Vernetzung im Osten stärken

11.05.2016

© Sabine Rübensaat

Daniel Kopperschmidt am Stand der Landjugend auf der Grünen Woche vor zwei Jahren.

Am Sonntag, den 24. April, gab es auf der Bundesmitgliederversammlung in Baden-Württemberg einen der größten Wechsel an der Spitze des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL). Kathrin Funk, Matthias Daun, Katrin Fischer, Henrik Schweder und Julia Müller vom alten Vorstand kandidierten nicht mehr. Bei einer spannenden Wahl mit zwei Stichwahlen setzten sich fünf neue Vertreter durch: Sebastian Schaller (30), Konstrukteur aus Bayern, tritt in die Fußstapfen von Matthias Daun und wird neuer Bundesvorsitzenden. Mit an der Doppelspitze: Nina Sehnke (31), die in Soest Agrarwirtschaft studiert, und zudem dem Ring der Landjugend Westfalen-Lippe vorsteht. Außerdem im Vorstand: Bankkaufrau Barbara Bißbort (23) aus Rheinland-Pfalz, Christoph Daun (27), der mit Bruder und Vater einen Milchviehbetrieb in der Eifel bewirtschaftet, Agrarwissenschaftsstudentin Kathrin Muus (21) aus Schleswig-Holstein und Daniel Kopperschmidt (31) aus Brandenburg. Ihn bekamen wir kurzfristig ans Telefon – nicht nur, um zu gratulieren.


Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl in den Bundesvorstand. Mussten Sie erst überzeugt werden, sich zur Wahl zu stellen oder haben Sie zielgerichtet kandidiert?

■ Ich habe mich aufstellen lassen, habe mich durchgesetzt und bin hoch motiviert, jetzt auf Bundesebene etwas für die Landjugend zu leisten – insbesondere eben auch für die ostdeutschen Landesverbände.

Haben Sie schon konkrete Vorstellungen?

■ Meines Erachtens ist es wichtig, die Vernetzung der ostdeutschen Landesverbände zu stärken. Wir haben ja die gleichen Startbedingungen und stehen – zum Teil wenigstens – immer noch vor den gleichen Herausforderungen, zum Beispiel was die Mitgliederzahlen betrifft. Andererseits ist die Ausrichtung auf Agrarthemen, Jugendpolitik und Jugendsozialarbeit im ländlichen Raum in den einzelnen Landesverbänden unterschiedlich gewichtet. Ich will erstmal überall hinfahren, die Leute in den Landesverbänden kennenlernen und mir einen Überblick verschaffen, wo Arbeitsschwerpunkte, Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen, wo Vernetzung sinnvoll ist und wie sie funktionieren könnte.

Das wird viel Zeit und Arbeit kosten. Ist das mit Ihrer persönlichen Arbeitssituation vereinbar?

■ Das hoffe ich zumindest. Ich mache gerade eine Umschulung zum Erzieher. Die Kita und die Seminarleitung stehen hinter meinem ehrenamtlichen Engagement.

Als wir uns vor zwei Jahren auf der Grünen Woche trafen, waren Sie noch in der Wirtschaft tätig, da hat sich viel geändert...

■ Ich bin ausgebildeter Wirtschaftsassistent, und daran, dass ich jetzt umschule, ist die Landjugend nicht ganz unbeteiligt. Ich bin ja jetzt seit 13 Jahren aktiv in der Landjugendarbeit, war Clubvorsteher, habe mit dem Jugendkoordinator zusammengearbeitet, an Juleica-Schulungen teilgenommen (Jugendleiter-Card als Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit, Anmerkung der Redaktion) und gemerkt, dass mir die soziale Arbeit liegt.

Aber Kita – die sind doch deutlich jünger.

■ Na klar. Aber der Kita-Erzieher ist für mich die Grundlage für ein sozialpädagogisches Studium, das sich anschließen soll.

Haben Sie einen persönlichen Bezug zur Landwirtschaft?

■ Bisher gibt es da wenig Berührungspunkte. Wir haben zwar einen Agrarbetrieb in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, aber da gab es keine persönlichen Beziehungen. Das ist ja auch einer der Unterschiede: Durch die kleingliedrigere Agrarstruktur haben die Landjugendlichen im Westen ganz von selbst direktere Bezüge zur Landwirtschaft.

Welches sind die ersten Schritte für Sie auf Bundesebene?

■ Am Montag (2. Mai) findet in Berlin die erste Bundesvorstandssitzung statt. Da werden wir uns näher kennenlernen und schauen, wer für welchen Bereich zuständig sein könnte. Ich möchte mich gerne jugendpolitisch einbringen und ein Sprachrohr für die Landesverbände im Osten sein. Wir müssen sehen, wo unsere Gemeinsamkeiten liegen, wie wir uns austauschen und gegenseitig unter die Arme greifen können.

Die Fragen stellte HEIKE MILDNER

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