Keine Angst vor Hürden

13.11.2013

Caroline Vatter © Wolfgang Herklotz

Was sind eigentlich „Löschzwerge“?

• Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zehn Jahren, denen wir Grundkenntnisse der Feuerwehrausbildung vermitteln. Das macht richtig Spaß, denn die  Knirpse sind mit großer Begeisterung dabei.

 

Wann haben Sie selbst das erste Mal den Umgang mit Schlauch und Wasser geübt?

• Da war ich acht. Und fand das ganz selbstverständlich, weil in meiner Familie alle bei der Feuerwehr sind. Allen voran der Papa als stellvertretender Ortswehrführer.  

 

Jetzt sind Sie 23 und weiterhin  bei der Feuerwehr aktiv. Hat man in diesem Alter nicht andere Interessen?

• Natürlich gehe ich mit meinen Freundinnen auch gerne in die Disco und regelmäßig in unseren Jugendclub. Aber der harte Kern dort, das sind mehr als ein Dutzend junge Leute von 16 bis 30, gehört durchweg der Feuerwehr an. Da gibt es einfach unheimlich viele Gemeinsamkeiten.

 

Somit dürfte der Feuerwehrverein wohl der größte in Ihrem Heimatdorf Gahry sein.

• Das kommt hin. Von den rund 250 Einwohnern sind allein 40 in der Freiwilligen Feuerwehr.

 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Sky-Lounge“?

• So nennen wir unseren Jugendclub. Die Bezeichnung ist zwar ein wenig kühn für den Container. Doch den haben wir uns gemütlich eingerichtet. ­Davor haben wir uns in Bushaltstellen und Bauwagen getroffen. Das war nicht so prickelnd.

 

Sie selbst haben sich erfolgreich um Fördermittel für den Jugendclub  bemüht, hörten wir. Haben Sie dafür ein besonderes Händchen?

• Naja, als gelernte Verwaltungsfachangestellte hat man schon ein paar ­Voraussetzungen. Doch es lag vor allem an der Unterstützung durch die Berlin-Brandenburgische Landjugend, dass wir die bürokratischen Hürden überwinden konnten, um an die Fördermittel heranzukommen.

 

Seit einem Jahr gehören Sie auch dem Ortsbeirat von Gahry an. Warum nehmen Sie das auf sich?

• Weil ich mich in meinem Dorf wohlfühle und hier gern bleiben möchte. Es reizt mich, Dinge anzuschieben und zu organisieren, damit es hier noch lebenswerter wird.

 

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

• Ich will unbedingt mein Abendstudium als Verwaltungsfachwirtin erfolgreich abschließen. Das kostet Freizeit, lässt sich aber verschmerzen. Mein Ziel ist es, eine unbefristete Anstellung bei der Stadtverwaltung von Forst zu bekommen.

 

Als Sie Ende vergangenen Jahres vom Landesjugendring Brandenburg für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden, hatte Sie das offensichtlich überrascht. Sie wussten wirklich vorher nichts davon?

• Nein. Eigentlich mag ich es gar nicht, im Mittelpunkt zu stehen.  Zumal es noch andere Mitstreiter gibt, die sich doll engagieren. Deshalb konnte ich den Abend am Anfang nicht so richtig genießen.

 

Dafür war dann die Freude aber groß, als Sie ein Vereinstrikot des 1. FC Energie Cottbus erhielten. Hat das einen besonderen Wert für Sie?

• Absolut.  Ich hatte eine Jahreskarte fürs Stadion, habe kaum ein Spiel versäumt. Im Moment fehlt mir die Zeit dafür. Dass alle aktuellen Spieler das Trikot unterschrieben haben, hat mich fast umgehauen. Ich wünsche den Jungs so sehr, dass sie wieder aufsteigen!

Die Fragen stellte Wolfgang Herklotz, BauernZeitung

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