Mit Leib und Seele Landwirt

08.04.2014

© Sabine Rübensaat

Andy Symalla hat einen festen Arbeitsplatz im Ausbildungsbetrieb gefunden.

Den wirtschaftlichen Erfolg der in Gerbitz ansässigen eingetragenen Genossenschaft führt ihr Vorstandsvorsitzender Reinhard Wirth auch auf die profunden Kenntnisse und Fertigkeiten sowie das Engagement aller Mitarbeiter zurück (siehe auch Reportage in Ausgabe 14 auf den Seiten 28–30). Die derzeit 30 ganzjährig Beschäftigten haben sich für den Beruf zielstrebig qualifiziert. Sie bilden sich weiter, nehmen an speziellen Schulungen, an Feldtagen, Ausstellungen und Vorträgen teil. „Jeder von uns ist mit Leib und Seele Landwirt“, betont der diplomierte Agraringenieur.

13 Interessenten haben im vergangenen Jahrzehnt die betriebseigene Schule absolviert und in der Pflanzenbau-Genossenschaft ihren festen Arbeitsplatz gefunden. Im seit 1998 offiziell anerkannten Ausbildungsbetrieb stehen den Azubis versierte Ausbilder wie die Hauptbuchhalterin Dr. Angelika Nitschke im Büro und der Produktionsleiter Thomas Thalmann mit Rat und Tat zur Seite. Hilfe erhalten die Auszubildenden selbstverständlich auch von den erfahrenen Facharbeitern. Vor allem wenn es gilt, neue Verfahren, Maschinen und Arbeitsgänge verstehen, anwenden, bedienen und erledigen zu lernen. Der Marktfruchtbetrieb baut auf rund 3 200 ha Ackerland (vor allem Lößböden, mittlere Ackerzahl 80) in größerem Umfang  Getreide, Raps, Zuckerrüben und Mais an; er verfügt über moderne Land- und Bürotechnik. Wer einen Einblick in Zusammenhänge, Produktions- und Arbeitsprozesse erlangen will, kann vor Ort aus dem Vollen schöpfen.

Zurzeit nutzen zwei Jugendliche diese Chance. Beide absolvieren ihr zweites Lehrjahr. Oliver Lindemann hat sich nach erfolgreichem Realschulabschluss in Bernburg für die Lehrausbildung zum Landwirt entschieden. Sein Vater hat das Interesse des Jungen von klein auf für den Ackerbau, vor allem für Traktoren und Maschinen, geweckt und ihn beizeiten darin bestärkt, sich im benachbarten Ausbildungsbetrieb zu bewerben. Seinem Antrag wurde stattgegeben, ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen und die Lehre termingerecht aufgenommen. „Abwechselnd 14 Tage Praxis im Betrieb, dann 14 Tage Theorie an der Berufsschule in Wittenberg“, erklärt der Auszubildende. Am 21. März sitzt er neben Olaf Krock in der mit elektronischen Lenk-, Mess- und Rechengeräten ausgestatteten Kabine eines leistungsstarken John-Deere-Traktors. Der bewährte Sämann macht ihn geduldig mit dem präzisen Einsatz der 18-reihigen Einzelkornlegemaschine Monopill bei der Zuckerrübenbestellung vertraut.

Bodenständig und flexibel

Derweil streuen zwei Landwirte auf einem nahe gelegenen Schlag, der in diesem Jahr Mais tragen soll, Stalldung (im Schnitt 300 dt/ha). Pierre Misterek und Andy Symalla haben ihre Lehrausbildung im Marktfruchtbetrieb 2011 beziehungsweise 2010 erfolgreich abgeschlossen. Beide sind in das Team der Pflanzenbau-Genossenschaft eG Bernburg-Nord aufgenommen worden, rechtfertigen durch Fleiß und akkurate Arbeit das in sie gesetzte Vertrauen. „Wir sind bodenständig, flexibel einsetzbar und fühlen uns wohl hier“, sagt Andy Symalla.

Wissen aus der BauernZeitung

Aus ihrer Freude an der Arbeit macht auch Jessica Hobusch keinen Hehl. Sie ist nach der Lehrausbildung zur Bürokauffrau, bei der sie vor allem von Dr. Angelika Nitschke, Hauptbuchhalterin der Pflanzenbau-Genossenschaft Bernburg-Nord eG, betreut wurde, 2008 als Finanzbuchhalterin der Nienburger Agrargenossenschaft eG tätig geworden. Beide Unternehmen arbeiten von Anbeginn eng zusammen, nutzen für die Buchhaltung benachbarte Räume. Die Jungfacharbeiterin weiß die Leistungen ihrer Ausbilderin zu schätzen. Besonders imponiert ihr der Wissensdurst der promovierten Kollegin.

„Sie liest zum Beispiel intensiv die BauernZeitung und macht uns immer mal auf interessante Beiträge aufmerksam“, hebt Jessica Hobusch hervor.
Auf dem Weg zum Ausbildungsziel Bürokauffrau befindet sich Melanie Maut im zweiten Lehrjahr. Sie ist in Gerbitz aufgewachsen und hat den erweiterten Realschulabschluss in Bernburg erworben. Ihre Großväter haben in der Landwirtschaft gearbeitet. Ihre Eltern halten Hühner, Tauben und Kaninchen. Sie selbst züchtet Tauben (Portugiesische Tümmler). Diese Kontakte weckten ihr Interesse, im hiesigen Marktfruchtbetrieb die Lehre aufzunehmen. Jeweils sechs Wochen ist sie unter Anleitung der Hauptbuchhalterin im Büro beschäftigt, drei Wochen lernt sie an der Berufsschule Staßfurt. Melanie Maut hat sich mit diesem Rhythmus angefreundet und will ihr Ausbildungsziel unbedingt erreichen.    

Günther Schattenberg

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