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  • 09.03.
  • 2015.09.03.

Erbsen sind gedrillt

© Detlef Finger

Andreas Hänsch, Produktionsleiter der Agrargenossenschaft Löberitz, steht am Rande des Schlages Plan 20/Hinter Kuhlemann bei Rödgen, auf dem in diesem Jahr Körnererbsen gedeihen sollen.

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Geringe Winterniederschläge und die trockene Witterung der letzten Tage und Wochen ermöglichten in der Agrargenossenschaft Löberitz wie im Vorjahr einen relativ zeitigen Start der Frühjahrsarbeiten. Der Winterraps erhielt seine Stickstoffstartgabe bereits in der letzten Februarwoche. „Wir haben rund 100 Kilo Rein-N in Form von Piamon gestreut“, sagt Feldbauleiter Andreas Hänsch. „Der Mineraldünger hat neben der Stickstoff- auch eine Schwefelkomponente und sorgt so für eine ausgewogene Pflanzenernährung mit beiden Nährstoffen“, so der 56-Jährige. In der zweiten Hälfte der Vorwoche begann auch die mineralische Stickstoffdüngung im Winterweizen, dessen Nährstoffbedarf zu einem Großteil über Gärreste aus der Biogasanlage gedeckt wird, die vom Lohnunternehmen Heller zuvor mittels Schleppschlauchtechnik auf 130 Hektar ausgebracht wurden. „Zirka 80 Kilo Stickstoff werden hierfür angerechnet“, erklärt der Produktionsleiter.

 

Höhere Flächenleistung

Wintergerste und Winterroggen erhalten nur eine Stickstoffgabe im Umfang von etwa 100 bzw. 80 Kilo Rein-N. Winterweizen und Winterraps bekommen hingegen noch ein zweites Mal Stickstoff verabreicht. Bei der Ölfrucht sind es unter Anrechnung der Nmin-Werte im Boden noch etwa 30 Kilo Reinnährstoff, rechnet Andreas Hänsch vor.

Ausgebracht werden die mineralischen Düngemittel mit einem Anbauschleuderdüngerstreuer von Amazone mit acht Tonnen Nutzlast. Den Schlepper steuerte dieser Tage Manfred Schunke. Die Zugmaschine wurde dafür auf die Spurweite der selbstfahrenden Feldspritze (2,25 Meter) angepasst, die sich die Agrargenossenschaft im Vorsommer angeschafft hat. Durch die größere Arbeitsbreite des Dammann-trac, der die Pflanzenschutzmittel auf 32 Meter Breite appliziert, werde auch beim Düngen eine höhere Flächenleistung erzielt, sagt Andreas Hänsch. „Wir brauchen weniger Umfahrten auf einem Schlag“, erklärt der Staatlich Geprüfte Wirtschafter für Landbau. Das Wurfbild des Düngerstreuers musste natürlich entsprechend angepasst werden. „Wir haben dazu auf dem Acker Kontrollen mit der Prüfschale durchgeführt“, merkt Hänsch an.

Mit den zuvor genutzten gezogenen Anhängefeldspritzen wurde lediglich eine Arbeitsbreite von 24 Meter erreicht. „Sobald die alte Drillmaschine mit acht Meter Arbeitsbreite durch eine neue mit dann neun Meter ersetzt ist, wird auch die selbstfahrende Feldspritze mit 36 Meter Arbeitsbreite betrieben“, blickt der stellvertretende Vorstandschef bereits voraus.

 

Zweites Anbaujahr

Seit Donnerstag voriger Woche wurde auf Plan 20/Hinter Kuhlemann, einem 95-Hektar-Schlag bei Rödgen, der Boden für die Aussaat der Körnererbsen vorbereitet. Dazu zog Eckhard Scholz mit dem großen Knicklenkerschlepper von John Deere und der Grubberkombination TopDown 700 von Väderstad seine Runden auf dem Acker. Freitag und Samstag brachte Sigbert Hentke die Körnerleguminosen mit der Drillmaschine Rapid von Väderstad mit acht Meter Arbeitsbreite schließlich in die Erde.

Angebaut werden die Hülsenfrüchte in der Agrargenossenschaft Löberitz im zweiten Jahr zum Zweck der Fruchtartendiversifizierung im Ackerbau, erläutert Andreas Hänsch. Die Agrarumweltmaßnahme mit fünfjährigem Verpflichtungszeitraum wird im Rahmen der Markt- und standortangepassten Landbewirtschaftung (MSL) gefördert. Mindestens fünf Prozent der betrieblichen Ackerfläche sind dazu mit Leguminosen zu bestellen. Die Agrargenossenschaft kann sich (allerdings mit einem Abschlag auf den Fördersatz) den Leguminosenanbau zudem auf die Verpflichtungen im Rahmen des Greenings anrechnen lassen, ergänzt der Feldbauchef. Die zu erbringende Ökologische Vorrangfläche von mindestens fünf Prozent des Ackerlandes macht in Löberitz bei rund 1.800 Hektar Acker zirka 90 Hektar aus. Die mit den Hülsenfrüchten bestellte Fläche kann hier mit einem Faktor von 0,7 in Anrechnung gebracht werden. „Den Rest erbringen wir über Brachflächen mit Selbstbegrünung“, informiert Hänsch. Die Körnerfuttererbsen gehen nach der Ernte an das Safu-Mischfutterwerk in Salzfurtkapelle, das Erbsenstroh wird zum Teil gepresst und dient als Rinderfutter. „Und eine gute Vorfruchtwirkung haben wir durch die Erbsen gratis obendrein“, freut sich der Feldbauchef.

 

 

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