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  • 2015.21.04.

Grobfutter und Gärstoff

© Detlef Finger

Zu Wochenbeginn hüllten Staubwolken den Schlepper von Sigbert Hentke und die Drillmaschine beim Mais legen auf dem ausgetrockneten Boden ein.

Bildergalerie: Grobfutter und Gärstoff

 

Auf den Zuckerrübenflächen der Agrargenossenschaft Löberitz läuft die neue Saat auf. Vorigen Freitag wurde mit der ersten herbiziden Nachauflaufbehandlung der Bestände gegen Unkräuter begonnen. Dazu kommt erstmals auch in dieser Kultur die im Vorjahr vom Unternehmen angeschaffte selbstfahrende Pflanzenschutzspritze zum Einsatz.

Zeitgleich wurde der erste Mais gelegt. Auf einer Fläche nahe der Schweinezuchtanlage des Betriebes wurde per Grubberstrich das Saatbett bereitet. Unmittelbar dahinter folgte die Drillmaschine, mit der in der Genossenschaft sonst Getreide gesät wird.

„Wir nutzen dafür einen Umbausatz des Herstellers“, erklärt Produktionsleiter Andreas Hänsch. Die Löberitzer verzichten dafür auf die Einzelkornsaat und legen die Maiskörner in Doppelreihen, bei einem Reihenabstand von 75 cm, ab. „Unser Feldhäcksler hat ein reihenunabhängiges Schneidwerk. Da ist die Ernte des Maises kein Problem“, ergänzt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und schiebt nach: „Mit der stärkeren Auslastung der Drille senken wir die Maschinenkosten.“

Etwa zehn Drilltage plant Andreas Hänsch für den Mais ein. Ziel sei es, die Frucht bis zum 1. Mai im Boden zu haben. „Für die Keimung braucht der Mais eine Bodentemperatur von mindestens acht Grad“, weiß der staatlich geprüfte Wirtschafter für Landbau, der sich deshalb nicht zu einem früheren Saattermin hinreißen lässt. Liege die Saat zu lange in nasskalter Erde drohe Fäulnis, laufe sie zu früh auf, könnten die Maispflänzchen bei Spätfrösten erfrieren.

Die für das Wachstum nötigen Nährstoffe erhält der Mais in der Agrargenossenschaft Löberitz ausschließlich über wirtschaftseigene organische Dünger. Vor der Saatbettbereitung war Gärrest aus der Biogasanlage des Betriebes mittels Schleppschlauchtechnik auf den Flächen ausgebracht worden. „Unter Beachtung des Nmin-Gehaltes im Boden und des Nährstoffgehaltes im Gärrest düngen wir auf etwa 150 kg Reinstickstoff pro Hektar auf“, rechnet Feldbauchef Andreas Hänsch vor.

Verwendung findet die C4-Pflanze überwiegend als Gärsubstrat in der Biogaserzeugung. Rund 200 ha Mais stellen die Löberitzer Landwirte über Vertragsanbau für den Biogaspark der Danpower GmbH im Chemiepark Bitterfeld ins Feld. In etwa gleicher Größenordnung wird Mais als Kosubstrat zur Schweinegülle für die eigene „Betonkuh“ in Löberitz benötigt. Eine vergleichsweise geringere Menge Silage kommt als Futter in der Färsenaufzucht bzw. der Mutterkuhhaltung des Betriebes zum Einsatz.

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