Mehr regionale Bioprodukte

14.11.2013

Marktstand Foto: Sabine Rübensaat

Mehr junge Menschen achten beim Einkauf von Lebensmitteln gezielt auf Bioprodukte. In der Gruppe der unter 30-jährigen Verbraucher ist der Anteil derer, die häufig Bioprodukte kaufen, im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte gestiegen.

Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle „Ökobarometer“, eine repräsentative Studie, die im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums durchgeführt wird. Biolebensmittel sind bei deutschen Verbrauchern sehr beliebt: 22 % der Befragten kaufen häufig oder ausschließlich Biolebensmittel, 52 % gelegentlich. Besonders häufig greifen deutsche Verbraucher bei Obst und Gemüse zu ökologischen Produkten, gefolgt von Eiern, die 2012 in der Auflistung der beliebtesten Warenkategorien führend waren. Auf weiteren Plätzen folgen Kartoffeln, Milchprodukte und Brotwaren.

 

Heimische Herkunft

Als wichtigsten Grund für den Kauf von Bioprodukten geben die befragten Käufer von Biolebensmitteln die regionale Herkunft an, gefolgt von artgerechter Tierhaltung und einer möglichst geringen Schadstoffbelastung. Obwohl die meisten Bioprodukte weiter an gewohnten Orten wie dem Supermarkt gekauft werden, geben mehr Biokäufer an, am liebsten direkt beim Erzeuger – zum Beispiel im Hofladen oder beim Landwirt vor Ort – einzukaufen. Das legt den Schluss nahe, dass die Menschen die Vorteile kurzer Wertschöpfungsketten erkennen und den hohen Frischegrad schätzen.

 

Höherer Preis möglich

Lebensmittel aus der Region bevorzugen 92 % aller Verbraucher. 75 % der im Rahmen der Ökobarometerstudie befragten Bürger erklären sich bereit, für regionale Lebensmittel einen höheren Preis zu zahlen, um zum Beispiel Familienbetriebe mit fairen Preisen zu unterstützen. Regional allein reicht vielen jedoch nicht: 77 % setzen auf die Kombination von “bio“ und „regional“. Mit dem neuen „Regionalfenster“ für Lebensmittel, das von Bundesministerin Ilse Aigner iniitiert und Anfang des Jahres in der Praxis getestet wurde, bekommen regionale Erzeuger künftig ein Instrument an die Hand, um die regionale Herkunft ihrer Produkte klar und verlässlich zu deklarieren und sich so von anderen Bewerbern abzuheben.  

Um Biolandwirte dabei zu unterstützen, die große Inlandsnachfrage erfüllen zu können, setzt die Bundesregierung ab 2014 auf eine breitere Förderung und Erhöhung der Fördersätze für den Ökolandbau im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). „Der Bund unterstützt die Biobranche auf ihrem Wachstumskurs. Doch die Entscheidung, ob und wie stark der Ökolandbau gefördert wird, liegt allein bei den Ländern. Der Bund hat seine Möglichkeiten genutzt und nun baue ich fest darauf,  dass die Bundesländer den erhöhten Spielraum bei der Förderung des Ökolandbaus ebenfalls nutzen und eine kontinuierliche und attraktive Förderung der Ökobetriebe garantieren“, sagte Ilse Aigner bei der Vorstellung des Ökobarometers. Insgesamt flossen in die Förderung der Fläche im Ökolandbau, die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung sowie in das „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ (BÖLN) im Jahr 2011 rund 165 Mio. € aus EU-, Bundes- und Landesmitteln.


www.bmelv.de/oekobarometer2013,

www.oekolandbau.de/journalisten

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