• 2014
  • 13.06.
  • 2014.13.06.

Auch Mutterkühe machen Mühe

© Detlef Finger

Sascha Albrecht, Mitarbeiter im Bereich Feldbau der Agrargenossenschaft Löberitz, befüllt die Tröge auf den Weideflächen der Fleischrinder mit frischem Wasser.

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„Selbst wenn unser Fleckvieh draußen auf den Weiden ist, bedeutet das nicht, dass wir mit den Tieren keine Arbeit haben“, erklärt Edgar Hecht. Der Bereichsleiter Rinderhaltung der Löberitzer Agrargenossenschaft sieht zum Beispiel mindestens zweimal am Tag auf den Koppeln nach dem Rechten. „Ich kontrolliere die Weidezäune, prüfe mit dem Messgerät, ob ausreichend Spannung anliegt“, sagt der Diplomagraringenieur. Insbesondere wegen des Wildes sei dies erforderlich. Das könne die Elektrozäune beschädigen, erläutert der 57-Jährige. So sei es schon vorgekommen, dass ein junger Rehbock, ein sogenannter Spießer, die Litzen heruntergerissen habe. Die Kontrollen seien aber auch nötig, weil sich mitunter unvernünftige Menschen an der Einzäunung zu schaffen machen, weiß Hecht aus jahrelanger Erfahrung. Schließlich sei man als Tierhalter dafür verantwortlich, dass die Tiere nicht von den Weiden ausbrechen und Schaden anrichten können.

Täglicher Gesundheitscheck

„Natürlich gehört auch die Gesundheitskontrolle der Tiere bei meinen Rundgängen dazu“, betont Hecht. „Die ist ganz wichtig.“ So prüft der Fachmann mit sachkundigem Blick zum Beispiel, ob eine Kuh lahmt oder ob bei einer der Nachzüglerinnen die Geburt des Kalbes bevorsteht. Etwa 20 bis 30 der Tiere sind nicht im Stall niedergekommen und erwarten ihren Nachwuchs nun im Freiland. Der muss entsprechend den Vorschriften dann eingefangen und mit Ohrmarken gekennzeichnet werden, was auf den weitläufigen Wiesen mitunter nicht gerade einfach ist.

Edgar Hecht schätzt bei seinen Kontrollrunden ferner ein, ob der Aufwuchs auf der Fläche für die Fleischrinder noch ausreichend ist. Anderenfalls müssen die Herden umgekoppelt werden. „Wir arbeiten mit Standweiden“, klärt er auf. Wenn die den Tieren zugeteilten Areale abgefressen sind, werden diese bei Bedarf noch mit dem Mulcher abgeschlegelt. Dabei wird u.a. der Bewuchs an den sogenannten Geilstellen entfernt, wo die Rinder gekotet haben und die sie beim Fressen meiden.

Immer genug frisches Wasser

Und selbstverständlich wird dafür gesorgt, dass die Rinder jederzeit ausreichend frisches Wasser zur Verfügung haben. Auf den Weiden an der Fuhne, wo das Grundwasser recht hoch steht, geschieht das über Membran-Weidepumpen, die das Wasser über einen Schlauch aus etwa zwei bis drei Meter tiefen Borlöchern ziehen. „Über einen Pumpenhebel, den die Tiere mit dem Maul bewegen, fördern sie das Wasser selbst in die Tränke“, berichtet Edgar Hecht, zu dessen Arbeiten es auch gehört, die Funktionsfähigkeit der Wasseranlagen regelmäßig zu überprüfen. „Es kann schon mal vorkommen, dass sich ein Saugkorb oder der Saugschlauch versetzt“, sagt er.

Die überwiegend aus Färsen bestehende Herde, die unweit der Rinderanlage in Salzfurtkapelle auf einem grundwasserferneren Standort steht, wird dagegen über große Tröge mit Wasser versorgt. „Der Wasserwagen fasst etwa 8.000 Liter. Das reicht bei besonders warmem Wetter etwa vier Tage, bei kühleren Temperaturen auch länger“, rechnet Hecht vor. Das Befüllen des Vorratsbehälters mit Wasser übernehmen Kollegen aus dem Feldbau. Mit dem Fasswagen, der in der Pflanzenproduktion der Genossenschaft dem Transport von Frischwasser für das Zubereiten der Spritzbrühe in den beiden Feldspritzen an den Feldrändern dient, wird das kühle Nass auch zu den Weideflächen der Fleischrinder gefahren. Aus dem Vorratsbehälter kann Hecht bei seinen Kontrollgängen dann die Tröge mit frischem Tränkwasser auffüllen.

Auch im Stall ist derzeit zu tun

Gleichwohl die Fleischrinder nun auf den Weideflächen sind, gibt es für Edgar Hecht und seine Kollegen auch in der Rinderanlage Tag für Tag genügend Arbeit, allein schon wegen der Versorgung des Bestandes an Milchjungvieh. Das Winterquartier der Fleischrinder wird derzeit gereinigt. Die Ställe sollen im Anschluss desinfiziert, die Wände frisch gekalkt werden. Und auch an den Gattern ist das eine oder andere zu reparieren. Darüber hinaus sind jetzt, nach dem schweren Gewitter Mitte der Woche, die Weiden von abgebrochenen Ästen zu beräumen und gegebenenfalls Koppelzäune zu reparieren.

Detlef Finger

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