Leistungshüten

10.06.2013

Laura Trappschuh wartet mit ihren Hütehunden Jette und Minna vor dem Schafpferch auf den Startschuss zum Hüten. © Detlef Finger

 

Laura Trappschuh hat am 21. Mai ihren ersten Hütewettbewerb absolviert. Die angehende Tierwirtin der Fachrichtung Schafhaltung im ersten Lehrjahr startete beim diesjährigen Leistungshüten der Auszubildenden und zeigte dabei eine starke Leistung. Das ist umso bemerkenswerter, als sich die erst vor wenigen Tagen 18 Jahre alt gewordene Jugendliche bei ihrem Premierenauftritt auch noch vor einer großen Kulisse von Fachleuten bewähren musste. Denn wie immer verfolgten zahlreiche aktive und ehemalige Schäfer samt ihren Familien das Hüten des Berufsnachwuchses.

Lauras Aufregung war daher umso größer. Ihrer Leistung tat dies jedoch keinen Abbruch. Gekonnt dirigierte sie die Schafherde gemeinsam mit ihren beiden Altdeutschen Hütehunden über den Parcours. Die Richter, Siegfried Butzmann und Reimund Nagel, waren im Nachhinein voll des Lobes über Lauras Hüteleistung und sprachen ihr selbst 43 von 55 möglichen Punkten sowie den Bonus für korrektes Auftreten (3 Punkte) zu. Haupthund Jette erhielt 38 von 45, Beihund Minna 13 von 15 Zählern. Unterm Strich standen für Laura somit 97 Gesamtpunkte, die gleichbedeutend mit dem Prädikat „sehr gut“ sind.

Damit wäre sie sicherlich die Favoritin auf den Sieg beim „Azubi-Hüten“ gewesen. Doch leider waren von den diesmal ohnehin nur drei gemeldeten Teilnehmern zwei kurzfristig ausgefallen, sodass Laura quasi „ohne Konkurrenz“ startete.

Ihre Leistung ist neben dem persönlichen Ehrgeiz auch ihrer sehr guten Ausbildung geschuldet. Das praktische Rüstzeug für den Schäferberuf erlernt Laura, die aus dem sächsischen Lichtenberg stammt, im Landgut Krosigk. In Schäfermeister Martin Winz, dem Rekordtitelhalter beim Landeshüten in Sachsen-Anhalt, hat sie einen exzellenten Lehrmeister. „Das Mädel hat ein gutes Händchen für die Schafe und auch für die Hütehunde“, sagt der 65-Jährige über seinen Schützling anerkennend.

Die berufstheoretische Ausbildung erfährt Laura an der Außenstelle Merbitz der Berufsbildenden Schulen (BbS) des Saalekreises. In der 13-köpfigen reinen „Schäferklasse“ des ersten Lehrjahres ist sie das einzige Mädchen. „Laura ist eine gute Schülerin“, bestätigt zudem Marina Gothe, Fachlehrerin für Tierproduktion/Schaf.

Lauras Lehrbetrieb, das Landgut Krosigk, zugleich Praxispartner der BauernZeitung in Sachsen-Anhalt, ist alljährlich Gastgeber für den Hüteentscheid der Auszubildenden, bei dem sich in der Franzigmark bei Morl die Schäferlehrlinge der Berufsschulen des Saalekreises im Wettkampf messen. Die Teilnahme daran ist den Jugend­lichen freigestellt, obwohl die Hüteprüfung im dritten Lehrjahr Bestandteil der Ausbildung im mitteldeutschen Raum ist, wie der Geschäftsführer des Landesschafzuchtverbandes e.V. Sachsen-Anhalt, Dr. Hans-Jörg Rösler, erklärt. Die Azubis müssen die Prüfung aber nicht zwingend beim Leistungshüten ablegen, sondern können dies auch an anderer Stelle tun. Das Starterfeld beim Hütewettbewerb der Schäferlehrlinge ist im Übrigen meist überregional besetzt. Schließlich wird das Angebot der Berufsschulen des Saalekreises zur Ausbildung des Schäfernachwuchses gleich von einer ganzen Reihe von Bundesländern genutzt.

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