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  • 2015.12.01.

Aktion „Sauberes Korn“

© Detlef Finger

Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Löberitz, Thomas Külz, verspricht sich vom Bau der Getreideaufbereitungsanlage für sein Unternehmen Mehrerlöse für das vermarktete Getreide sowie eine höhere Flexibilität in der Getreideernte.

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Am Ortsrand von Löberitz, am Standort der Sauenzuchtanlage der Agrargenossenschaft Löberitz, sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite derzeit zwei Baufirmen mit Schacht- und Betonierarbeiten beschäftigt. Sie bringen an der Stirnseite einer Lagerhalle des Landwirtschaftsbetriebes Fundamente in die Erde. Hier soll die Annahmewanne samt einem Schleppdach für die künftige Getreidereinigung der Genossenschaft entstehen. „Bis zur Ernte soll die Anlage betriebsbereit sein“, sagt Vorstandschef Thomas Külz. Geplant sei, künftig das im Betrieb geerntete Getreide vor dem Vermarkten zu reinigen.

„Wenn wir Schwarzbesatz sowie Bruch- und Schmachtkörner und gegebenenfalls Fremdgetreide aus dem Erntegut entfernen, haben wir weniger Abschläge beim aufnehmenden Landhandel“, erläutert Külz die Beweggründe für diese Investition. Auf zirka 40.000 bis 50.000 Euro summierten sich bislang die Abzüge alljährlich für den Agrarbetrieb, der im Verbund mit seiner Tochtergesellschaft, dem Gut Greppin, auf fast 1.200 Hektar Fläche Wintergetreide anbaut. Die künftig zu erzielenden Mehrerlöse tragen dazu bei, dass sich die jetzige Investition in fünf, sechs Jahren amortisiert hat, erklärt Külz. Darüber hinaus kann die Genossenschaft die Getreidereinigungsanlage zur Aufbereitung von Saatgut nutzen. Die Erzeugung von Winterweizen und Wintergerste wird im Betrieb zu etwa 85 bis 90 Prozent im Nachbau bestritten. Lediglich das Winterroggensaatgut wird komplett zugekauft, da hier ausschließlich Hybridsorten zum Anbau kommen. Für die eigene Saatgutaufbereitung liehen sich die Löberitzer Landwirte in den zurückliegenden Jahren immer eine mobile Anlage aus.

Etwa 70 bis 100 Tonnen Getreide pro Stunde soll die Reinigungsanlage aufbereiten können. Wie der Betriebsleiter informiert, soll perspektivisch in weiteren Bauabschnitten eine Trocknung entstehen und die Halle mit einer Unterflurbelüftung ausgestattet werden. „Aber das ist noch Zukunftsmusik“, betont Külz. Schließlich wolle sich der Betrieb finanziell nicht übernehmen. Die Gesamtkosten dieser Investition beziffert der Vorstandsvorsitzende auf rund eine halbe Million Euro, die – über zwei, drei Jahre gestreckt – aus Eigenmitteln der Genossenschaft finanziert werden sollen.

Die Abfälle aus der Getreidereinigung kann die Agrargenossenschaft Löberitz in ihrer Biogasanlage sinnvoll verwerten. Von der 600-kW-Anlage soll im Gegenzug die benötigte Wärme für die in einem nächsten Schritt geplante Getreidetrocknung kommen. Bisher wird etwa die Hälfte des Aufkommens an Wärme zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung für die Schweineställe und den Sozialtrakt genutzt. Die energetische Bilanz der Biogasanlage wird dadurch weiter verbessert. „Zudem sind wir mit der Getreidetrocknung in der Ernte flexibler“, nennt Thomas Külz einen weiteren Aspekt. Und auch der nicht für die Tierhaltung bzw. Biogaserzeugung benötigte Silomais könnte damit künftig zur Körnerreife geführt und das Druschgut getrocknet werden. „Bei freien Kapazitäten ist auch eine Lohntrocknung für andere Landwirtschaftsbetriebe denkbar“, sagt Thomas Külz abschließend.

Detlef Finger

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