Erfolgreich geimpft

05.10.2015

© Sabine Rübensaat

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Ende Mai (Heft 22, S. 26–29) berichteten wir über Dr. Bernd Pieper und seine Erfahrungen im Lupinenanbau. In dieser Saison setzte sein Betrieb erstmals, mit Knöllchenbakterien geimpftes Saatgut ein, und nun gibt es erste Ergebnisse zu den Versuchen.

Herr Dr. Pieper, die Lupinenernte ist abgeschlossen. Sind Sie mit dem Ertrag zufrieden?
■ Mit dem Ertrag insgesamt, also Qualität und Erntemenge, sind wir nicht zufrieden.

Sie bauen die Sorten Boregine und Borlu an. Gab es Unterschiede?
■ Bei der Sorte Borlu hatten wir schwere Schäden durch den Blattrandkäfer. Wir haben im Durchschnitt pro Hektar nur zehn Doppelzentner geerntet. Bei der Boregine, die vierzehn Tage nach Borlu ausgesät wurde, haben wir hingegen einen super Ertrag erzielt. In den Versuchen für das Netzwerk Lupine konnten wir zwischen 31 und 32 Doppelzentner ernten. Im Durchschnitt sind immer noch knapp dreißig Doppelzentner geerntet worden. Die großen Unterschiede basieren unserer Meinung nach hauptsächlich auf den unterschiedlichen Saatterminen.

Frau Mösinger vom Netzwerk Lupine war bei der Ernte am 12. August dabei und hat die Versuche von Ihrem Meisterschüler Richard Cerbe begleitet. Wie lauten die Ergebnisse?  
■ Am besten hat die Parzelle mit geimpftem Saatgut und 120 Pflanzen pro Quadratmetern abgeschnitten. Hier konnten wir einen Ertrag von 33,8 Doppelzentnern ermitteln. Am schlechtesten hingegen schnitt mit 31,76 Doppelzentnern die ungeimpfte Parzelle mit 120 Pflanzen pro Quadratmetern ab.

An den Lupinenpflanzen waren kaum noch Blätter zu sehen. Der Blattrandkäfer hat wohl ganze Arbeit geleistet?
■ Teilweise ja. Warum aber zwischen den beiden Sorten Borlu und Boregine, die auf einem Schlag standen, so große Unterschiede im Befall bestanden, bleibt für uns rätselhaft.

Welche Möglichkeiten gibt es, dem Blattrandkäfer Einhalt zu gebieten?
■ Im Ökobereich ist mir nichts bekannt, weder pflanzenbaulich noch im Bereich von Nützlings- oder Fangpflanzeneinsatz. Da könnte das Netzwerk Lupine helfen und diese Fragen bearbeiten.

Mit welchen Problemen hatten Sie im Frühjahr zu kämpfen?
■ Im Großen und Ganzen verlief das Frühjahr sehr gut. Bei der Sorte Borlu hatten wir mit ziemlich viel Unkraut zu kämpfen, das aber vor allem wegen der Lücken im Bestand. Die Boregine hingegen war bei gleicher Behandlung, also dem Blindstriegeln, nahezu unkrautfrei. Ihr Bestand hat die Unkräuter einfach besser unterdrückt.

Kann es vielleicht auch an der Qualität des Saatgutes gelegen haben?
■ Das können wir ausschließen, denn wir lassen unser Saatgut bei der Lufa in Rostock unter anderem auf Keimfähigkeit untersuchen. Im Fall der Borlu war diese mit 89 Prozent sogar sehr hoch. Wo wir vielleicht einen Fehler gemacht haben könnten, ist beim Striegeln der Borlu. Vielleicht war sie doch schon angekeimt und ist beim Blindstriegeln verrollt. Damit war der vollständige Bodenschluss vielleicht nicht mehr gegeben.

Das Erntegut ist leicht verunreinigt. Müssen Sie es für die Vermarktung reinigen?
■ Bei der Sorte Borlu war das Erntegut wegen der fehlenden Konkurrenzfähigkeit des Bestandes stark verunreinigt und musste gereinigt werden. Bei Boregine hingegen war das Erntegut sehr sauber, und wir konnten es ohne zu reinigen in die Toastung bringen. Das waren Unterschiede wie Tag und Nacht.

Wie wird die weitere Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Lupine und ProLupin aussehen?
■ Wir bleiben am Thema auf jeden Fall dran, sowohl öko­logisch also auch konventionell! Über Winter werden wir die Konzepte entwickeln. Es soll auf jeden Fall in Richtung Verwertung, also Fütterung, gehen.

Und? Wie schmeckt denn nun das Lupineneis? Diesen Sommer, mit Temperaturen über 40 Grad Celsius, haben Sie doch bestimmt mal probiert?
■  Obwohl es immer sehr heiß war, war auch immer sehr viel zu tun. Deshalb habe ich es immer noch nicht geschafft.

Die Fragen stellten
Sabine Rübensaat und  Erik Pilgermann

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