Erde.

Frühsaat bewusst vermieden

„Wir wollen die Ölfrucht bis Ende August im Boden haben“, sagt Produktionsleiter Andreas Hänsch. Je nach täglicher Einsatzzeit und abhängig vom Witterungsverlauf ist eine Rapsaussaat auf 50 bis 60 Hektar pro Tag möglich. Zu Wochenbeginn war etwa die Hälfte der Fläche geschafft. „Wir haben bewusst nicht zu früh mit der Aussaat des Rapses angefangen, um ansonsten eventuell notwendige zusätzliche Pflanzenschutzmaßnahmen gegen die Kleine Kohlfliege und den Rapserdfloh zu vermeiden“, verweist der Landwirt auf die Folgen des Verbotes von Neonicotinoid-Beizen, die auch gegen diese Rapsschädlinge wirkten. Zudem sollen die Rapsbestände bis zum Eintritt der Vegetationsruhe im Spätherbst nicht überwachsen, sodass man mit einer Behandlung mit Wachstumsreglern auskommt, was Kosten spart, schiebt Hänsch nach.

Sortenmix senkt Anbaurisiko

Zur Ernte 2015 soll im Betrieb auf rund 230 ha sogenannter Clearfield-Raps zum Anbau kommen, des Weiteren etwa 130 ha Hybridraps und 70 ha Liniensorten. „Nach unseren Erfahrungen sind die Ertragsunterschiede zwischen den einzelnen Typen relativ gering“, sagt Andreas Hänsch. Mit der Aufteilung sollen vielmehr mögliche Anbaurisiken gemindert werden. Beim Pflanzenschutz wird dadurch außerdem eine arbeitswirtschaftliche Entzerrung erreicht. Während im Normalraps eine Herbizidbehandlung im Vorauflauf erfolgt, können beim Clearfield-Raps, dem auf konventionellem Wege eine Unempfindlichkeit gegenüber dem Herbizidwirkstoff Imazamox angezüchtet worden ist, Unkräuter mit Präparaten mit diesem Wirkstoff im Nachauflauf bekämpft werden. Der Einsatz dieses Wirkstoffs verspricht insbesondere Vorteile bei der Bekämpfung von Problemunkräutern im Raps, vor allem von Kreuzblütlern wie Rauken, Hirtentäschelkraut und Hederich. Mit der zeitlichen Streckung der Herbizidmaßnahmen im Raps kann darüber hinaus die neue Pflanzenschutzspritze auch auf den zwischenzeitlich bearbeiteten Stoppelflächen zum Brechen der „grünen Brücke“ zum Einsatz kommen.

Detlef Finger

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