• 2015
  • 26.02.
  • 2015.26.02.

Nachwuchs beim Fleckvieh

© Detlef Finger

Etwa 70 Kälber der Rasse Fleckvieh/Simmental sind in den vergangenen Wochen in der Rinderanlage der Agrargenossenschaft Löberitz in Salzfurtkapelle geboren worden. Weitere rund 30 werden noch erwartet.

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Mitte November hatte die Agrargenossenschaft Löberitz ihre Mutterkühe von den Wiesen an der Fuhne in die Rinderanlage in Salzfurtkapelle geholt. Alsbald wurden in den Stallungen auch die ersten Fleckviehkälber geboren. „Inzwischen sind es gut 70“, rechnet Bereichsleiter Edgar Hecht Mitte der Woche vor. Hauptkalbezeit sind die Monate Dezember bis Februar. Der Zeitraum der Niederkunft der Muttertiere wird durch den zeitlichen Einsatz der Bullen in den Gruppen gesteuert. Einschließlich der Nachzügler, die noch in den nächsten Tagen und Wochen zur Welt kommen, werden es am Ende wie im Vorjahr um die 100 Jungtiere sein. „Wir haben uns im Betrieb bewusst für die Winterabkalbung im Stall entschieden und damit bislang gute Erfahrungen gemacht“, erklärt der für die Rinderhaltung Verantwortliche. Die Geburten könnten so besser überwacht werden und die vorgeschriebene Kennzeichnung der Kälber mit zwei Ohrmarken sei leichter zu bewerkstelligen als auf den Weiden, nennt Hecht nur zwei vor allem arbeitswirtschaftliche Aspekte.

 

Ziel sind 150 Kühe

Wenn die Fleckviehherden im Mai wieder auf das Grünland hinaus kommen, sind die Kälber bereits von ihren Müttern abgesetzt. Alle männlichen Jungrinder werden zur Weitermast an spezialisierte Betriebe verkauft, ebenso die nicht für die Zucht tauglichen weiblichen Fleckviehtiere und auch die von den Erstkalbinnen stammenden Kreuzungskälber. Letztere machen in diesem Winter etwa 20 Stück aus. „Wir lassen unsere Färsen grundsätzlich von einem Limousinbullen decken, wegen des leichteren Geburtsverlaufes“, erläutert der Fachmann. Bei der zweiten Belegung kommen geprüfte Fleckviehbullen zum Einsatz. Von den aus diesen Anpaarungen resultierenden Jungtieren bestreitet die Agrargenossenschaft die Reproduktion bzw. den weiteren Aufbau des Bestandes, der derzeit 105 Kühe umfasst. „Es sollen einmal rund 150 Mutterkühe sein“, sagt Edgar Hecht. Bis es so weit ist, werden allerdings noch zwei, drei Jahre vergehen. Denn das Geschlechterverhältnis bei den Neugeborenen liegt bei etwa 50/50 Prozent. Abgezogen werden müssen noch die Kreuzungskälber und die weiblichen Jungtiere, die nicht dem Zuchtziel der Rasse Fleckvieh/Simmental entsprechen. Auch sind nicht alle Mutterkühe Herdbuchtiere. „Wir wollen keine Tiere mehr zukaufen, sondern aus eigener Reproduktion aufstocken“, betont der Bereichsleiter die betriebliche Strategie.

 

Noch junge Herde

Die Agrargenossenschaft Löberitz ist erst im Jahr 2008, nachdem sie die Milcherzeugung eingestellt hatte, in die Mutterkuhhaltung eingestiegen. Der Tierbestand ist dementsprechend nicht überaltert, es erfolgt eine „normale Reproduktion“, wie Edgar Hecht betont. Lediglich Kühe mit gesundheitlichen oder anderen Problemen würden aussortiert. Wenn die Fleischrinder im Frühjahr wieder auf das Grünland gebracht werden, gehen auch die Färsen vom vorjährigen Jahrgang mit hinaus. „Die Halbwüchsigen, die in diesem Winter geboren wurden, bleiben im Laufstall“, erklärt Edgar Hecht. Zum einem sei damit zu rechnen, dass diese oft noch übermütigen Tiere bei der Weidehaltung für Probleme sorgen. Zum anderen bestehe die Gefahr, dass die in den Herden mitlaufenden Bullen diese weiblichen Jungrinder ebenfalls decken. Daraus könnten letztlich Problem- oder im Extremfall sogar Totgeburten resultieren, die weder im Sinne des Tierwohles bzw. des Tierschutzes seien, und auch aus wirtschaftlichen Aspekten heraus vermieden werden sollten.

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