"Schäfer sind vom Aussterben bedroht"

16.11.2018

Ronja Golz und Knut Kucznik aud dem kleinen Bild. Ronja Golz auf dem großen Bild, im Hintergrund das Tempelhofer Feld, mit Schafen und Besuchern.

Ronja Golz und Knut Kucznik ©Sabine Rübensaat

An allen Tagen im Einsatz war Ronja, auf dem Bild links mit Knut Kucznik.

Für viele Knirpse aus Berliner Kindergärten dürfte der Ausflug Mitte Oktober zum Tempelhofer Feld ein tolles Erlebnis gewesen sein. Dort konnten sie nämlich Schäfermeister Knut ­Kucznik und seiner Herde zusehen, die eine Woche lang die Grün­flächen des ehemaligen Flughafens beweideten (Bauernzeitung 43/2018, S. 19). Haben die Schafe auch Namen? Wie heißt der Stock, den der Schäfer in der Hand hat? Und warum trägt er so einen großen Hut auf dem Kopf? Kucznik beantwortete ebenso geduldig wie humorvoll die vielen Fragen, klärte auf, dass es sich beim Stock um einen Hirtenstab handelt und der Hut vor Sonne, aber auch Regen und Kälte schützt. „Aber so einen Hut hat doch nur die Königin?“  Kucznik: „Ja, ich bin ein verzauberter König!“ Er überraschte die Wissbegierigen mit der Information, dass alle Schafe auf den Namen „Olle“ hören. Ein kurzer Ruf, ein Pfiff und schon  kamen die Vierbeiner angerannt. Allgemeines Staunen.

 

Dem Schäfermeister zur Seite ging an allen Tagen die 13-jährige Ronja Golz aus Iserlohn, Nordrhein-Westfalen, die wir wiederum befragten.

 

Warum bist Du dabei?

Ich will Knut helfen. Schäfer sind vom Aussterben bedroht. Ich möchte ihre und meine Zukunft unterstützen.

 

Willst Du denn auch Schäferin werden?

Ja, unbedingt. Ich habe meine Entscheidung schon getroffen. Damit wäre ich dann die 13. Generation in meiner Familie. Schon als ich zwei Tage alt war, bin ich „mitgelaufen“. Ich war immer dabei. Meine Schwester und mein Bruder wollen aber was anderes machen.

 

» Bild links: Ronjas Vater Thomas Golz, der Lammwurst und andere Spezialitäten anbot. ©Sabine Rübensaat

 

Wie ist euer Betrieb in Iserlohn aufgestellt?

Wir haben 500 Muttertiere, bei denen es sich um eingekreuzte Merinos handelt, und ungefähr 100 Ziegen. Außerdem bieten wir im Hofladen Fleisch von unseren eigenen Tieren an. Das Gemüse liefert uns ein benachbarter Bauer.

 

Müsstest Du jetzt nicht in der Schule sein?

Ich bin jetzt in der 8. Klasse. Wir haben gerade Herbstferien, deswegen konnte ich Knut auch begleiten. Später, mit 16, will ich in die Lehre gehen,  irgendwo in Deutschland.

 

In der Nähe von Berlin vielleicht? Hast Du ein bisschen was von der Stadt gesehen?

Nee, keine Zeit, wir waren immer nur am Wandern. Das Tempelhofer Feld ist sooo groß, wir mussten unheimlich viel laufen, damit die Schafe genug zu fressen hatten.

 

» Bild rechts: Die jüngsten, außerordentlich wissbegierigen Besucher kamen aus mehr als einem Dutzend Kindergärten der Hauptstadt. ©Sabine Rübensaat

 

Hast Du Knuts Schafe auch mal alleine gehütet?

Nein. Die Schafe haben kein Vertrauen zu mir. Sie kennen Knut und wissen, dass er sie zu gutem Futter führt. Bei mir wissen sie das nicht.

 

Wobei hier ja auch nicht so viel wächst nach der Dürre?

Ja, stimmt. Da sind die Schafe tatsächlich ein bisschen veräppelt worden (lacht).

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