Erntekrone für den Deutschen Bundestag

05.11.2018

Im Vordergrund befindet sich die Erntekrone der Landjugend Sachsen-Anhalt. Im Hintergrund stehen (v.l.) Dieter Stier (CDU), David Kuhrmann, Wiebke Fehse, Katrin Budde (SPD) und Kees de Vries (CDU).

Die Erntekrone ©BDL/Carina Gräschke

Die Erntekrone der Landjugend Sachsen-Anhalts überbrachte eine mehrköpfige Delegation des Verbandes um die Landesvorsitzenden Wiebke Fehse (M.) und David Kuhrmann (2. v. l.), hier mit den sachsen-anhaltischen Mitgliedern des Agrarausschusses des Bundestages, Dieter Stier (CDU), Katrin Budde (SPD) und Kees de Vries (CDU, v. l.).

Etwa 3.000 Ähren stecken in der Erntekrone, die seit vergangenem Mittwoch als einzige im Deutschen Bundestag in Berlin hängen darf. Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) hat sie zusammen mit seinem Landesverband Sachsen-Anhalt ins Haus gebracht und dem Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft in seiner 11. Sitzung feierlich übergeben.

» Bild links: Die Vertreter des Landesverbandes mit dem Bundesvorsitzenden der Deutschen Landjugend, Sebastian Schaller und Nina Sehnke (beide links) ©BDL/Carina Gräschke

Doch dabei blieb es nicht: Die jungen Leute nutzten die Gelegenheit auch, um den Abgeordneten ihre Anliegen nahezubringen. Nur Kenner sehen dem Kunstwerk aus Roggen, Weizen, Gerste, Triticale und Hafer an, wie schlecht die Ernte in Sachsen-Anhalt war. „Die Ernte ist nicht selbstverständlich, wie dieses Jahr zeigt. Das gilt auch für die Zukunft der Sauenhalter. Was passiert am 1. Januar?“, fragte etwa die BDL-Bundesvorsitzende Nina Sehnke die Obleute des Ausschusses mit Blick auf das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019, für das sie Aufschub forderte.

Landesvorsitzender David Kuhrmann ergänzte: „Wir mussten die Schweinemast in unserem Betrieb in diesem Jahr einstellen. Kein zweiter und dritter Schnitt beim Grünland. Was im nächsten Jahr wird, wissen wir nicht. Die Situa­tion ist prekär. Aber das Schlimmste ist, der Verbraucher merkt es nicht einmal, denn die Supermärkte sind voll mit Waren, die nicht hierzulande gewachsen sind.“ Die Abgeordneten nahmen die in die Erntekrone eingebundenen Sorgen der Landjugend sehr ernst. „Wir wissen, dass Junglandwirte sich fünfmal überlegen, ob sie den elterlichen Betrieb übernehmen wollen“, so Alois Gerig, Vorsitzender des Bundestagsausschusses. „Wir tun alles, um geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Situation der Schweinehalter hat uns alle betroffen gemacht. Wir versuchen, vom Parlament aus eine Lösung zu finden“, kündigte er an. Natürlich werde das Prachtstück ihn und den Ausschuss bei seinen Beratungen daran erinnern, dass Junglandwirte bei allem Elan auch verlässliche Politik brauchen, damit der Landwirtschaftsstandort Deutschland Zukunft hat.

„Sie können sicher sein, dass wir – über alle Fraktionen hinweg – wissen, wie wertvoll die Landwirtschaft ist“, sagte Gerig in seinen Dankesworten für die Erntekrone, die er als Markenzeichen seines Ausschusses bezeichnete, für das zu kämpfen sich lohne.

Gut 200 Stunden Arbeit sowie Dank, Hoffnung und Demut stecken in dem Ährengebinde. Nicht mitgezählt sind dabei die Stunden, in denen die Landjugend Sachsen-Anhalt das Getreide geschnitten hat: Triticale und Weizen in Hohenwarsleben, Gerste und Roggen im Raum Wittenberg, der Hafer schließlich im niedersächsischen Lanze. „Das ist ein gutes Beispiel für ehrenamtliches Engagement. Mit dem stehen und fallen unsere ländlichen Regionen“, holte BDL-Bundesvorsitzende Nina Sehnke die ehrenamtlich Aktiven überall im Land ins Rampenlicht.

Das Gebinde, das den Dank der Landjugend für die diesjährige Ernte symbolisiert, wird jetzt ein Jahr lang den Sitzungssaal des Ausschusses zieren.

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