Vom Waldmeister zum Forstexperten

10.10.2016

© Sabine Rübensaat

Vom Waldmeister zum Forstexperten.

Der Beruf der Försterin oder des Försters ist nichts für Sofahelden oder Schönwettercamper. Die hochqualifizierte Arbeit der Forstleute ist immer noch ein echter Outdoorjob. An angehende Forststudierende werden hohe Erwartungen gestellt. So sollten sie viele Begabungen mitbringen und vielseitig interessiert sein: Sie müssen das Interesse mitbringen, den Wald zu nutzen und zu schützen. Sie brauchen den Blick für das „große Ganze“ und müssen gleichzeitig in der Lage sein, als gute Kaufleute und Holzverkäufer aufzutreten. Forststudierende sind vielseitig gefordert: von Biologie, Zoologie und Botanik, über Mathematik, Klimatologie und Vermessungswesen bis zu Forstrecht, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung – Wissen über all diese Fachbereiche wird von ihnen abverlangt. Letztendlich werden sie zu Managern für das komplexe Ökosystem Wald ausgebildet, das nicht nur Holz, als den wichtigsten wirklich nachwachsenden Rohstoff, produziert, sondern das auch einzigartiger Schutzraum für Pflanzen und Tiere sowie Trinkwasserspeicher und Erholungsort für die Menschen ist.

 

Ein großer Arbeitsbereich

Junge Menschen, die sich heute für den Forstberuf entscheiden, werden sich einer großen Herausforderung stellen müssen. So geht es aktuell vor allem darum, die Wälder so zu managen, dass sie bestmöglich dem Klimawandel gewachsen sind und uns auch im nächsten Jahrhundert erhalten bleiben. Der Bachelor-Studiengang umfasst in der Regel sechs und der darauf aufbauende Masterstudiengang vier Semester. Während man im Bachelor-Studiengang die einschlägigen forstlichen Fächer belegt, um das forstfachliche Rüstzeug zu erwerben, findet im Masterstudiengang eine Spezialisierung statt. Beide Studiengänge werden je nach Lehreinrichtung in unterschiedlicher Ausrichtung und mit zum Teil ganz unterschiedlichen Ausbildungsmodulen angeboten. Dies wird auch aus der Zusammensetzung der Fächer und ihrer Benennung deutlich. Deshalb ist es wichtig, sich bei den forstlichen Fachhochschulen und Universitäten individuell zu erkundigen.

Die Forstleute von heute kümmern sich um das Ökosystem Wald, also um die Pflanzen und die darin lebenden Tiere. Sie müssen ein Gespür dafür haben, welche Bäume gefällt werden sollen, und sie müssen wissen, welche neuen Bäume künftig im Zeichen des Klimawandels zu pflanzen sind. Sie haben also die Aufgabe, das ökologische Gleichgewicht im Wald zu wahren. Dazu gehören zum Beispiel die Fragen: Gibt es zu viele Tiere im Wald, und schaden sie den Bäumen? Eine wichtige Aufgabe ist die sichere Produktion von Holz. Das gefällte Holz muss käufergerecht aufgearbeitet, sortiert und termingerecht verkauft werden. Bei diesen Tätigkeiten sind Forstleute als Kaufleute gefragt. Darüber hinaus muss sich die Försterin oder der Förster auch darum kümmern, dass der Wald die unterschiedlichen Anforderungen der Erholungssuchenden erfüllt: Denn Spaziergänger, Wanderer, Nordic Walker, Jogger, Mountainbiker, Reiter und viele mehr nutzen den Wald zunehmend als Erholungs- und Freizeitraum. Zählt man die Aufgaben der Waldpädagogik und der Verwaltungsarbeit hinzu, erkennt man die Vielseitigkeit von Aufgaben, mit denen Forstleute mehr als ausgelastet sind.

 

Der Höhere Forstdienst

Die meisten Arbeitsplätze für Forstleute mit einem forstwissenschaftlichen Studienabschluss als Master of Science liegen im Bereich der Forstverwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen sowie in Privatforstverwaltungen. Es handelt sich dabei überwiegend um Leitungs- und Führungstätigkeiten, z. B. in der Forstamtsleitung, in der Betriebsleitung oder in den Servicestellen. Die Forstlichen Studiengänge der Universitäten Dresden, Freiburg, Göttingen und München bieten moderne sowie europaweit anerkannte forstwissenschaftliche Bachelor- und Masterstudiengänge mit Spezialisierungsmöglichkeiten in wirtschaftlich aktuell relevanten Fachgebieten an. Voraussetzung für einen Einstieg in den höheren Dienst ist ein zweijähriges Referendariat mit Laufbahnprüfung. Die erfolgreich abgeschlossene Große Forstliche Staatsprüfung berechtigt die Absolventen zur Führung der Berufsbezeichnung „Assessorin/Assessor des Forstdienstes“. Auch wenn in den öffentlichen Forstverwaltungen teilweise immer noch Personal reduziert wird, ist ein großer Personalbedarf in den kommenden Jahren in den meisten Forstverwaltungen absehbar. Eine forstliche Hochschulausbildung bietet somit nach vielen Jahren wieder eine gute Perspektive!

 

Gehobener Forstdienst, Revierförster

Im gehobenen Forstdienst arbeiten Revierförster oder Revierförsterinnen, die ein etwa sechssemestriges Bachelorstudium und einen einjährigen Anwärterdienst absolviert haben. Als Leiter eines Forstbezirks oder Revieres gehört zu ihren Aufgaben das Auszeichnen von zu entnehmenden Bäumen, die Anleitung der Waldarbeiter, die Organisation der Maschineneinsätze, die Betreuung von Waldbesitzern, die Jagd und Waldführungen. In den Landesforstverwaltungen arbeiten zudem spezialisierte Sachbearbeiter und Sachbearbeiterinnen des gehobenen Dienstes z. B. in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Waldökologie, Naturschutz, Holzverkauf, Jagd, Forsttechnik, Wegebauund Liegenschaften.

Außerhalb der staatlichen Forstverwaltung bieten sich Jobmöglichkeiten u. a. in größeren privaten und kommunalen Forstbetrieben, Landkreisen sowie bei forstlichen Lohnunternehmen oder im Bereich der Holz verarbeitenden Industrie und des Holzhandels. An fünf Fachhochschulen (Eberswalde, Erfurt, Göttingen, Rottenburg, Freising) und vier Universitäten (Dresden, Freiburg, Göttingen und München) können interessierte junge Menschen in Deutschland ein vielseitiges, sechssemestriges Bachelor-Studium absolvieren und sich so für ganz unterschiedliche Aufgaben in Forstbetrieben, Forstverwaltungen und anderen Organisationen qualifizieren.

www.forstwirtschaft-in-deutschland.de, info@remove-this.forstverein.de

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