Vernetzung in der Landtechnik – Teil 4

20.05.2014

© Sabine Rübensaat

Melkroboter sind schon weit verbreitet. Sie sammeln viele Daten und können durch Vernetzung online gesteuert werden.

Teil 1 und 2 beschäftigten sich mit den Vorteilen und der Herausforderungen einer Vernetzung in der Landwirtschaft. Teil 3 beleuchtet welchen Umfang diese Vernetzung haben sollte. Wie vernetzt wir schon heute in der Landwirtschaft sind, zeigt der letzte Teil der Serie.  

Überwachung und Management im Stall

In der praktischen Tierhaltung schreitet die Vernetzung von Geräten, Sensoren, Anlagen, Ställen und gesamten Betrieben weiter voran. Zwei Bereiche sind dort von Bedeutung. Erstens die zentrale Anlagensteuerung und -überwachung inklusive Protokollierung und Alarmierungssystem und zweitens zentrale Managementsysteme (mobil und stationär) der Tierbestände mit Datenerfassung, Dateneingaben, Auswertungen und Entscheidungsunterstützung. Als Beispiele nannte er in der Schweinehaltung das System BigFarmNet von Big Dutchman, das alle Controller, Rechner und Sensoren in einem Programm vereint. Damit wurde eine zentrale Anlagensteuerung mit Eingabe und Auswertung inklusive Alarmierungssystem umgesetzt.

Die Firma Porphyrio entwickelte für Legehennen das System Lay Insight zu Kontrolle und Überwachung von Wasseraufnahme, Körpergewicht, Legeleistung, Futteraufnahme, Mortalität, Eigewicht und Klima. Die Daten werden an einen Cloudserver gesendet und dort mithilfe von Algorithmen analysiert. Das System meldet online Veränderungen im Bestand.

Das mobile Managementsystem T4C InHerd von Lely fasst in einer Onlineplattform acht verschiedene Apps zusammen, die das tägliche Management einer Milchviehherde unterstützen. Damit können, egal an welchem Ort, Tierdaten online überprüft und geändert werden. Zum Beispiel kann der Tierhalter vom Smartphone aus die Selektion einer Kuh durch den Melkroboter veranlassen. Die webbasierte Anwendung Benchmark ermöglicht den Betriebsvergleich mit anderen Nutzern des Systems und dient als soziale Plattform für Roboterkunden und Berater.

FAZIT: Teilweise ist die Landtechnik schon vernetzt. Wir merken es nur nicht, denn die Vernetzung findet oft im Verborgenen statt. Die Forschung und die Landtechnikhersteller erwarten durch das „Internet der Dinge“ einen ähnlichen Innovationsschub, wie sie in der Vergangenheit die Elektrifizierung, Mechanisierung und Automatisierung gebracht haben. Von der Vernetzung betroffen sein werden die Produktionsprozesse auf dem Feld und im Stall, das Informations- und Datenmanagement auf dem landwirtschaftlichen Betrieb sowie darüber hinaus die gesamte Lebensmittelkette. Die Sicherheit der Daten des Landwirts in der Cloud muss dabei aber gewährleistet sein.

•    Teil 1: Zukunftsvisionen und Vorteile
•    Teil 2: Schwierigkeiten und Herausforderungen
•    Teil 3: Ausmaß und Chancen der Vernetzung

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