Studieren im Osten - die Unis

08.08.2013

Willst Du auf dem Gebiet der Agrarwirtschaft in Ostdeutschland an einer Universität studieren, findest Du an drei Unis landwirtschaftliche Fakultäten, in Rostock, Berlin und Halle. Im Grunde kannst Du überall das Gleiche lernen, dennoch ist jede Studieneinrichtung verschieden. Jede hat – neben dem breiten Spektrum der Landwirtschaft – ihre Schwerpunkte. In Rostock liegt der Fokus auf den Tierwissenschaften, in Berlin wird die Ökonomie stärker beleuchtet und in Halle die pflanzliche Produktion.

Die Entscheidung fällt nur dann leicht, wenn Du weißt, was Dich stärker interessiert. Einen Job im Agrarbereich findest Du derzeit allemal. Wenn Du schon im Herbst mit dem Studium beginnen willst, bereite Dich rechtzeitig vor. Am 15. Juli ist in der Regel Bewerbungsschluss für das Herbstsemester.

Universität Rostock

An der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät (AUF) der Universität Rostock gibt es 20 Professuren der Agrar- und Umweltwissenschaften. „Diese Kombination macht es möglich, dass unsere Agrarstudenten über den Tellerrand ihres Fachgebietes hin­ausschauen können“, erklärt Prof. Elmar Mohr, Dekan der Fakultät.

An der AUF kannst Du Dich unter anderem mit nachwachsenden Rohstoffen, Bioenergie sowie Abfall- und Ressourcenwirtschaft intensiv beschäftigen. Wenn Dich die Tierwissenschaften interessieren, kannst Du zudem von der engen Kooperation der AUF unter anderem mit dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) profitieren.

An der Fakultät kannst Du für den Bachelor den Studiengang

• Agrarwissenschaften

und für den Master die Studiengänge

• Aquakultur,

• Nutztierwissenschaften,

• Pflanzenproduktion und Umwelt

sowie

• Umweltingenieurwissenschaften

studieren.

„Die Praxis kommt  dabei nicht zu kurz“, versichert der Dekan. „Bis zur Bachelorprüfung sind Praktika in der Landwirtschaft zu absolvieren. Außerdem gibt es Module, in denen die Studierenden in Gruppen forschungsorientiert Projekte in der Praxis bearbeiten.“

Mit etwa 900 eingeschriebenen Studenten findest Du in Rostock eine vergleichsweise kleine und überschaubare Fakultät. „Wir haben hier ein hervorragendes Studenten-Professoren-Verhältnis“, versichert Mohr. „Außerdem ist in jeder Vorlesung und in jedem Seminar ein Sitzplatz garantiert.“

In der campusartigen Anlage in der Südstadt kannst Du zudem in unmittelbarer Nähe zur Bibliothek, zu den Studentenwohnheimen und zur Mensa lernen. Finanziell von Vorteil ist sicher, dass Du in Studentenwohnungen in der Nähe der Fakultät wohnen kannst.

Humboldt-Universiät zu Berlin

„Die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät (LFG) an der Humboldt-Universität zu Berlin ist wegen ihres Standortes in einer der aufregendsten Kulturstädte der Welt für junge Leute sicher ein Anziehungspunkt“, vermutet Udo Kummerow, Studiendekan der LFG. „Besonders attraktiv ist sie für Studierende aber wegen ihres modernen Studienangebotes, das an flexibler Studiengestaltung kaum zu überbieten ist. Die Konzentration an wissenschaftlichen Einrichtungen in und um Berlin sucht zudem ihresgleichen. Noch ein Plus: Wohnraum ist viel günstiger als an den meisten Studienstandorten in Westdeutschland. Und Studiengebühren gibt es auch nicht“, erklärt der Studiendekan.

Die Abschlüsse Bachelor und Master werden an der LGF seit Ende der 90er Jahre angeboten. Heute sind es 1 390 Studierende an der LGF, davon 898 Bachelor- und 458 Masterstudenten. Für das Studienjahr 2011/2012 haben sich insgesamt 342 (238/104) immatrikulieren lassen. Alle Studiengänge sind laut Kummerow mehrfach akkreditiert und tragen das deutschlandweite Gütesiegel. 

Den Bachelor kannst Du an der LFG in den Studiengängen  

• Agrarwissenschaften,

• Gartenbauwissenschaften.

• Land- und Gartenbauwissenschaften (mit Lehramtsoption)

und den Master in

• Prozess- und Qualitätsmanagement,

• Integrated Natural Resource Management,

• Agrarökonomik (Agricultural Economics)

• Fishery Science and Aquaculture, International Master in Rural Development und International Master in Horticultural Science

erwerben.

Zudem gibt es das Masterstudium für das Lehramt Land- und Gartenbauwissenschaft. Relativ neu sind der International Master in Biodiversity Management and Research und der International Master in Arid Land Studies.

„Das einmalige Lehr- und Forschungsumfeld in Berlin-Brandenburg mit seinen Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten bietet neben den eigenen Kapazitäten der Fakultät in Form von Versuchsflächen, Gewächshäusern und modernen Laboratorien die Gewähr für ein umfassendes, an Wissenschaft und Praxis orientiertes Studienangebot in Agrarwissenschaften, Gartenbauwissenschaften und der Lehrerbildung auf diesen Gebieten“, verspricht Kummerow.

„Bis zu 40 % der Studieninhalte können die Studierenden selbst bestimmen.“ 

 Im Bachelorstudium musst Du sechs Monate Betriebspraktikum in Deinem gewählten Studienbereich im In- oder Ausland nachweisen. Außerdem enthalten viele Studienmodule praktische Bestandteile wie Labor- und PC-Übungen oder Feldexkursionen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Du kannst Dein Studium aus mehr als 300 Wahlmodulen zusammenstellen. Der Clou ist, dass Du im Ausland an einer der 40 Partneruniversitäten studieren kannst. 

Martin-Luther-Universität Halle

In einer Region, die für den Ackerbau prädestiniert ist, liegt die Naturwissenschaftliche Fakultät III – Agrar- und Ernährungswissenschaften, Geowissenschaften und Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

In den Bereichen Boden-, Pflanzen-, Tier- und Ernährungswissenschaften sowie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus kannst Du hier studieren. „Der Schwerpunkt liegt im pflanzlichen Bereich“, erklärt Prof. Reinhold Jahn, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften. Klassische Fächer wie Bodenkunde, Pflanzenzucht, Phytopathologie und Planzenschutz stehen im Mittelpunkt. Bei den Tierwissenschaften werden Tierzucht, Tierhaltung, Tierernährung und Tierhygiene gelehrt.

Am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften beginnen jedes Jahr 100 bis 120 Abiturienten mit dem Studium zum Bachelor Agrarwissenschaften, 60 Absolventen starten in dieser Fachrichtung ihr Masterstudium. Im Nutzpflanzenbau sind es etwa 20 und im Management natürlicher Ressourcen 30 bis 40 Studierende, die das Masterstudium absolvieren. Insgesamt hat das Institut zirka 1 000 Studenten.

Du kannst damit rechnen, für Dein Studium von vielen verschiedenen Fachgebieten Input zu bekommen. Die Hallenser setzen in Lehre und Forschung auf Kooperationsbeziehungen. „Innerhalb der Fakultät sind wir mit den Instituten für Geowissenschaften und Geografie, dem Institut für Informatik, dem Institut für Mathematik und dem Studiengang Management für natürliche Ressourcen gut vernetzt.“ Es gibt zudem ein gemeinsames Projekt Agrar- und Geowissenschaften. „Von Vorteil für das Studium ist, dass wir mit weiteren Wissenschaftseinrichtungen im Land eng kooperieren“, berichtet Jahn. „Dazu gehören das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) sowie das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben“, zählt der geschäftsführende Institutsdirektor auf.

 

Das gesamte Feld der landwirtschaftlichen Lehre wird mit den Bachelorstudiengängen

• Agrarwissenschaften,

• Ernährungswissenschaften,

• Informatik und den Masterstudiengängen

• Agrarwissenschaften,

• Nutzpflanzenwissenschaften,

• Ernährungswissenschaften und

• Informatik

abgedeckt.

Studiert wird auf dem Uni-Campus Heide-Süd. „Wen große Agrarbetriebe interessieren, der ist bei uns richtig“, wirbt der geschäftsführende Direktor des Instituts. „Unser Campus hat neue und moderne Gebäude, Hörsäle und Labore, in denen das Studieren Spaß macht.“

Du meinst, dass Dir das alles sehr theoretisch vorkommt? „Wir begrüßen es, wenn Studierende schon vor dem Studium in einem Betrieb gearbeitet haben“, sagt der geschäftsführende Institutsdirektor. „Ein Teil meiner Kollegen widmet sich speziell der betrieblichen Ebene. Dazu gehören auch Exkursionen in Betriebe. Außerdem vergeben wir Lehraufträge an Praxispartner.“

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