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  • 2014.07.05.

Im Bus durch die Feldflur

© Detlef Finger

Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Löberitz, Thomas Külz, nahm zusammen mit seinen Vorstandskollegen Helga Nentwig (Hauptbuchhalterin) und Andreas Hänsch (Feldbauleiter) an der Flurfahrt des Bauernverbandes teil.

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Die Agrar GmbH Göttnitz war am Dienstag um  8.30 Uhr Treffpunkt für die diesjährige Flurfahrt des Bauernverbandes Anhalt. Olaf Feuerborn begrüßte die rund 70 Teilnehmer – neben zahlreichen Praktikern auch Vertreter aus der Agrarverwaltung, von Firmen und Kreditinstituten – im Bus auf dem Göttnitzer Betriebshof. Der Verbandsvorsitzende gab zunächst eine kurze Einschätzung zum Stand der Frühjahrsarbeiten im Feldbau in der Region. Seine Erleichterung über die im Schnitt etwa 20 mm Niederschlag vom Monatsbeginn teilten die Landwirte allesamt. Dann ging es los.

Beginnend mit Ralf Schnick, einem der drei Gesellschafter der Göttnitzer Agrar GmbH, stellten die Betriebsleiter bzw. Feldbauverantwortlichen der an der Strecke liegenden Unternehmen jeweils ihre Betriebe und insbesondere die Pflanzenbestände vor. Sie informierten u.a. über Schlaggröße, Bodenbonität, Kulturart, Sorte, Saatzeitpunkt, Vorfrucht sowie Bodenbearbeitung und sämtliche Maßnahmen der Bestandsführung im Herbst und Frühjahr wie organische und mineralische Düngung, Pflanzenschutz oder Wachstumsregulierung. Anmerkungen gab es auch bei eventuellen Besonderheiten. Von der erhöhten Sitzposition im Bus aus waren die Bestände gut zu überschauen.

Spezielle Rapshybridsorten im Anbau

Der dritte Betrieb, den der Bus auf seiner Tour quer durch den Altkreis Bitterfeld ansteuerte, war die Agrargenossenschaft Löberitz. Hier gab Feldbauleiter Andreas Hänsch den Berufskolleginnen und -kollegen via Mikrofon vom Beifahrersitz aus detaillierte Auskünfte über die pflanzliche Produktion im Unternehmen. Er informierte zum Beispiel darüber, dass in der Genossenschaft in diesem Jahr auf der Hälfte der gut 400 ha Rapsanbaufläche sogenannte Clearfield-Sorten stehen, um im Ergebnis die speziellen Hybriden mit den herkömmlichen Hybrid- und Liniensorten vergleichen zu können.

Den Clearfield-Sorten ist auf konventionellem Wege eine Unempfindlichkeit angezüchtet worden gegenüber dem bisher nicht im Raps einsetzbaren Herbizidwirkstoff Imazamox (ALS-Hemmer). Der Einsatz dieses Wirkstoffs verspricht Vorteile bei der Bekämpfung von Problemunkräutern im Raps, vor allem von Kreuzblütlern wie Rauken, Hirtentäschelkraut und Hederich. Diese können demnach im Nachauflauf im Raps ohne den Einsatz von clomazonehaltigen Präparaten sicher bekämpft werden.

Pflanzenschutz in Gerste abgeschlossen

Bei einem Maisschlag angekommen, erklärte Hänsch, dass der Betrieb die Aussaat in Doppelreihen mit eigener Sätechnik vornimmt, um die Drillmaschine besser auszulasten. Bislang habe man damit keine negativen Erfahrungen gemacht. Der Mais erhält in Löberitz ausschließlich organische Dünger in Form von wirtschaftseigenem Stalldung, Klärschlamm und Gärresten aus der Biogasanlage. Besichtigt wurden auch die im Rahmen der geförderten Fruchtartendiversifizierung bereits Ende Februar ausgesäten Körnererbsenbestände, die sich gut entwickelt haben.

Zum Wintergetreide sagte der Feldbauleiter, in der Gerste seien die Pflanzenschutzmaßnahmen inzwischen abgeschlossen. Im Weizen gebe es zum Teil Gelbrostbefall in anfälligeren Sorten, dem mit einer Fungizidbehandlung Einhalt geboten werden soll. Auf den Zuckerrübenflächen, die im Herbst gepflügt und mit 80 kg/ha Stickstoff in Form von Kalkammonsalpeter (KAS) versorgt wurden, steht jetzt die dritte Nachauflauf-Herbizidmaßnahme zur Unkrautbekämpfung an. Den Hackfrüchten hat der Landregen von Anfang Mai sichtlich gut getan, wie den anderen Kulturen auch. Für die Bereiche Löberitz und Salzfurtkapelle konnte Andreas Hänsch Niederschlagsmengen von 21 bis 30 mm vermelden.

Detlef Finger

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