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Eine Runde mit dem Chef

© Detlef Finger

Vorstandschef Thomas Külz (l.) begegnet auf seinen Betriebsrundgängen oft seinem Amtsvorgänger, Kurt Faust. Der inzwischen 75-Jährige ist Aufsichtsratsvorsitzender der Agrargenossenschaft.

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Zu meinem Antrittsbesuch in der Agrargenossenschaft Löberitz treffe ich mich am frühen Morgen um 7.00 Uhr im Verwaltungsgebäude in Salzfurtkapelle mit Vorstandschef Thomas Külz. Der 52-Jährige Agraringenieur kommt gerade aus dem Büro von Feldbauleiter Andreas Hänsch. Mit ihm hat Külz über die an diesem Tag anstehenden Arbeiten auf den Feldern gesprochen. Nachdem Külz noch die neu eingegangenen Mails auf seinem Büro-PC durchgegangen ist, machen wir uns zusammen auf die morgendliche Runde, die den Betriebsleiter zu den Produktionsstätten des Unternehmens führt.

Stress im Rinderstall

Erste Station ist die ehemalige Milchviehanlage der Genossenschaft in Salzfurtkapelle. Hier geht es heute hoch her. Eine größere Zahl von Mitarbeitern/innen aus der Rinderhaltung, aber auch aus der Verwaltung, ist dabei, die Fleischrinder der Rasse Fleckvieh-Simmental durch die Ställe zu einem der Gebäude zu treiben, in dem ein Fangstand aufgebaut ist. Einzeln werden die Rinder darin fixiert. Sie sind entsprechend aufgeregt, gleichwohl die Beschäftigten bemüht sind, die Ruhe zu bewahren. Hoftierärztin Dr. Sandra Unglaube, die eine Praxis für Groß- und Kleintiere im nahen Raguhn führt, entnimmt jedem Rind eine Blutprobe aus der Schwanzvene. Die Untersuchung der Blutproben, die im Landesveterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt in Stendal erfolgen wird, dient der Kontrolle der Rinderherde auf eine mögliche Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1).

„Unser Tierbestand ist anerkannt BHV1-frei und entsprechend zertifiziert“, sagt Bereichsleiter Edgar Hecht, während er mit einem akkubetriebenen Haarschneider den Tieren das Fell an den Ohren stutzt, damit die Nummern auf den Ohrmarken gut erkennbar bleiben. Damit der amtlich bestätigte Gesundheitsstatus des Bestandes erhalten bleibt, sind regelmäßige Kontrollen erforderlich. Untersucht werden Tiere, die älter als neun Monate sind. „Die Zahl der zu untersuchenden Rinder richtet sich nach dem Anteil Kühe in der Herde“, erläutert Hecht. In Löberitz müssen nach dieser Maßgabe rund 340 von knapp 500 Rindern geblutet werden. Darunter sind auch die Holstein-Jungrinder aus der Färsenaufzucht, denen bereits zwei Tage zuvor Blut entnommen worden war.

Biogas aus Schweinegülle

Von Salzfurtkapelle aus geht es weiter nach Löberitz. Hier schaut der Betriebsleiter zunächst in der Biogasanlage am Ortsrand nach dem Rechten. „In den vergangenen Tagen hat es wiederholt Probleme mit dem Feststoffdosierer gegeben“, berichtet ihm Axel Hübner, der die Anlage an diesem Tag anstelle seines Kollegen Uwe Hesse betreut. Neben Schweinegülle aus der benachbarten Tierhaltung des Betriebes kommt Maissilage als Gärsubstrat zum Einsatz. Hübner ist zuversichtlich, dass das Problem in den nächsten Tagen vollständig behoben werden kann.

Zum Schluss seiner morgendlichen Runde schaut Thomas Külz noch in der Schweinehaltungsanlage der Genossenschaft vorbei. Deren „Zentrale“ liegt nur einen Steinwurf von der Biogasanlage entfernt. Chefin ist hier Sabine Falke. Die junge Frau ist verantwortlich für die Ferkelerzeugung mit rund 320 produktiven Sauen und die Schweinemast auf rund 2.000 Tierplätzen. Von ihr erfährt Külz, dass in der kommenden Woche wieder Ferkel von ihren Müttern abgesetzt werden. Etwa 400 bis 500 Ferkel sind es pro Gruppe. Die Jungtiere kommen mit einem Gewicht von durchschnittlich 8 kg ins Flatdeck, wo sie auf 25 bis 28 kg heranwachsen, ehe sie dann in die Mast wechseln. „Das Absetzen der Ferkel geht bei uns immer Mittwochnachmittag über die Bühne“, erklärt Sabine Falke noch zum betrieblichen Zeitregime, ehe sich Thomas Külz nach fast anderthalb Stunden „Betriebsrundgang“ mit mir wieder zurück auf den Weg zur Verwaltung in Salzfurtkapelle aufmacht, wo schon der nächste Termin auf den Vorstandsvorsitzenden wartet.

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