Sarah rappt ihren Alltag

20.08.2015

Sarah Keller © Sabine Rübensaat

Sarah rappt ihren Alltag.

Am Anfang war Skepsis. „Mein Banknachbar in der Berufsschule hatte mich auf ,Clip my Farm‘ aufmerksam gemacht“, erzählt Sarah Keller, aber sie war lange nicht sicher, ob sie mitmachen sollte. Es brauchte weitere Ermutigung von Freunden. Die hat gefruchtet: Mit dem Laptop auf den Knien spielt Sarah uns ihren Clip auf Youtube vor. In den ersten drei Wochen nach dem Hoch­laden haben ihn sich  schon mehr als 5 000 Leute angesehn. Insgesamt 20 000 Euro Preisgeld winken, die Hälfte allein dem Sieger. Kein geringer Anreiz. Für ihren Drei-Minuten-Clip hat Sarah Stunde um Stunde mit ihrem Handy auf dem Betriebsgelände gefilmt. Da hatte sie den richtigen Groove schon im Internet entdeckt und sich einen Reim auf ihren Arbeitsalltag gemacht. Den letzten Refrain nahm sie mit Azubi-Kollegen der Berufsschule in Schwerstedt auf. Neben ihrer Musik ist Sarah auch der Fußball wichtig. Ihr Verein, der TSV Oberlauter, konnte gerade in die Bezirksliga aufsteigen. Außerdem: Morgen könne sie ausschlafen und bei der Ernte Traktor fahren. „Momentan läufts richtig gut!“, findet sie. Die Clip-my-farm-Staffel läuft noch bis zum 31. Oktober, Sarahs war der zweite Beitrag. Wir drücken die Daumen!


Sarahs Rap: „Ich bin Landwirt, und ich hab Spaß daran!“

„Viele Kälber stehen in dem Stall,
sie werden versorgt mit Milch und dann werden sie groß gezogen, zum Bullen oder zur Kuh,
und dass die Kuh erst Milch geben kann,
nachdem sie ein Kalb geboren hat, weiß auch nicht jeder Mensch von der Stadt,
sie haben auch nicht gefragt, ob es leicht ist zu pflügen, zu grubbern, zu drillen, zu dreschen und deswegen können sie sich nicht in einen Landwirt hineinversetzen.
Was ziemlich schade ist,
denn es ist einfach genial, wenn du ein Landwirt bist.
Du lernst viele verschiedene Sachen,
zum Beispiel das Futter für die Rinder zu machen
oder mit dem Traktor umzugehen.
Setz dich einfach mal in einen Traktor rein und du wirst versteh'n,
dass es einfach ein geiles Gefühl ist, Traktor zu fahr'n,
und das wissen wir schon seit ein paar Jahr'n.
Guck mich mal nicht so schief von der Seite an,
ich bin ein Landwirt, und ich hab Spaß daran.
Ich weiß, dass Kühe nicht lila sind
und dass die Milch von der Kuh kommt und nicht im Fluss rumschwimmt.
Jeder Tag läuft anders ab,
an dem einen Tag melkst du, an dem anderen machst du die Kühe satt.
Ein' Tag später treibst du oder mistest aus,
streust ein oder lässt die Kühe raus auf die Weide, wo frisches Gras steht.
An dem anderen bist du der, der die Klauen pflegt.
Ein' Tag darauf mähst du oder schwadest Gras
oder gibst beim Häckseltransport Gas und auch der Häckslerfahrer hat ganz viel Spaß
und spät am Abend sagt er: ,So das war’s für heute!‘
Denn am nächsten Tag geht’s wieder früh los,
außer das Wetter hat was dagegen, also sag bloß nicht, dass es langweilig ist,
Landwirt zu sein, denn bei Sonnenschein
sind alle schwer beschäftigt, mit ihren Aufgaben
zum Beispiel beim Mist aufladen oder Mähdrescher fahren. Guck mich mal nicht so schief von der Seite an ...“

(Guck lieber hier: youtube.com/user/CLIPMYFARM)

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