Steffen Kettner – Als Gärtner im Regenwald

08.08.2013

Etwa 60 000 Pflanzen wachsen in der Halle, 450 bis 500 verschiedene Sorten – mehr als in manchem botanischen Garten, meint Steffen Kettner. Besonders fallen natürlich die Palmen ins Auge:  Betel- und Bismarkpalmen, Strahlenpalmen und große Fischschwanzpalmen. Und auch Bananen, Papayas, Stern- und Jackfrüchte gedeihen hier. Aber jetzt im Winter haben sie alle zu kämpfen – Pflanzen und Gärtner. In den Tropen ist es zwölf Stunden hell und zwölf Stunden dunkel. Hier will es derzeit manchmal gar nicht so richtig Tag werden.

Da hilft auch die 20 000 Quadratmeter große Folie, die von der Südseite her Licht in die Halle lässt nur wenig.  Die Temperatur liegt konstant bei 26 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 bis 60 %. Für die Pflanzen wären 90 % das, was sie von ihrem ursprünglichen Standort kennen. Und eine Fußbodenheizung gibt es im Regenwald vermutlich auch nicht. Doch soll Tropical Island ja auch vor allem den zahlenden Gästen gefallen, nicht so sehr den Pflanzen. Die sorgen fürs Ambiente, und die Gärtner sorgen sich um sie. Ohne diese grüne Fraktion wäre das alles hier nur ein riesiges Spaßbad.

Von kleinen Bäumen zu Regenwaldriesen

Kettners Eltern hatten eine Gärtnerei. Mit der ist er aufgewachsen, und als man ihn fragte, was er werden wolle, sei ihm gar nichts anderes eingefallen als Gärtner. Mit 16 machte er die Lehre für Zierpflanzenbau, mit 20 eine Umschulung zum Garten- und Landschaftsbauer und arbeitete in der Firma der Eltern, die es auf dem Markt irgendwann nicht mehr schaffte. Sich bei Tropical Island zu bewerben, hat er nie bereut. „Hier – das ist einmalig. Kein Vergleich mit der oft recht monotonen Arbeit in einer Großgärtnerei: acht Stunden Pelargonien abknicken, nächsten Tag in Jiffies stecken – und das drei bis vier Monate ...“, Kettner winkt ab. Zwar werden hier keine Pflanzen herangezogen, sondern „nur“ gepflegt. Aber der Reiz liegt woanders. „Als ich hier an gefangen habe, war die Halle eigentlich so gut wie noch nicht bebaut“, erinnert sich Steffen Kettner. „In der Mitte war der Regenwald angelegt, aber keineswegs so üppig wie jetzt. Ich habe Bäume gepflanzt, die waren so groß wie ich und sind jetzt sechs, sieben Meter hoch – das könnte ich nicht aufgeben“, meint er. „Ich möchte hierbleiben, solange es geht.“

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