Symbolbild © IMAGO / Panthermedia

Mit Likör Eier flexibel direkt vermarkten

Eierlikör ergänzt nicht nur wunderbar die Produktpalette in der Direktvermarktung, sondern ist auch eine sinnvolle wie süffige Verwertung eines Eierüberschusses. Tipps zur Eierlikörherstellung.

Von Manfred F. Golze

Das Ei ist eines der ältesten Produkte der Tierhaltung, das direkt vermarktet wurde. Ob Bauersfrauen oder Häuslerin: Sie sammelten die Eier und brachten sie zum Markt – oder Kunden holten die Eier ab. Über Eier und teilweise auch Geflügel gewann die Hausfrau im Mittelalter ihr „Nadelgeld“ (Taschengeld).

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Eierlikör: Überschüssige Eier sinnvoll verwerten

Für eine ganze Reihe von Direktvermarktern spielen Eier eine große Rolle. Stets sind die Produzenten interessiert, ihre Kunden mit frischen Eiern zu beliefern. Auch bei verstärkter Nachfrage will man das Geschäft mitnehmen. Das gelingt oft nur, wenn dann ein paar Eier vorgehalten werden. Daneben kennen Halter jene Zeit mit einer größeren Zahl an Junghenneneiern, die nicht so leicht zu vermarkten sind.

Eine sinnvolle Verwertung stellt hier die Erzeugung von Nudelprodukten und Eierlikör dar, die den Eierüberschuss verwerten helfen. In dieser Form sind sie eine längere Zeit haltbar. Zudem erweitern sie sehr gut das Angebot in der Direktvermarktung, was von vielen Kunden gern angenommen wird.

Worauf muss man bei der Eierlikörherstellung achten?

Die Eierlikörerzeugung erfolgt nicht nur mit Hühnereiern, auch Wachtel- oder Straußeneier, von klein bis groß, werden so verwertet. Zu ergänzen bleibt, dass es auch Tierhalter gibt, die sich auf die Erzeugung von Eierlikör, wie etwa von Wachteleiern, spezialisiert haben.

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Wachteleier
Die Legeperiode einer Wachtelhenne dauert etwa fünf bis sechs Monate. In dieser Zeit legt jedes Tier 120 bis 125 Eier mit einem Gewicht von etwa 13 g. (c) Silvia Kölbel

Immer wieder kommt es bei Direktvermarktern, die Eiprodukte wie Nudeln und Eierlikör herstellen und anbieten, vor, dass die Eierlikörherstellung und -vermarktung beanstandet wird. Meist wurden hier die Eier roh verwendet und nicht einer Erhitzung unterzogen.

Die neuen Regeln/Verordnungen schreiben die Herstellung und Vermarktung für die Direktvermarkter exakt vor. Nach der entsprechenden EU-Verordnung ist Eierlikör als Spirituose definiert, die aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs (Neutralalkohol), einem Destillat und/oder einem Brand gewonnen wird. Bestandteile sind hochwertiges Eigelb und Eiweiß, Zucker oder Honig. Der Mindestgehalt ist vorgeschrieben. 140 g reines Eigelb muss ein Liter des fertigen Likörs enthalten. Der Mindestgehalt an Zucker oder Honig (als Invertzucker ausgedrückt) muss 150 g/l betragen. Das Erzeugnis muss der EU-Verordnung zufolge mindestens 14 Vol.-% Alkohol aufweisen.

Ferner dürfen zur Herstellung auch Aromastoffe und Aromaextrakte verwendet werden. Heute sind bei der Herstellung von Eierlikör auch Milcherzeugnisse wie etwa Sahne gestattet.

Tipps für Selbstvermarkter

  • Die Zutaten mit digitaler Waage oder graduiertem Messbehälter bestimmen
  • Ein geeichtes Euro-Alkoholometer (Alkoholspindel) für Alkoholgehalt verwenden
  • Alkoholgehalt einer Charge im Handelslabor bestimmen lassen und zur Sicherheit mit eigenen Werten abgleichen
  • Milch/Sahne und Ei kenntlich machen, wenn nicht aus Verkehrsbezeichnung oder Zutatenverzeichnis ersichtlich (wegen Allergien und Unverträglichkeit)

Bei Einhaltung der allgemeinen Hygiene und des Mindestalkoholgehaltes von 14 Vol.-% (was schon im eigenen Interesse für die Haltbarkeit sein sollte) kann kein Einspruch gegen die Erzeugung erhoben werden.


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