Vernetzung in der Landtechnik – Teil 3

20.05.2014

© iGreen

iGreen gilt als Vorbild für die Datendrehscheibe

Teil 1 und 2 beschäftigten sich mit den Vorteilen und der Herausforderungen einer Vernetzung in der Landwirtschaft. Teil 3 beleuchtet welchen Umfang diese Vernetzung haben sollte.

Heilsbringer Datendrehscheibe

Das Ziel der Datendrehscheiben ist laut Horstmann die Vernetzung der fachspezifischen Dienste (Lohnunternehmer, Maschinenring, Berater, Behörden usw.), sodass der Anwender seine Stammdaten nur einmal pflegen müsse. Auch die Erhöhung der Bedienbarkeit durch einheitliche Vorgaben stehe im Fokus. Innovativ sei die Nutzung der kollektiven Intelligenz durch Einbeziehen von Anwenderbewertungen. Durch die Vernetzung der verschiedenen Prozessbeteiligten und die Verschmelzung von Zusatzinformationen und Diensten würde langfristiges und nachhaltiges Wissen entstehen, das die Entscheidungsfindung unterstütze. Intelligente Dienste wie Fahrerassistenzsysteme, Dokumentation oder Beratung erleichtern dabei dem Landwirt die Arbeit. Dabei seien aus Sicht des Landwirtes aber Grundsatzanforderungen zu erfüllen. Dazu zählten z. B. Gewährleistung des Datenschutzes, informelle Selbstbestimmung, neutraler und herstellerunabhängiger Betrieb, volle Entscheidungsfreiheit, welcher Dienst genutzt werde sowie ein klares Regelwerk zum Betrieb und Bestand der Datendrehscheibe.

Für erfolgreiche Datendrehscheiben in der Cloud seien hohe Anwenderzahlen, viele angebotene Dienste, viele unterstützende Hersteller und ein unabhängiger, neutraler Betrieb notwendig. Für Horstmann sind die digitale Landwirtschaft, vernetzte Landtechnik und entscheidungsunterstützende Dienste der Innovationsfaktor der Landtechnik in den nächsten Jahren.

Voraussetzung für die vernetzte Landwirtschaft und die Nutzung von Big Data ist für Bode, dass die Beteiligten bereit sind, ihre Daten miteinander zu teilen. Hier bestehe ein großes Risiko, da bei vielen Landwirten das Verständnis und die Akzeptanz in Bezug auf die neuen ­Informations- und Kommunikationstechnologien nur gering seien. Zudem bestehe die Gefahr der missbräuchlichen Verwendung der Daten. Daher müssten entsprechende Schutzmaßnahmen bezüglich Datenschutz und Datensicherheit getroffen und das Verständnis für neue Technologien gefördert werden.

Wie man trotz unterschiedlicher Formate und Schnittstellen landwirtschaftliche Daten (Ertragskarten, Bodenwerte, Werte von Stickstoff-, Biomasse- oder Feuchtigkeitssensoren, Satellitendaten) auswerten und interpretieren kann, um sie dann für andere Anwendungen, für die Entscheidungsfindung und für die Erstellung von Handlungsanweisungen (z. B. Applikationskarten) zu nutzen, hat Timon Veenstra von der niederländischen Firma LimeTri mit der offenen IT-Plattform Agrosense vorgestellt.

Für Daniel Herd von Lely Deutschland werden Landtechnikunternehmen immer mehr zu Softwareproduzenten. Für ihn ist die innerbetriebliche wie außerbetriebliche Vernetzung von großer Bedeutung. Sie nimmt immer mehr zu, stellt aber auch eine Herausforderung dar, da sich durch die steigende Anzahl von Sensoren und Anlagen die Datenmenge erhöht und damit auch die Anforderungen an die Analyse und Entscheidungsunterstützung.

Herd stellte vor, wie der vernetzte Stall der Wissenschaft, aber auch dem Landwirt nutzt. Am Versuchsgut Universität Bonn sind diverse Systeme miteinander vernetzt und erfassen von Kühen den Futter- und Wasserverbrauch, das Wiederkauen, die Aktivität, die Tierposition im Stall, das Körpergewicht und die Melkdaten. Ziel ist, die Aktivität mit anderen tierindividuellen Merkmalen zu verknüpfen, um so Krankheiten früher zu erkennen. Im Forschungsprojekt PigWise wurde ein Frühwarnsystem getestet, das bei einer Veränderung der tierindividuellen Futteraufnahme von Schweinen eine Nachricht an das Smartphone bzw. Tablet des Tierhalters schickt.

•    Teil 1: Zukunftsvisionen und Vorteile
•    Teil 2: Schwierigkeiten und Herausforderungen
•    Teil 4: Beispiele aus der Praxis

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr