Von Zwängen und Chancen

10.07.2014

© Sabine Rübensaat

Die Auszubildenden Kenneth Fiedler und Vivian Klaus.

Zur Bildergalerie: Von Zwängen und Chancen

Kenneth Fiedler (21)
lernt Tierwirt im dritten Lehrjahr. Er schätzt es, dass man sich im Betrieb intensiv um die Azubis bemüht. Für ihn ist es der zweite Ausbildungsbetrieb und eine große Chance, seinen Wunschberuf zu lernen. „Melken ok, lieber kümmere ich mich um Kälber.“ Melken ist ihm auf die Dauer zu langweilig. „Bei Melkrobotern braucht man auch Menschen. In der Schule haben wir leider noch nicht so viel dar-über gehört, das wäre aber gut.“

Vivian Klaus (19) lernt den Beruf Tierwirtin. Sie kommt aus der Stadt und wollte etwas mit Tieren machen. Vivien findet Melken gut, wenn jeder Griff sitzt, ist das nicht langweilig, meint sie, und Kühe sind süß. Sie hat sogar eine Lieblingskuh, die sie unter den 720 Milchkühen herausfindet. „Außerdem trinke ich für mein Leben gerne Milch.“ Nach der Lehre soll der Betrieb kleiner sein und vielleicht sogar ökologisch. Vivien möchte gern mit ihrem Freund nach Bayern gehen und dort ein paar Kühe, ein paar Schweine und andere Tiere halten. Die junge Frau strahlt eine ansteckende Fröhlichkeit aus.

Doreen Albert (26) ist Ausbilderin im Bereich Tierhaltung. Derzeit steckt sie in der Meisterausbildung. Die Arbeit mit den Jugendlichen macht der jungen Frau mit dem langen Haar sehr viel Spaß. Es tut ihr leid, dass die vom Unternehmen gut durchdachte betriebliche Ausbildung derzeit oft unter den den praktischen Zwängen des Personalmangels leiden muss. Die Treffen mit den anderen Ausbildern im Rahmen des Ausbildungsnetzwerkes geben ihr viele Anregungen für ihre Arbeit mit den Jugendlichen.

Ronny Kaczmarek (33) ist Ausbilder für den Bereich Pflanzenproduktion. Er hat derzeit einen Landwirt-Azubi. Der Pflanzenbauer wünscht sich manchmal mehr Interesse der Jugendlichen. Beispielsweise nimmt der Betrieb an Feldversuchen für Getreidesorten teil, die von den Firmenvertretern immer mal wieder auf dem Feld vorgestellt werden. Da das außerhalb der Ausbildungszeiten stattfindet, sind Azubis viel zu selten dabei, um davon zu profitieren. 

Benjamin Meise (33) ist Geschäftsführer und wirbt nicht nur auf Veranstaltungen des Bauernverbandes für den Agrarnachwuchs, er ist zudem auf regionalen Ausbildungsmessen unterwegs, um für seinen Betrieb und die Agrarbranche zu werben. Das Engagement wurde zuletzt in diesem Jahr gewürdigt. Der Fürstenwalder Bürgermeister zeichnete ihn für außerordentliches Engagement in der Berufsorientierung, der beruflichen Erstausbildung und bei der Nachwuchskräftesicherung auf der 7. Ausbildungsbörse im Januar in Fürstenwalde aus. Geehrt wurde dieses Engagement zudem Anfang Juni durch die IHK Ostbrandenburg und die Handwerkskammer Frankfurt (Oder). In der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH hat er den Anspruch, trotz aller betrieblichen Zwänge eine kontinuierliche betriebliche Ausbildungsroutine auf hohem fachlichen Niveau zu organisieren. Dafür nutzt er neben seinen Ausbildern das Ausbildungsnetzwerk.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr