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  • 06.08.
  • 2015.06.08.

Ernte ist geschafft

Abbunkern © Detlef Finger

Die Winterweizenerträge in der Agrargenossenschaft Löberitz reichen in Abhängigkeit vom Standort von 50 bis 80 dt/ha.

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Noch im Laufe des heutigen Tages wird die 2015er Ernte der Mähdruschfrüchte für die Agrargenossenschaft Löberitz bereits Geschichte sein. Rund 1.750 ha Getreide, Raps und Hülsenfrüchte waren insgesamt von den Feldern der Genossenschaft und ihrer Tochtergesellschaft, dem Gut Greppin, zu bergen. Im Einzelnen waren das rund 425 ha Wintergerste, 460 ha Winterraps, 210 ha Winterroggen, 550 ha Winterweizen und fast 100 ha Körnererbsen.

Kultur für Kultur kamen die Druschfrüchte in diesem Jahr in der Agrargenossenschaft vom Halm. Ein Wechsel zwischen den Fruchtarten, wie es in der Saison 2014 wegen teils unterschiedlicher Abreife der Fruchtarten erforderlich war, gab es diesmal nicht. Die Wintergerste war Anfang Juli binnen fünf Tagen komplett vom Halm. „Wir waren vor dem ersten großen Unwetter fertig – Glück gehabt“, sagt Produktionsleiter Andreas Hänsch. Sonst hätte es durchaus hohe Ährenverluste geben können.

Vom Gerstenertrag, im Schnitt rund 61 dt/ha, ist der Feldbauchef angesichts der monatelangen Trockenheit und der vergleichsweise leichten Böden im Betrieb eher positiv überrascht. Ein Vergleich mit den vorjährigen Spitzenerträgen steht für den erfahrenen Landwirt ohnehin nicht zur Debatte. „2014 war ein absolutes Ausnahmejahr“, weiß er. Die Qualität der Wintergerste ist zudem gut. Die Hektolitergewichte der Partien liegen, mit nur wenigen Ausnahmen, über den geforderten 63 kg/hl.

Am 10. Juli ging es in den Raps.  Die Ölfrucht war trotz zwischenzeitlicher Regenschauer innerhalb einer Woche bis auf eine zehn Hektar große, noch grüne Splitterfläche in Greppin ebenfalls vollständig geborgen. „Hier hätten die Sturmböen des zweiten Unwetters am 18./19. Juli massive Ausfälle verursachen können“, ist sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende bewusst.

Der Ertrag fällt auch beim Raps stark abhängig von der Bodengüte aus. Während es auf den Schlägen in der Gemarkung Löberitz etwas über 30 dt/ha sind, darunter auch ein Feld mit nur rund 22 dt/ha Rapssamen, waren es in der Greppiner Flur immerhin um die 40 dt/ha.

„Zwischendurch“, so Hänsch,  „haben wir auf den Fuhnewiesen Heu gemacht – 800 Großballen, als Winterfutter für unsere Rinder.“ Das erste Stroh, zwischen 600 bis 700 Quaderballen, kam ebenfalls unters Dach. Parallel zum Getreidedrusch, der zuletzt tageweise durch wiederkehrende Regenschauer unterbrochen worden war, wurde in der vorigen Woche auch weiter Stroh gepresst. Ein neu angeschaffter Schwadlüfter leistete hierbei erste gute Dienste. Auf dem Plan standen 4 000 Ballen Einstreu- und 300 Ballen Futterstroh für die Fleisch- und Milchrinder sowie 1.000 Ballen als Einstreu für die Schweinehaltung. Mitte dieser Woche war auch die Strohbergung abgeschlossen.

Am vierten Juliwochenende wurde der Winterroggen nahezu komplett gedroschen. Mit dem Durchschnittsertrag von rund 51 dt/ha ist Andreas Hänsch nicht unzufrieden. „Das ist dieses Jahr eben Realität.“ Seit vorigem Mittwoch fraßen sich die vier Erntemaschinen des Betriebes dann durch den Winterweizen, der mit 550 ha Fläche die anbaustärkste Kultur im Unternehmen ist. Auf den leichteren Löberitzer Standorten schüttete der Weizen im Durchschnitt 52 dt/ha. Die Qualitäten waren nicht berauschend: Zwar waren die Proteinwerte gut, die Fallzahlen aber relativ niedrig.

„Die besseren Schläge kommen aber noch“, zeigte sich Produktionsleiter Hänsch am Wochenende verhalten optimistisch. Er sollte Recht behalten. Im Betriebsteil Greppin brachte der Weizen 75 bis 80 dt/ha, bei durchweg guten Kornqualitäten. „Die besseren Böden haben hier etwas ausgemacht. Auch hatten wir hier zwischendurch mal einen ergiebigeren Schauer“, blickt Andreas Hänsch zurück. Am vergangenen Sonnabend waren die 95 ha Körnererbsen, die im Mittel 35 dt/ha Ertrag brachten, dazwischengeschoben worden. „Bei trockenwarmer Witterung bricht das Erbsenstroh besser“, sagt Hänsch.

Die vier betriebseigenen Mähdrescher, drei 580er und ein 760er Lexion von CLAAS mit neun Meter breiten Schneidwerken, liefen die Kampagne ohne ernstzunehmende Probleme durch. Trotzdem es in dieser Saison witterungsbedingt selten volle Druschtage gab, war die Genossenschaft stets gut im Rennen. „Der Kauf einer vierten eigenen Maschine im Vorjahr war eine richtige Entscheidung“, betont Hänsch.

Heute Morgen standen von den rund 1.750 ha Druschfrüchten noch rund 20 ha Weizen und 10 ha Raps. Eigentlich wollten die Löberitzer Landwirte schon gestern mit der Ernte fertig werden. Doch leichter Niederschlag in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brachte den Zeitplan noch einmal kurz durcheinander. Erst gegen Nachmittag konnten die Mähdrescher gestern wieder in die verbliebenen Bestände. „Die relativ kleinen Stücken in Greppin haben uns dann noch zusätzlich aufgehalten, wir mussten öfter umbauen und umsetzen“, sagt Andreas Hänsch. Mit der Ernte ist er alles in allem doch zufrieden. Die Wetterunbilden dieses Jahres hatten Schlimmeres befürchten lassen. Sorgenfrei ist der Produktionsleiter der Agrargenossenschaft Löberitz indes nicht. Die derzeitige extreme Hitze mit zum Teil tropischen Temperaturen, die sich laut Wettervorhersage noch über mehrere Tage hinziehen soll, wird die Zuckerrüben und den Silomais wieder gehörig stressen.

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