Alleine den Weg finden

04.07.2014

© Klaus Meyer

Die kleinen autonomen Gefährte mussten in der dritten Disziplin gleichzeitig ihren Weg zwischen den Maisreihen suchen, Golfbälle finden, das Erkennen akustisch oder optisch anzeigen und anschließend die Lage der Golfbälle auf einer georeferenzierten Karte in Form einer Textdatei mit Koordinaten darstellen.

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Wie im richtigen Leben zählt auch bei den Robotern, die am zwölften Field-Robot-Event in Bernburg während der DLG-Feldtage teilnahmen, weniger das Aussehen und die Ausstattung, sondern das, worauf es wirklich ankommt, sind die inneren Werte, das Zusammenspiel der Technik mit der Software und die Idee, die dahintersteckt.

Bei dem jährlich stattfindenden Wettbewerb konkurrierten dieses Jahr 23 Studententeams aus zehn Ländern mit ihren Feldrobotern um die besten Ergebnisse auf dem Feld. Bei diesem unter der Federführung der Universität Hohenheim durchgeführten Wettbewerb ging es darum, in fünf verschiedenen Disziplinen Aufgaben auf dem Versuchsfeld zu lösen. Für die ersten beiden Disziplinen mussten die Feldroboter vor allem ihr Können im Bereich der Navigation unter Beweis stellen. Die Roboter sollten möglichst schnell und präzise das Versuchsfeld befahren, Hindernissen ausweichen und fehlende Pflanzen in der Reihe aufspüren. Die Bedingungen des Versuchsfelds simulierten so Unregelmäßigkeiten, die den realen Bedingungen des Ackerbaus entsprechen. Für die dritte Aufgabe mussten Unkrautpflanzen in Form von Golfbällen entdeckt und angezeigt werden.

Einmal in Gang gesetzt, mussten die Maschinen ihren Weg allein finden, durften nicht ferngesteuert werden. Das klappte nicht immer, teilweise musste
mit der Hand nachgeholfen werden oder die Golfbälle wurden nicht gefunden.  
Den ersten Platz nach Auswertung der drei Disziplinen teilten sich das Team von der Tschechischen Universität Prag mit dem Roboter „Eduro Maxi“ und das Team von der Universität Siegen mit dem Roboter „Phaeton“. Den dritten Platz belegte das Team der Hochschule Osnabrück mit dem Roboter „The Great Cornholio“. Eine weitere Aufgabe, die Kooperationsaufgabe, stellte die Teams vor die Herausforderung, mit einem anderen Feldroboter zusammen eine Aufgabe ihrer Wahl zu lösen. Im abschließenden Freestyle-Wettbewerb zeigten die Teams in einer selbst gewählten landwirtschaftsbezogenen Aufgabe, was ihre Roboter leisten können. Dabei kamen sehr kreative Ideen heraus.

Wie Prof. Hans-Werner Griepentrog, Professor für Mess- und   Prüftechnik an der Uni Hohenheim, erläuterte, wird in diesem Wettbewerb nicht gezeigt wie die Zukunft der Landwirtschaft aussieht, sondern was möglich ist. Das Ziel die Veranstaltung ist, zukunftsweisende Technologien im Bereich Robotik und Precision Farming unter realen Bedingungen im Feld zu testen und jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, sich im internationalen Teilnehmerkreis auszutauschen und ihre Ideen weiterzuentwickeln.

Die Planung und der Aufbau eines Roboters umfasst sowohl verschiedene Bereiche der Informatik als auch der Elektrotechnik. Daher setzen sich die Teams aus Studenten mit unterschiedlichsten Kenntnissen zusammen, z. B. Programmiersprache C++, Bildverarbeitung, Roboterbetriebssystem ROS oder Microcontroller-Programmierung.

Die bis zu 40 kg schweren Roboter sind mit verschiedensten Sensoren ausgestattet. Die Palette reicht von einfachen Webkameras über Odometriesensoren zum Messen der Radumdrehung, Gyroskope, Kompasse, bis hin zu Laser-, Infrarot- und Sonarsensoren.

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